Mathematik Die Magie der Zahlen

Für viele ist und bleibt es das Horrorfach schlechthin: Mathematik. Im XXP-Studio diskutieren Experten über unverbesserliche Rechennieten, den Pisa-Schock und Wege aus dem Zahlendschungel.


Der Bremer Lehrer Peter Lankenau erklärt Schülern der 9. Klasse Mathematik-Aufgaben
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Der Bremer Lehrer Peter Lankenau erklärt Schülern der 9. Klasse Mathematik-Aufgaben

Vorsicht Zahlen: Bis heute ist "Mathe" für die Mehrheit der Schüler noch immer das am meisten mit Angst besetzte Fach. Zwar konnten sich die deutschen Schüler in der zweiten Pisa-Studie der OECD insgesamt verbessern. Im Bereich Mathematik liegen sie jedoch mit Platz 19 noch immer weit hinter der Ex-Kronkolonie Hongkong (Platz 1) und Ländern wie Finnland (2), Südkorea (3) oder den Niederlanden (4). Dabei zielten die Fragen, welche die Pisa-Prüfer in 1500 deutschen Schulen verteilten, keineswegs auf das sture Abspulen von Formeln. Im Gegenteil: Die Schüler sollten vor allem zeigen, ob sie in der Lage sind, die Rolle der Mathematik im täglichen Leben zu erkennen.

Nachdem Pädagogen und Wissenschaftler bei Lernschwächen jahrzehntelang den Fokus auf Schreibschwächen wie Legasthenie legten, rückt jetzt die so genannte Dyskalkulie, eine Rechenschwäche bei ansonsten gutem Leistungsniveau, in den Blickpunkt der Forscher. Weil die Schule für so genannte Zahlenblinde schnell zum Alptraum wird, sollen dem mathematischen Analphabetismus jetzt mit neuen Strategien beigekommen werden.

Pisa 2003 - Ländervergleich Mathematik
DER SPIEGEL

Pisa 2003 - Ländervergleich Mathematik

Bereits vor vier Jahren hatten Bund und Länder ein Programm "zur Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" ins Leben gerufen. 1998 waren knapp 200 Sekundarstufen mit dem Modellversuch "Sinus" gestartet - einem didaktischen Programm, das einen lebendigen und praxisnahen Matheunterricht garantieren soll. Erfahrungen aus der gezielten "Zahlenarbeit" mit Kindern und Jugendlichen im Mathematikmuseum Gießen zeigen, dass Schüler durchaus empfänglich sind für lustvoll inszenierte Mathematik. In Japan hat die methodologische Verquickung von sturem Akkordrechnen und gemeinschaftlichem Knobeln offenbar bereits Früchte getragen: Die Schüler aus Nippon kämpften sich immerhin an Platz sechs der Pisa-Hitliste im Fach Mathematik.

Doch welche Lehrstrategien könnten hier zu Lande dazu beitragen, den Spaß am Rechnen neu zu entdecken? Woher kommt es, dass die Mathematik noch immer ein Fachgebiet für Eingeweihte ist? Wie kann man der Angst vor der Formel beikommen? Im XXP-Studio diskutiert SPIEGEL-Redakteur Johann Grolle mit dem Geometrie-Professor Albrecht Beutelspacher, der Schulleiterin Brigitte Heink und dem Professor für Mathematikdidaktik Peter Baptist.

Sendetermin: Montag, 6. November, 23.25 Uhr, XXP

Gäste im Studio

DPA
Albrecht Beutelspacher, Professor für Geometrie
Albrecht Beutelspacher wurde 1950 in Tübingen geboren. Er studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Tübingen. 1982 bis 1985 lehrte er an der Universität Mainz, bevor er begann, für die Siemens AG in München zu forschen. Seit 1988 ist Beutelspacher Professor für Geometrie und Diskrete Mathematik am Mathematischen Institut der Universität Gießen, seit 2002 auch Direktor des Mathematikums in Gießen - dem ersten mathematischen Mitmachmuseum der Welt. Unter dem Motto "Mathematik zum Anfassen" laden der Wissenschaftler und sein Team hier Kinder und Jugendliche dazu ein, selbständig mathematische Experimente durchzuführen und mathematische Phänomene spielerisch zu erleben.

Außerdem im Studio:

Brigitte Heink, Schulleiterin
Peter Baptist, Professor für Mathematikdidaktik


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Moderation

Matthias Ziemann, SPIEGEL TV



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