Frisurenikone Die Erfinderin des Beehive ist tot

Die von Margaret Vinci Heldt erfundene Hochsteckfrisur ließ Frauen wie Audrey Hepburn und Amy Winehouse über sich hinauswachsen - und machte Haarspray zum meistverkauften Kosmetikprodukt. Nun ist die Trendsetterin gestorben.

AP

"Mir ist egal, was Ihr Ehemann vom Hals abwärts macht, aber ich will nicht, dass er Sie oberhalb des Halses anfasst", gab Margaret Vinci Heldt ihren Kundinnen mit auf den Weg, wenn sie ihren Chicagoer Friseursalon verließen. Denn auf dem Hinterkopf der Damen thronte dann meist eine etwa zehn Zentimeter hohe Steckfrisur: der Beehive.

Der Name stammt zwar von einem Redakteur eines Frisurenmagazins, aber die von der Form an einen Bienenstock erinnernde Kreation aus toupiertem Haar, Haarspray und Nadeln war die Erfindung von Margaret Vinci Heldt. Im Februar 1960 veröffentlichte die Zeitschrift Bilder des Haarturms, wenig später trug ihn Audrey Hepburn in "Breakfast at Tiffany's".

Andere Stars waren genauso begeistert von dem Look: Jackie Kennedy, Brigitte Bardot, Aretha Franklin und Barbra Streisand hatten die Haare hoch. Auch die komplette Besetzung der Ronettes - die einzige Girlband, die mit den Beatles auf Tour war - kennt man nur mit um ein Haarkissen gewickeltem Deckhaar. Der Haarspray-Absatz in den USA zog entsprechend an. 1964 löste es Lippenstift als meistverkauftes Kosmetikprodukt ab.

Der Legende nach hatte Heldt die Idee zu der Frisur, als sie einen schwarzen Samthut sah. Angeblich setzte sie sich noch in der Nacht, während ihre Familie schlief, an ihren Friseurkopf im Wohnzimmer und begann hochzustecken. Manche sehen die Vorlage eher in den gepuderten Perücken des 18. Jahrhunderts.

Comeback dank Amy Winehouse

Der Beehive war vor allem bei kleinen Frauen beliebt, da er sie größer erscheinen ließ. Doch spätestens Ende der Sechzigerjahre war es vorbei mit dem Trend. Nun war der wilde Look der Blumenkinder gefragt. Populär wurde Heldts Frisur erst wieder 2007, als Soulsängerin Amy Winehouse damit ihren Retrochic krönte.

Karl Lagerfeld weiß ebenso um den Sexappeal dieser Frisur. Die Models bei seiner Chanel-Show im Dezember 2007 trugen alle Heldts Look, dekoriert mit Juwelen. Seitdem wird der Beehive wieder häufiger über den roten Teppich getragen. Doch während früher die Regel galt: the bigger, the better, setzen die meisten Trägerinnen nun eher auf Understatement.

Am vergangenen Freitag ist die Frau, der die Welt diese ikonische Frisur verdankt, an Herzversagen gestorben. Wie die New York Times unter Berufung auf die Tochter von Margaret Vinci Heldt berichtet, wurde sie 98 Jahre alt. Sie lebte zuletzt in Elmhurst, Illinois.

löw mit Material von dpa/Reuters



insgesamt 1 Beitrag
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hein_blöd 14.06.2016
1. Die wohl wichtigsten Protagonisten des Beehive
mit den schönsten Frisuren waren meiner Ansicht nach die Damen Kate Pierson und Cindy Wilson von der Rockband B-52s!
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