Rauchen: Das Ende der Toleranz

Fast alle Industrieländer kämpfen mit Rauchverboten gegen die Zigarettenplage. Nur die sonst so gesundheits- und umweltbewussten Deutschen lassen sich weiter vollqualmen. Bei XXP diskutieren Experten über die falsche Rücksicht auf Raucher und Tabakindustrie.

Sendetermin: Montag, 12.06.2006, 23.35 - 00.25 Uhr, XXP

Kein Zweifel: Der Zeitgeist ist ein Nichtraucher. Nur ein Land lässt sich nicht beirren. Deutschland bleibt das Raucherparadies für die einen, für die anderen die ewig miefende Dunstglocke. Hier allein sind noch die Litfasssäulen voller Zigarettenwerbung, die Kneipentische voller Aschenbecher – und die Menschen voller Arglosigkeit angesichts einer Suchtdroge, die allein in diesem Land jedes Jahr bis zu 140.000 Menschen tötet, weit mehr als Alkohol, Aids, Heroin und Straßenverkehr zusammen.

Deutschland bleibt das Raucherparadies. Ist Rauchen ein Bürgerrecht?
REUTERS

Deutschland bleibt das Raucherparadies. Ist Rauchen ein Bürgerrecht?

Außerhalb Deutschlands haben aufgeklärte Nichtraucher keine Lust mehr, sich vergiften zu lassen. Gegen alle Widerstände jagen sie den Rauchern die Lufthoheit über die Innenräume wieder ab. In Deutschland jedoch bemäkeln sogar viele Nichtraucher so ein Vorgehen als „zu radikal“, „typisch amerikanisch“ oder gar als „hysterisch“. Raucher, so ist hier oft zu hören, hätten ein Recht auf Rücksichtnahme und Toleranz; Rauchen sei ein Bürgerrecht. Kaum jemand fragt: Warum eigentlich?

Damit das so bleibt, investieren die Tabakkonzerne und ihre Lobbyisten Millionen in Imagekampagnen und den direkten Kontakt mit Abgeordneten, Ministern und Kanzlern. In Deutschland haben die Zigarettenindustrie und ihre Lobbyisten seit mehr als 30 Jahren mehr Einfluss auf die gesellschaftliche Elite und auf Politiker als in jedem anderen Land der Welt.

In dem Land, das so stolz ist auf seine sauberen Schornsteine, findet der Wunsch nach gleichermaßen ungefährlicher Innenluft keine Mehrheit.

Im XXP-Studio diskutieren Corianna Lampadius (SPIEGEL TV) und Marco Evers (DER SPIEGEL) mit Sabine Bätzing (SPD, Drogenbeauftragte der Bundesregierung), Dr. Annette Bornhäuser (Gesundheitswissenschaftlerin) und Ilona Luttmann (Tabak-Lobbyistin).

Gäste im Studio:

Sabine Bätzing, SPD, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, MdB

Dr. Annette Bornhäuser, Gesundheitswissenschaftlerin und Koordinatorin der Kampagne "Rauchfreie Fußballweltmeisterschaft 2006"

Ilona Luttmann, verantwortlich für Industriepolitik bei British American Tobacco (BAT)

Marco Evers, DER SPIEGEL

Außerdem im Studio:

Moderation: Corinna Lampadius, SPIEGEL TV

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