Es gehört sicher zu den schockierendsten Erkenntnissen dieser neuen Geheimdienst-Affäre, dass der Bundesnachrichtendienst, womöglich mit Deckung von ganz oben, jahrelang so ungehemmt gegen Journalisten vorgegangen ist, als wäre es ihm beinahe gleich, in welcher Staatsform er seine Arbeit verrichtet.
Die Spielregeln des BND, so sieht es nun aus, waren im Zweifel nicht die 146 Artikel des Grundgesetztes, sondern die Grundregeln aller Geheimdienste: Nimm, was du kriegen kannst, egal wie. Und halte dicht, solange es eben geht.
Als Mitte der neunziger Jahre klar wurde, dass der BND in den eigenen Reihen mindestens ein Leck hatte, vermutlich sogar eine ganze Reihe, beschloss der Apparat, die Maulwürfe im Dienst ausfindig zu machen, indem er sich an die Abnehmer der Informationen heranmachte: die Journalisten. Doch unter ihnen gibt es nicht nur Opfer. Denn einige ließen sich darauf ein, die eigenen Kollegen zu bespitzeln. Es ist eine Affäre des BND – aber auch des Journalismus.
Im XXP-Studio diskutiert Janita Hämäläinen (SPIEGEL TV) mit Eric Gujer, Neue Zürcher Zeitung, Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte und Holger Stark, DER SPIEGEL.
Gäste im Studio:
Eric Gujer, Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in Berlin
Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte und Publizist
Holger Stark, DER SPIEGEL
Außerdem im Studio:
Moderation: Janita Hämäläinen, SPIEGEL TV
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