Designhaus in San Francisco Das kleine Schwarze für 9000 Euro Miete

Ein Traum für Singles und junge Familien: Der Architekt Stephen Phillips hat in San Francisco zwei moderne Maisonettewohnungen geschaffen, samt Dachterrasse und schicker Fassade. Richtig groß ist das Objekt nicht - Geld braucht man trotzdem.

Tim Griffith/ Stephen Phillips Architects

In unsere Artikelserie "Die Heimsuchung" stellen wir Ihnen in loser Folge außergewöhnliche Immobilien vor, die zum Verkauf stehen, gerade gebaut oder geplant werden oder die einfach nicht von dieser Welt sind. Heute empfehlen wir Ihnen in unserem Steckbrief: "Black Mass", Linden Street, San Francisco, USA.

Wohnraum in San Francisco ist rar und vor allem teuer. Der Auftrag für den Architekten Stephen Phillips und seine Kollegen lautete deshalb, auf einer recht kleinen Fläche zwei luxuriöse Apartments unterzubringen. Diese Herausforderung haben sie mit dem "Black Mass" getauften Projekt äußerst ansprechend gelöst. In dem kleinen dreistöckigen Haus in der Linden Street liegen gleich zwei jeweils doppelstöckige Wohnungen, die durch ihre offene Konstruktion größer wirken, als sie eigentlich sind. Für 1,7 Millionen Euro hat das Team um Phillips die Wohnträume auf kleinstem Raum wahr werden lassen - das treibt die Baukosten pro Quadratmeter auf 4463 Euro.

Im Gegensatz zu den für San Francisco typischen viktorianischen Häusern fällt das Gebäude mit seiner schwarzen Zinkfassade und den großen Fenstern sofort auf. Beide Wohnungen verfügen über einen Erker mit Blick auf die Straße. Die Fensterbänke dienen gleichzeitig als gemütliche Sitzgelegenheit vor den Kaminen, über die beide Wohnungen verfügen.

Die untere Wohneinheit betritt man über einen offenen Wohn- und Essbereich. Daran schließt das Schlafzimmer an, von dem ein Bad und ein Ankleideraum abgehen. Über das nach hinten gelegene Schlafzimmer erreicht man auch den kleinen Garten im Hinterhof. Im zweiten Geschoss sind ein weiteres Zimmer und ein Gäste-WC untergebracht. Verbunden sind die beiden Bereiche durch eine Wendeltreppe.

Die zweite Etage teilen sich die Apartments. Hier sind auch das Wohnzimmer, das Gäste-WC und ein Raum der oberen Wohnung. Das Wohnzimmer und die darüber liegende Wohnküche sind über eine Treppe und eine gemeinsame Fensterfront miteinander verbunden. Eine kleine Galerie im Obergeschoss vergrößert die beiden Räume optisch. Die Bewohner der oberen Wohnung haben zwar keinen Gartenzugang, aber dafür einen Balkon und eine Dachterrasse.

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13  Bilder
"Black Mass" in San Francisco: Design-Doppelhaus

Lage: Linden Street, San Francisco, Kalifornien.

Zimmerzahl: Zwei Wohnungen mit jeweils drei Zimmern, Bad und Gäste-WC

Garten: Einen richtigen Garten gibt es nicht, aber einen kleinen Hinterhof für die Wohnung im unteren Teil des Hauses. Die Bewohner der oberen Stockwerke schnappen Luft auf einem Balkon oder der Dachterrasse.

Extras: Jeweils ein Erker mit Sitzbank und Kamin.

Stilfaktor: Für die Einbauten verwendete Phillips Teakholz, für die Bäder und Arbeitsplatten Marmor und Beton. Der Holzboden ist aus gebleichter Eiche. Die Kamine und die Treppengeländer sind aus demselben Zink gefertigt wie die Hausverkleidung. Schöner kann man in San Francisco wohl kaum wohnen.

Neidfaktor: Die schwierigste Frage lautet wohl, in welche Wohnung man lieber einziehen würde.

Wer fühlt sich hier wohl? Singles oder Paare mit höchstens einem Kind.

Unbedingt mitbringen! Liebenswerte Nachbarn.

Nachbarn: Die Gegend um die Linden Street ist eine Mischung aus Geschäfts- und Wohngebiet. Hier findet sich sicher jemand, den Sie mit ihrer Bude beeindrucken können.

Unterhalt: Die Mietpreise von San Francisco übertreffen mittlerweile selbst die in New York. Da überrascht es nicht, dass auch die "Black Mass"-Apartments kein Schnäppchen sind: Rund 9000 Dollar kostet das luxuriöse Wohnvergnüngen im Monat.

Altersgerechtes Wohnen: Fürs Alter ist diese Behausung nichts. In beiden Wohnungen müssen die Bewohner mehrmals am Tag Treppen steigen.

Weitere Infos: Stephen Phillips Architects

löw

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
globaluser 29.11.2016
1. Die Kosten einmal nicht beachtend,
finde ich es chic, aber man könnte dann auch noch Glas einsetzen, das einem den Blick auch Außen gewährleistet, aber den Blick ins Innere negiert. Gibt es, ist aber noch relativ teuer. OK, hat man ja vielleicht gemacht, nur auf den Fotos nicht gezeigt.
Newspeak 29.11.2016
2. ...
Es schaut schon interessant aus, und klar, die Serie stellt vor allem teure Objekte vor, aber eigentlich kann doch teuer bauen jeder. Es wäre viel interessanter, dieselbe Optik und Wohnqualität für unter einer Million hinzubekommen. Das wäre auch mal eine wirkliche Herausforderung an Architekten. Und nebenbei auch praxisbezogener, wenn man mal daran denkt, wozu und für wen eigentlich vor allem Wohnungen gebaut werden sollten.
Sandbänker 29.11.2016
3. In einem seriösen Artikel
würde man die Größe der Wohnungen in Quadratmetern angeben.
luisemarie_keck 29.11.2016
4.
Das Internet sagt 4200 Quadratfuß was wohl 390 qm entspricht. Die Aufteilung der beiden Wohnungen ist ungefähr 1:2. Ich weiß nicht, ob teuer wohnen auch anders geht, aber schön wohnen geht es mit Sicherheit. Interessante Fassade, ein paar ungewöhnliche Details, aber sonst ungemütliche Leere, nicht mal sonderlich geräumig wirkende Räume und der Charme einer hochwertigen Jugendherberge. Nicht meins.
kalim.karemi 29.11.2016
5. Preiswert
Jedenfalls für SF. Kann mir vorstellen, für ähnliches in Berlin fast ebensoviel aufgerufen wird. Das schlimme, es gibt deppen die das zahlen, in SF kann ich das noch verstehen, ist ja auch eine geile Stadt.
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