Stilklassiker: Ikonen aus TV-Serien Captain Kirk im Schlafanzug

Was wäre Walter White ohne seinen Hut, Hannibal ohne seine Anzüge, Daenerys Targaryen ohne ihre Zöpfe und Kirk ohne seinen Pyjama? Wie Kleider Serienikonen schaffen, die dann in unser Unterbewusstsein kriechen, erklärt Benjamin Maack.

HBO/ Sky

In der Reihe "Stil-Klassiker" präsentiert SPIEGEL ONLINE Schätze aus dem Stil-Archiv. Dieser Artikel erschien zuerst im September 2015.

Ja, Captain Kirk trug auf seinen Weltraumexpeditionen einen Schlafanzug. Und ja, würde uns Walter White mit Glatze, dicker Brille und seiner blassbeigen, verbeulten Jacke in der Fußgängerzone entgegenkommen, würden wir wohl kaum denken, dass der Typ eine Stilikone ist. Dennoch kennen wir die Looks unserer liebsten Serienstars fast so gut wie unseren eigenen Kleiderschrank. Vermutlich, weil sie für uns untrennbar mit unserer Wahrnehmung der Charaktere verschmolzen sind.

Captain Kirks Schlafanzug erinnert uns daran, wie wir selbst als Kinder - vielleicht im Pyjama, vielleicht unter einem Klebeleuchtsternhimmel - in unserer Fantasie Ausflüge in weit, weit entfernte Galaxien unternommen haben. Und so scheint Kirks Schlafanzug zu sagen: "Raumschiff Enterprise" führt euch in eine Welt, die so aufregend ist, dass ihr sie vor der Serie das letzte Mal mit der wendigen Fantasie eines Kindes erblicken konntet. Und die Un-Mode von Bryan Cranston als Walter White in "Breaking Bad"? Fasziniert uns, weil sie eine Maske ist. Der zum menschlichen und moralischen Monster gewordene Ex-Chemielehrer versteckt sich hinter den Kleidern, die er trug, als er noch ein Mensch war.

Das sind keine besonders neuen Gedanken zum Thema. Ausstatter, Menschen, deren Beruf es ist, mit Kleidung Geschichten zu erzählen, werden sich diese Gedanken schon lange vor dem ersten Drehtag gemacht haben. Vielleicht schon beim ersten Fitting der Schauspieler. Aber sie erklären, warum die Looks von Seriencharakteren viele von uns so viel tiefer berühren und beeinflussen als die Mode auf Laufstegen: weil sie uns helfen, die Figuren und ihre Psychologie besser zu verstehen, weil sie den Charakteren mehr Tiefe verleihen und sie manchmal geschickt konterkarieren. So haben Serien uns nicht nur etliche Stilikonen beschert, sondern uns, ganz unbemerkt, gelehrt, aus Äußerlichkeiten Geschichten zu lesen - und mit unseren eigenen Kleidern Geschichten zu erzählen.

Wenn Figur und Kostüm eins werden - sehen Sie hier die prägendsten Looks des Serienfernsehens!

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Serienhelden mit Stil: Bekenntnisse aus den Kleiderschränken


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insgesamt 27 Beiträge
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Thorongil 15.09.2015
1. Bildunterschrift Bild von Capt. Kirk
"Weil das Uniformsystem so detailverliebt, logisch und ausgeklügelt war, trug es maßgeblich zum Look und zum Erfolg der Serie bei." Ein Trekker möchte anmerken, dass das Bild Cpt. James T. Kirk in seiner speziellen grünlichen Uniform zeigt, die eben gerade _nicht_ in das detailverliebte, logisch und ausgeklügelte Schema passt. Seine "normale" Uniform wäre goldfarben mit Captainsabzeichen auf den Ärmeln. In einigen Folgen trug er aber diesen grünlichen Fummel, den nur er hatte - ihm fehlen an den Ärmeln die Rangabzeichen. War wahrscheinlich William Shatners Ego zu verdanken...
SeasickSteve 15.09.2015
2. Nur ein Detail ...
... aber der Name lautet wohl "Bonnie Raitt" ...
catler 15.09.2015
3. Ich vermisse
Dittsche und seinen Bademantel
benske 15.09.2015
4. Einer fehlt!
Wohl keine andere Serienfigur war so mit seinen Anzügen verwachsen wie Barney Stinson aus HIMYM..
guidosschneider 15.09.2015
5. Das weiss doch jeder!
nicht grün, sondern gelb sind die Uniformen der Befehlshabenden. Tsss ... hat der Schreiberling und Nicht-Trekki aus einem Foto falsche Schlüsse gezogen ;-)
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