Adolf Eichmann (1961)
Als Leiter des Referats "Judenangelegenheiten und Räumung" im Reichssicherheitshauptamt organisierte er die systematische Ausrottung eines ganzen Volkes. Der so unscheinbar wirkende Mann zeigte dabei typisch deutsche Tugenden: Gehorsam führte er alle Befehle aus, pünktlich ließ er die Deportationszüge rollen, bescheiden spielte er sich nicht in den Vordergrund, so dass er nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes noch fünf Jahre in Deutschland unerkannt leben konnte. Ein Mann "schrecklich und erschreckend normal", wie die Philosophin Hanna Arendt später schrieb. Doch Eichmann war mehr als nur ein Schreibtischtäter. Zeitzeugen beschreiben ihn als machtbewussten, kalten SS-Offizier, den nur die täglichen Vertreibungszahlen interessierten. Mitleid kannte er nicht. 1950 gelang ihm die Flucht nach Argentinien - in das Land, in dem viele Kriegsverbrecher Zuflucht gesucht hatten. Zehn Jahre lang lebte und arbeitete er unter dem Namen Ricardo Clement unentdeckt in Buenes Aires. Doch israelische Geheimagenten spürten ihn schließlich auf und entführten ihn nach Israel. Dort wurde er vor Gericht gestellt, im Dezember 1961 zum Tode verurteilt und ein halbes Jahr später hingerichtet.
Die Autoren Dan Setton und Daniel Paran dokumentieren die Flucht Adolf Eichmanns, sein Leben in Argentinien, die jahrelange Suche des israelischen Geheimdienstes Mossad und schließlich die Entführung Eichmanns nach Israel.
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