Chronik Der Kampf um Berlin: 75 Millionen Kubikmeter Trümmermasse


612.000 Wohnungen komplett zerstört: Luftaufnahme von Berlin
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612.000 Wohnungen komplett zerstört: Luftaufnahme von Berlin

4. bis 12. Februar 1945: Konferenz von Jalta

: Großbritannien, die USA und die Sowjetunion verhandeln unter anderem über die Aufteilung Deutschlands nach der Kapitulation. Weiter zu den Kriegskonferenzen der Alliierten...


16. April 1945: Die Rote Armee beginnt mit der Erstürmung der Seelower Höhen am Westufer der Oder. Mit 2,5 Millionen Soldaten tritt die Sowjetunion zur Schlacht um Berlin an. Obwohl mindestens eineinhalb Millionen Menschen die Stadt bereits verlassen haben, leben noch 2,8 Millionen Hauptstädter in den Trümmern.


18. April: Die Sowjets besetzen die Seelower Höhen.


20. April: Hitler feiert Geburtstag, während sich die ersten Nazi-Größen bereits aus der Reichshauptstadt absetzen.


21. April: Beginn einer massiven Artilleriebefeuerung von Seiten der Sowjets. Die Rote Armee überschreitet bei Malchow die Stadtgrenze.


22. April: Die Russen erreichen Kaulsdorf und Köpenick.


23. April: Kämpfe an der südlichen Stadtgrenze sowie in Lichtenberg und Niederschönhausen.


24. April: Die ersten Einheiten der Roten Armee stoßen über Buckow, Rudow und Lichtenrade in Richtung Stadtzentrum vor. Die südliche Teile von Zehlendorf werden eingenommen.


25. April: Bei Ketzin treffen die Vorkommandos der 1. Belorussischen Front und der 1. Ukrainischen Front aufeinander. Berlin ist zu diesem Zeitpunkt bereits eingeschlossen. In Reinickendorf, Wedding, Prenzlauer Berg, Tempelhof und Friedrichshain wird immer noch erbittert gekämpft.


26. April: Die Front verläuft im Norden durch Moabit, im Süden entlang der Linie Rathaus Schöneberg - Hallesches Tor - Belle-Alliance-Platz. Die Sowjets erobern den Kreuzberg.


27. April: Spandau kapituliert. Frontverlauf entlang des Landwehrkanals. Kämpfe in Tiergarten, Charlottenburg, Wilmersdorf und an der Museumsinsel.


28. April: Die Sowjets überqueren den Landwehrkanal, Kämpfe in Alt-Moabit.


29. April: Die Rote Armee steht im Regierungsviertel.


Rotarmisten hissen am 30. April 1945 die Sowjetflagge auf dem Reichstag
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Rotarmisten hissen am 30. April 1945 die Sowjetflagge auf dem Reichstag

30 April: Der Reichstag wird erobert - Hitler nimmt sich im Bunker unter der Reichskanzlei das Leben.


1. Mai: Goebbels begeht Selbstmord.


2. Mai: Die Waffen schweigen - Berlin hat kapituliert. Über zwei Monate lang werden die sowjetischen Eroberer die einzige Besatzungsmacht in der Stadt sein. Der Stadtkommandant Generaloberst Bersarin setzt einen antifaschistischen Magistrat ein. Erst Anfang Juli rücken die Amerikaner und die Briten in ihre Sektoren ein, die Franzosen folgen im August.


7. Mai: Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier in Reims.

9.Mai: Um den Beitrag der Roten Armee an der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zu würdigen, wird im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile nochmals unterzeichnet. Hochrangige deutsche Militärs (Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Hans-Jürgen Stumpff) ratifizieren in Anwesenheit von Marschall Georgij Konstantinowitsch Schukow die Urkunde. Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches endet der Zweite Weltkrieg. Weltweit starben rund 60 Millionen Menschen, 35 Millionen wurden verletzt. Deutschland hatte fünf Millionen Tote zu beklagen. Allein in Berlin kamen 50.000 Menschen ums Leben. Bei Kriegsende befinden sich mehr als elf Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft: 3,8 Millionen sind in US-amerikanischer, 3,7 Millionen in britischer und 3,2 Millionen in russischer Gefangenschaft. Berlin vereinigte ein Siebtel der Trümmermassen ganz Deutschlands auf sich: 75 Millionen Kubikmeter Schutt bedeckten die Stadt. 612.000 Berliner Wohnungen sind vollkommen zerstört.


22. Mai: In Flensburg werden Karl Dönitz und die gesamte noch auf Hitlers Wunsch eingesetzte "geschäftsführende Regierung" verhaftet.


5. Juni: Der alliierte Kontrollrat, bestehend aus den Oberbefehlshabern der Besatzungstruppen, übernimmt die oberste Regierungsgewalt in Berlin.


Im Aufbau-Verlag erschienen: Knapp 700 Seiten Berliner Geschichte von Anthony Read und David Fisher
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Im Aufbau-Verlag erschienen: Knapp 700 Seiten Berliner Geschichte von Anthony Read und David Fisher

9. Juni: Einsetzung von Militärregierungen in den Besatzungszonen. Es entsteht ein umfangreicher Behördenapparat zur Kontrolle des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens.


10. Juni: Lange vor den westlichen Alliierten erlauben die Sowjets die Gründung von Parteien in ihrer Besatzungszone.


26. Juni: Gründung der Vereinten Nationen (Uno), 51 Staaten unterzeichnen die Uno-Charta.


17. Juli: 1945: Beginn der Potsdamer Konferenz der Siegermächte. Die Alliierten einigen sich über ihre Reparationsansprüche gegenüber Deutschland und beschließen die Entmilitarisierung und Entnazifizierung des Landes. Ein internationales Militärtribunal soll über die Hauptverantwortlichen des Hitler-Regimes befinden. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße werden zunächst unter sowjetische und polnische Verwaltung gestellt. Man einigt sich auf die Überführung der in Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei verbliebenen deutschen Bevölkerung nach Rest-Deutschland.


20. November 1945 bis 1. Oktober 1946: Nürnberger Prozesse.



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