Boris Becker und Ex-Frau Barbara: Auch Prominente sind vor Rosenkrieg und Trennungstrauma nicht gefeit
Über 400.000 Partner mit mehr als 170.000 Kindern waren im vergangenen Jahr von einer Scheidung betroffen. Neue Studien zeigen, dass neben Kindern vor allem die Männer unter der Trennung und deren Folgen leiden. Bereits in der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die üblichen "Väter sind Täter"-Schemata bei der Bewältigung realer Scheidungsdramen nur wenig hilfreich sind. Seit geraumer Zeit gehen benachteiligte Väter auf die Barrikaden, organisieren sich in Gruppen und versuchen, auf ihre Problematik aufmerksam zu machen.
Auf Dutzenden von Websites offenbaren heute zum Erzeuger degradierte Ex-Familienväter ihre Geschichten zwischen finanziellem Ruin und Trennungsschmerz. Die von Frauen verlassene, den eigenen Kindern fremd gewordene und durch Unterhaltszahlungen in die Armut getriebene Männer klagen ihr Leid. Viele sehen sich als Scheidungsopfer, versuchen, der "lebenslangen Unterhaltsknechtschaft" zu entkommen. Die Alimentierung der Ex-Ehefrau quasi bis zum Tode mache es geschiedenen Männern nahezu unmöglich, Kinder aus einer neu geschlossenen Ehe zu versorgen, monieren die Väter.
Der Vorsitzende des Deutschen Familiengerichtstages, Gerd Brudermüller, fordert jetzt, die so genannte Lebensstandardgarantie für ehemalige Ehegatten "müsse überdacht werden". Auch Bundesjustizministerin Zypries bekannte unlängst beim Deutschen Juristentag in Bonn, in diesem Punkt klaffe tatsächlich eine Gerechtigkeitslücke. Die Sozialdemokratin kündigte an, sie werde im Mai dem Kabinett eine Vorlage mit entsprechenden Änderungen präsentieren - zu Gunsten der Kinder, zu Lasten vieler Ex-Ehefrauen.
Ist die Benachteiligung deutscher Männern in Scheidungsverfahren tatsächlich die Regel? Sind die wirtschaftlichen Folgen für die Unterhaltszahler tatsächlich so bedrohlich? Wie kann die rechtliche Situation für die Betroffenen verbessert werden? Im XXP-Studio diskutiert SPIEGEL-Redakteur Markus Verbeet mit dem Anwalt für Familienrecht Eckhard Benkelberg, der Bestsellerautorin Barbara Bierach und dem Psychotherapeuten Herbert Pagels.
Sendetermin: Montag, 29. November, 23 Uhr, XXP
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