Ins Zimmer geblickt So wohnen kreative Berliner

Designer, Maler, Tätowierer, Autoren, Bildhauer, Künstler: Alessandra Mannisi porträtiert kreative Menschen in ihren Wohn- und Arbeitsräumen. Intime Orte als bizarre Wimmelbilder - zu entdecken gibt es reichlich.

Alessandra Mannisi

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Berlin gilt als Sammelbecken für Künstler und Kreative. Wer würde nicht gern wissen, wie diese Menschen wohnen, die ihr Leben ganz der Kunst widmen? Für ihre Serie "Souls in a Box" besucht die Fotografin Alessandra Mannisi seit fünf Jahren einige von ihnen in ihrem Zuhause und lichtet sie in ihren Wohnzimmern, Küchen oder auf dem Bett ab.

"Außergewöhnliche Menschen faszinieren mich. Ich möchte einen Einblick in ihr Leben gewinnen, einen Teil ihrer Geschichte erzählen", sagt die Fotografin, die ursprünglich aus Sardinien stammt, jetzt aber in Berlin lebt. Die Wohnung als intimer Ort, mit all den Details, den Erinnerungen an den Wänden und den eigenen Werken und Sammlungen der Künstler, stellt für Mannisi einen Spiegel der Persönlichkeit dar.

Passende Kandidaten zu finden, sei der schwierigste Part ihres Projekts. Anfangs fotografierte sie Freunde oder deren Bekannte, mittlerweile bekommt sie auch viele Anfragen. "Die meisten sind aber zu 'normal' und nicht geeignet", findet sie. Sie suche einzigartige kreative Leute, die in extremen, detailreichen und bizarren Räumen leben oder arbeiten. Alter, Nationalität, soziale Herkunft oder Kunstrichtung würden dabei keine Rolle spielen.

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Skurrile Wohnungen in Berlin: Lebe lieber ungewöhnlich

Mannisis Protagonisten leben in Berlin, viele von ihnen stammen aber aus anderen Ländern. Bei ihrem Fotoshooting sollen die Menschen anziehen, was sie wollen, möglichst sie selbst sein. Der Amerikaner Stephan kleidete sich ganz in schwarz und setzte sich im Lotussitz auf seine Matratze, die Künstlerin Sophie Soni entschied sich für ein weites, weißes Gewand.

Ein bisschen funktionieren Mannisis Fotos wie Suchbilder: Was gibt es Kurioses zu entdecken? Details wie ein antiker Vogelkäfig, der von der Decke baumelt, Hunderte kleiner Stofftiere, die in Regalen stehen, ein Tierschädel, der an der Wand hängt: Sie alle bilden eine Sammlung an Erinnerungen, Träumen, Obsessionen und Standpunkten der Menschen. Es sind faszinierende Lebensräume, die für die meisten Menschen wohl zu schrill wären.

Um ihre Sammlung auf 100 zu vervollständigen und einen Bildband zu veröffentlichen, sucht Mannisi noch nach weiteren Künstlern und kreativen Menschen, die in solch einzigartigen Wohnungen leben. Wer sich porträtieren lassen möchte, kann sich bei ihr melden. Der letzte Raum, den sie ablichtet, soll allerdings ihr eigenes Zimmer sein: ein "geordnetes Chaos mit seltsamen Schätzen".

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