Wie der BND Journalisten bespitzelt und benutzt: Die Schnüffler vom Dienst

Erst vor wenigen Tagen gratulierte die Kanzlerin dem BND zum 50. Jubiläum, da erschüttert eine neue Affäre den Dienst: Weil er Verräter in den eigenen Reihen suchte, ließ er Redaktionen ausspionieren. Bei XXP diskutieren Experten über den Angriff auf die Pressefreiheit.

Sendetermin: Montag, 22.05.2006, 23.35 - 00.25 Uhr, XXP

Es gehört sicher zu den schockierendsten Erkenntnissen dieser neuen Geheimdienst-Affäre, dass der Bundesnachrichtendienst, womöglich mit Deckung von ganz oben, jahrelang so ungehemmt gegen Journalisten vorgegangen ist, als wäre es ihm beinahe gleich, in welcher Staatsform er seine Arbeit verrichtet.

BND-Zentrale in Pullach: Nimm, was du kriegen kannst
REUTERS

BND-Zentrale in Pullach: Nimm, was du kriegen kannst

Die Spielregeln des BND, so sieht es nun aus, waren im Zweifel nicht die 146 Artikel des Grundgesetztes, sondern die Grundregeln aller Geheimdienste: Nimm, was du kriegen kannst, egal wie. Und halte dicht, solange es eben geht.

Als Mitte der neunziger Jahre klar wurde, dass der BND in den eigenen Reihen mindestens ein Leck hatte, vermutlich sogar eine ganze Reihe, beschloss der Apparat, die Maulwürfe im Dienst ausfindig zu machen, indem er sich an die Abnehmer der Informationen heranmachte: die Journalisten. Doch unter ihnen gibt es nicht nur Opfer. Denn einige ließen sich darauf ein, die eigenen Kollegen zu bespitzeln. Es ist eine Affäre des BND – aber auch des Journalismus.

Im XXP-Studio diskutiert Janita Hämäläinen (SPIEGEL TV) mit Eric Gujer, Neue Zürcher Zeitung, Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte und Holger Stark, DER SPIEGEL.

Gäste im Studio:

Eric Gujer, Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in Berlin

Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte und Publizist

Holger Stark, DER SPIEGEL

Außerdem im Studio:

Moderation: Janita Hämäläinen, SPIEGEL TV

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