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Die Speicherstadt

Eine Grenze mitten in der Großstadt - was in der Speicherstadt gelagert wird, muss erst noch durch den Zoll.
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Genau so stellt man sich vor, soll eine Grenzstation aussehen, auch wenn der Anblick mitten in einer Großstadt für Ortsfremde etwas überraschend kommt. Die Entstehung hat natürlich eine Geschichte: Als die Freie und Hansestadt Hamburgs 1882 dem Deutschen Zollverein beitrat, hatte sie ein Problem. Denn auf dem Gelände der Hansestadt lagerten riesige Mengen kostbarer Waren, für die nun auf einen Schlag Unsummen an Zoll fällig gewesen wären, was die reichen Händler, die sogenannten Pfeffersäcke, ruiniert hätte. Also wurde eine Sonderkondition ausgehandelt - ein Areal zur Lagerung der Waren, das quasi Ausland ist, so dass der Zoll nicht auf einmal fällig wird, sondern nach Bedarf, also wenn die verkaufte Ware das Gelände verlässt.

Um dies möglich zu machen, wurde das Wohngebiet



Panorama: Stephan Morgenstern
Text: Erla Bartmann

auf der gut abgrenzbaren Brookinsel abgerissen - insgesamt 24 000 Menschen standen auf der Straße - und 30 000 Quadratmeter Grund mit Warenspeichern bebaut, die 300 000 Quadratmeter Lagerfläche boten. Alle mit relativ einheitlichen neugotischen Fassaden und aus Backsteinen. Der architektonische Stil nennt sich "Hannoversche Schule". Wer heute, vor allem des nächtens, durch die von Fleeten durchzogene Speicherstadt geht, hat eher den Eindruck die Bauvorlagen stammen aus Transsylvanien. Gehen muss der Besucher schon deshalb, weil nachts die Grenzstation an der Kornhausbrücke nicht besetzt und deshalb für den Autoverkehr gesperrt ist. Die Seitenpforte bleibt allerdings für Fußgänger geöffnet. Wer also Waren aus der Speicherstadt schmuggeln will, kann dies im Schutze der Dunkelheit tun. Auch Fahrräder und Schubkarren passen übrigens bequem durch die Öffnung.
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F E N S T E R   S C H L I E S S E N