15.387 Windanlagen surren auf Deutschlands Äckern. Fast dreißigmal so viel wie 1990, und quer durch die Republik wächst der Widerstand gegen die Verspargelung durch immer mehr Windräder. Ökonomisch macht ein weiterer Ausbau wenig Sinn: Er würde Milliarden an Fördergeldern verschlingen, doch der Nutzen für die Umwelt wäre nur gering.
Der Ausbau der Windparkanlagen, Prestigeprojekt der Bundesregierung und Erbe aus CDU/CSU-Zeiten, soll Deutschland zum weltweiten Vorzeige-Superland der alternativen Energie-Gewinnung machen. Schon jetzt ist es Weltmeister, und die Stromausbeute soll bis 2010 sogar noch verdoppelt werden.
Verdruss regt sich nicht nur bei vielen Bürgern, die sich durch die Ungetüme akustisch wie optisch gestört fühlen, sondern ironischerweise auch bei Umwelt- und Landschaftsschützern. Dazu kommt, dass im Windschatten der Anlagen auch die Korruption zu blühen beginnt.
Im XXP-Studio diskutiert Moderatorin Annika de Buhr mit dem Umweltaktivisten Hermann Scheer und Fritz Vahrenholt, SPD-Energie-Experte sowie Vorstandsvorsitzender von Repower Systems über den Windmühlen-Wahn.
Sendetermin: Montag, 29. März, 22.50 Uhr, XXP
Gäste im Studio
Hermann Scheer, Umweltaktivist
Der SPD-Politiker, Publizist (u.a. Herausgeber von "Windiger Protest. Konflikte um das Zukunftspotential der Windkraft") und Befürworter erneuerbarer Energien bekam 1999 den Alternativen Nobelpreis. Zudem ist er Präsident von Eurosolar, einer überparteilichen europäischen Sonnenenergie-Vereinigung. Außer dem Sonnenstrom liegt ihm auch die Förderung von Windparks am Herzen, wenn auch nicht unbedingt die von Offshore-Anlagen. Dass diese "kosteneffektiver sind, ist bisher nicht erwiesen. Die Kosten für den Anschluss ans Stromnetz, für Wartung und Material sind höher", sagt Scheer.
Moderation
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