Der "Schlächter von Plaszow" KZ-Kommandant Amon Göth

Nachdem er in den drei Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka Erfahrung gesammelt hatte, übernahm der SS-Sturmführer im Februar 1943 das Kommando über das neu errichtete KZ Plaszow. Kaum ein Häftling überlebte länger als vier Wochen unter dem Terrorregime des gefürchteten Massenmörders.


Zu den morgendlichen Beschäftigungen des Lagerkommandanten gehörte es, mit einem Präzisionsgewehr auf arbeitende Häftlinge zu schießen. Besonderes Vergnügen bereitete es ihm, seine zwei Doggen auf Inhaftierte zu hetzen und sie von den Hunden zerreißen zu lassen. Mindestens 500 Menchen hat er eigenhändig umgebracht.

KZ-Kommandant Amon Göth
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KZ-Kommandant Amon Göth

Der Wiener Amon Göth, Jahrgang 1918, war schon 1930 in die österreichische nationalsozialistische Partei eingetreten. Nachdem er aus Österreich geflohen war, da im Zusammenhang mit verschiedenen Sprengstoffanschläge nach ihm gefahndet wurde, begann er seine steile Karriere in der SS.

Aufgrund seines Fanatismus und seiner Rücksichtslosigkeit erwarb er sich schnell den Ruf eines Vorzeigeoffiziers der SS. Ende 1942 führte er die endgültige Liquidierung des Krakauer Ghettos durch, bei der Zehntausende Juden in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Als Kommandant von Plaszow erwarb er sich nicht nur den Beinamen "Schlächter von Plaszow", er bereicherte sich auch durch Bestechung und Schwarzmarktgeschäfte. Er fiel bei den Nazis in Ungnade. Im Herbst 1944 wurde er schließlich verhaftet. Bevor es zum Gerichtsverfahren kam, war der Krieg zu Ende.

Die Amerikaner, die Göth im SS-Sanatorium in Bad Tölz gefangen genommen hatten, lieferten ihn nach Polen aus. Nach einem Gerichtsverfahren vor dem höchsten polnischen Gericht, in dem er schuldig gesprochen wurde, für den Tod von Zehntausenden von Menschen die Verantwortung zu tragen, wurde er 1946 gehängt.



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