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Kaufberatung: Das sind die besten Kompaktkameras

Von Horst Gottfried

Typische Kompaktkamera: Mit guter Ausstattung und edlem Design gegen Handykameras Zur Großansicht
Panasonic

Typische Kompaktkamera: Mit guter Ausstattung und edlem Design gegen Handykameras

Millionen fröhliche Selfie-Knipser sind mit ihren Smartphone-Fotos zufrieden. Wer aber richtig fotografieren statt nur für Facebook knipsen will, sollte sich eine richtige Kamera gönnen. Zum Beispiel eine der neuen Kompaktkameras.

Vor Weihnachten hat der Fotohandel traditionell Hochsaison. Besonders groß ist die Nachfrage nach Kompaktkameras. Aufgrund der harten Konkurrenz durch immer bessere Kameras in Smartphones werden die einfachen und deshalb günstigen Modelle immer mehr zum Nischenthema. Der Trend geht klar hin zu immer höherwertigeren Kompaktmodellen.

Die aktuelle Generation der High-End-Kompaktkameras beweist, dass auch die kleinen Kameras große Fotos machen können. Intelligente Automatiken garantieren hohe Treffsicherheit, manuelle Einstellmöglichkeiten geben individuellen Spielraum bei der Bildgestaltung. Größere Sensoren als bislang üblich bringen mehr Bildqualität, lichtstarke Objektive erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Kameras mit W-Lan-Funktion machen Smartphones und Tablet-PC sogar zu ihren Helfern. Mit der richtigen App können sie der Kamera als zusätzlicher Monitor und Fernbedienung dienen.

Einige besonders Empfehlenswerte aus der Kategorie der Kompaktkameras haben wir im Folgenden zusammengestellt. Unsere Auswahl zeigt nicht nur Stärken und Schwächen der verschiedenen Modelle, sondern auch die enorme Preisspanne dieser Geräte.

Canon Powershot G7X – Mit Spiegelreflex-Genen
Canon

Die Powershot G7 X ist mit einem ein Zoll großem 20-Megapixel-Sensor und dem gleichen Bildprozessor wie die Spiegelreflexkamera EOS 7D Mark II ausgestattet. Ihr Zoom mit optischem Bildstabilisator bietet einen praxisgerechten Brennweitenbereich von umgerechnet 24-100 Millimeter und hohe Lichtstärken von f/1,8 bis f/2,8. Der Autofokus arbeitet mit 31 Feldern. Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen-Monitor - der für Selfies um 180 Grad klappbar ist - und einen Einstellring rund ums Objektiv. Ein elektronischer Sucher fehlt leider. Videos macht die G7X in Full-HD mit 60 b/s, W-Lan mit NFC rundet die Ausstattung der 103 x 60 x 40 mm kleinen, 304 schweren und rund 600 Euro teuren Kamera ab.

Fujifilm X-30 – Aussen Klassik, innen Hightech
Fujifilm

Fujifilm stattet die X30 mit ein 2/3 Zoll großem Bildsensor aus. Als Objektiv kommt ein lichtstarkes Zoom zum Einsatz. Der Autofokus arbeitet sehr schnell. Ein Highlight der X30 ist ihr OLED-Sucher mit 786.666 RGB-Pixeln. Er wird durch einen klappbaren Drei-Zoll-LCD-Monitor ergänzt. Auch die X30 hat einen praktischen Einstellring am Objektiv, Full-HD-Video und W-Lan. Ihr Preis soll 550 betragen.

Leica X-E – Für Puristen
Leica

Die Leica X-E kommt im typischen Leica-Look, ist aber mit einem fest eingebauten Weitwinkelobjektiv ausgestattet. Der 16-Megapixel-Sensor im APS-C-Format zeigt nur wenig Bildrauschen und einen guten Kontrastumfang. Bei dem Basismodell "Made in Germany" verzichtet Leica auf Schnickschnack. Entsprechend übersichtlich ist die Bedienung. Für die Belichtung lässt sie die Wahl zwischen Programm-, Blenden- und Zeitautomatik oder manueller Einstellung. Zur Bildkontrolle muss ein LCD-Monitor mit 6,9 Zentimeter Diagonale reichen. Eine Videofunktion fehlt der knapp 1500 Euro teuren X-E.

