Ausbauen statt vollstellen So nutzen Sie Dachschrägen optimal

Wer Dachschrägen nicht als Mangel, sondern als das Besondere eines Raumes sieht, kann mehr schaffen als zusätzliche Ablagefächer. Tipps für den perfekten Stauraum und gemütliche Sitzecken.

Abgeschrägte, aber hohe Räume unterm Dach, lassen sich auch gut für ein kleines Büro nutzen.
TMN/ Schöner Wohnen Kollektion

Abgeschrägte, aber hohe Räume unterm Dach, lassen sich auch gut für ein kleines Büro nutzen.


Sie entstehen durch Dachkonstruktionen, eingesetzte Gauben oder architektonische Besonderheiten: Schrägen, Nischen, Hohlräume. Insbesondere in den oberen Gebäudeetagen sind Räume mit solchen Ecken und Kanten häufig anzutreffen - zur Freude oder zum Ärger ihrer Bewohner.

"Durch die Schrägen kann man meist vorhandene Möbel nicht aufstellen. Sie müssen angepasst werden oder man muss besonders kreativ sein", nennt Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln einen Nachteil der Schrägen. Andererseits können diese einem Raum auch eine besondere Atmosphäre verleihen, ihn gemütlich und behaglich wirken lassen.

Heimwerker können in Schrägen Regalwürfel unterbringen, die sich an die Höhe der Kante anpassen lassen.
TMN/ DIY Academy

Heimwerker können in Schrägen Regalwürfel unterbringen, die sich an die Höhe der Kante anpassen lassen.

Der Buchautor und Architekturexperte Daniel Fuhrhop empfiehlt, Schrägen nicht als einen Mangel, sondern als das Besondere eines Raumes anzusehen. Doch wie lässt sich diese Eigenheit eines Raumes nutzen?

Drei Vorschläge:

  • Wenn es die Deckenhöhe hergibt, kann man sich unter Schrägen einen Arbeitsplatz oder eine Sitzecke mit Sofa oder Sesseln einrichten. Viele Kissen, ein kleiner Tisch und eine Stehlampe sorgen für eine gemütliche Atmosphäre und ausreichend Licht.
  • Auch ein Bett kann man unter dem Dach aufstellen. Wer sich unwohl fühlt, auf die herabfallende Zimmerdecke zu blicken, kann diese mit einem Betthimmel abhängen. Für Romantik sorgt auch ein Dachfenster an der richtigen Stelle: Dann kann man unter dem Sternenhimmel schlafen.
  • Die klassische Nutzung von Schrägen ist und bleibt aber wohl die einer Ablagefläche. Es gibt Regalsysteme, die sich entsprechend anpassen und kombinieren lassen, zum Beispiel Regalwürfel, die man versetzt übereinanderstapelt oder Regalböden mit Konsolen. Wer selber Hand anlegen möchte, kann auch ein einfaches, nach oben offenes Regal auf die passende Höhe stutzen und so in die Nische einpassen. Offene Fächer lassen sich hinter Schiebetüren, Schiebegardinen oder Vorhängen verbergen.
Dachschrägen lassen sich gut für Drempelschränke nutzen. Ist das Dachfenster an der richtigen Stelle, kann man auch unter dem Sternenhimmel schlafen
TMN/ Alpina

Dachschrägen lassen sich gut für Drempelschränke nutzen. Ist das Dachfenster an der richtigen Stelle, kann man auch unter dem Sternenhimmel schlafen

Für Schrägen direkt unter dem Dach sind diese Lösungen aber oft nur bedingt geeignet - vor allem wenn die Decke noch weit nach hinten abfällt. Regale bieten dann meist nicht die notwendige Tiefe und Flexibilität, um den Stauraum komplett auszunutzen. Die Folge: Der Platz dahinter bleibt ungenutzt.

Bausatz statt Schreiner

Hier bieten sich Drempelschränke an. "Das sind Möbel auf Rollen unter dem Kniestock", erklärt Hermann. Der Clou: Es gibt keine Türen. Stattdessen lassen sich die einzelnen Elemente nach vorne hin herausziehen, wie deckenhohe Schubladen. Im Korpus können sich Fächer, Kleiderstangen und andere Sortier- und Aufhängesysteme verbergen. Auf diese Weise lassen sich Kleidung und Handtücher, Geschirr, Vorräte und Deko-Sachen verstauen. Nach außen hin bietet eine Schrankfront ein einheitliches Bild.

Aber: Kniestock- oder Drempelschränke selber zu bauen, kann für Heimwerker eine Herausforderung sein. Die Lösung sind Bausätze: "Teilweise haben sich auch Anbieter darauf spezialisiert, Möbel für Schrägen herzustellen", sagt Hermann. Schreiner bieten hier auch passgenaue Lösungen an.

Schrägen in Szene setzen

Bei einem Neubau sollte, die Nutzung von Schrägen schon vorab mitgedacht werden. So lassen sich zum Beispiel auch die Decken in sehr hohen Räumen mit steilen Dachschrägen abhängen. Dabei kann auch eine indirekte Beleuchtung mit verbaut werden. Oder aber die Schrägen werden selbst verkleidet, so dass der Raum gerade Wänden erhält.

Architekturexperte Fuhrhop empfiehlt, sie als bauliches Feature einzuplanen: "Denken Sie groß! Nicht einfach eine Schräge als Restfläche lassen, sondern sie im Raum einbauen, ausbauen, umbauen." Das heißt: Anstatt kleine Möbelstücke in Nischen zu stellen, die den Platz doch nicht richtig nutzen, könnten Architekten die Flächen auch großzügig abtrennen. Die Fläche lässt sich dann erst recht nutzen für eingebaute Möbel.

löw / Melanie Öhlenbach, dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
geotie 26.11.2018
1.
Dachschräge, - nie wieder. Habe als Jugendlicher unterm Dach meiner Eltern gelebt, es selbst nach meinen Wünschen ausgebaut, aber es geht nichts über einen Wohnbereich ohne Kopfstöße.
dasfred 26.11.2018
2. Ich liebe meine Dachwohnung
Nur kann ich als Mieter nicht einfach diese tollen Schubschränke einbauen. Also habe ich den Hohlraum mit Kisten und Koffern gefüllt, vollgepackt mit den Dingen, die man nur saisonal braucht.
seikor 26.11.2018
3. Schlafen unter dem Dachfenster?
Nie wieder. Bei Regen wird man bei dem Geprassel wahnsinnig. Klarer Schreibtischtipp, erdacht, aber nicht erprobt.
rudihaase 28.11.2018
4. @seikor
Tja. Das kommt auf das Dach an. Und wenn der Architekt fragt, ob man denn ein Dachfenster (vom Lieblingshersteller) haben möchte, dann sollte man überlegen, ob man bei Regen auch unter der Dachschräge sein möchte. Im Schlafzimmer definitiv kein Dachfenster, auch wenn man dann auf den Himmelsblick verzichten muss.
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