Panasonic Lumix LX 100 – Fast eine Systemkamera
Panasonic

Panasonic spendiert seinem kompakten Top-Modell Lumix LX100 den Sensor seiner Micro-Four-Thirds-Systemkameras. Ein Vierkern-Bildprozessor garantiert schnelle Autofokus-Funktion, Bildserien mit maximal elf Bildern pro Sekunde und 4K-Videos. Der elektronische Sucher gehört mit 921.333 RGB-Pixeln zu den derzeit schärfsten. Dazu kommt ein 7,5 Zentimeter-Monitor. Zahlreiche klassische Elemente inklusive Objektivring erleichtern die Bedienung der Kamera, die mit rund 800 Euro aber auch ihren Preis hat.

Sony RX100III – Mehr Weitwinkel, mehr Lichtstärke, mehr Video
Sony

Die Sony RX100 III mit 20-Megapixel-Bildsensor im Ein-Zoll-Format arbeitet dank eines neuen Bildprozessors schneller als RX100 und RX100II. So sind Bildserien mit zehn Bildern pro Sekunde möglich. Das Zeiss Vario-Sonnar-Objektiv bietet mehr Weitwinkel und Lichtstärke als bei den Vorgängern. Der neue OLED-Sucher ist sehr bequem zu überblicken, der Drei-Zoll-Monitor ist klappbar. Neben dem Autofokus mit 25 Messpunkten kann über den Ring am Objektiv manuell fokussiert werden. Zu den Belichtungsmodi gehören eine Dynamikoptimierung und eine HDR-Funktion. Full-HD-Videos macht die RX100III mit 50 Bildern pro Sekunde. W-Lan-Funktion, NFC-Komfort und HDMI-Ausgang gehören zur Ausstattung. 800 Euro kostet die RX100III im leichten Magnesiumgehäuse.

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1. Systemkameras mit Wechseloptiken
bartholomew_simpson 16.12.2014
sind auch nicht teurer und größer, aber vielseitiger. Es ist wirklich eine enge Nische, wo diese "Edel-"Kompkten sich tummeln müssen.
2. Also wenn schon was manuelles
werner-gilliam 16.12.2014
am Objektiv, dann der Zoom, wie an der Fuji X30, und nicht der Fokus wie an der Lumix. Die Brennweite immer noch über Wippen einzustellen ist m. E. nicht mehr zeitgemäß. Ansonsten wie gehabt; die kleinen Sensoren ermöglichen kein gescheites Freistellen. Da helfen auch keine Motivprogramme. Die sich daraus ergebenden Einschränkungen sprechen eher für eine SLR mit zumindest APS-C Sensor, besser FX Format! Sowieso plädiere ich (wie immer) für analoge Fotografie, ohne den ganzen Pixelquatsch. Gerne mal `nen Blick auf meine Seite werfen, ..das verführt vielleicht!? Alles mit Rollensensor fotografiert, und jedes Bild hat einen eigenen Speicherchip! ;o)
3. Fuji X 30 immer nur beidhändig zu bedienen...
Art Mooney 16.12.2014
Es ist ja schön das man am Objektiv den Zoom einstellen kann, aber leider ist das gleichzeitig auch der Ein/Ausschalter. Das heisst ich benötige immer beide Hände um die Kamera betriebsbereit zu machen oder zum Zoomen. Sehr lästig bei einer Kompaktkamera, ich habe meine darum zurückgeschickt.
4. Kompaktkameras heißen so, weil sie kompakt sind!
gs-hybrid 16.12.2014
Zitat von bartholomew_simpsonsind auch nicht teurer und größer, aber vielseitiger. Es ist wirklich eine enge Nische, wo diese "Edel-"Kompkten sich tummeln müssen.
Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Die meisten Systemkameras sind WESENTLICH größer und schwerer als die Edelkompakten. Unter dem Strich sind sie auch deutlich teurer, wenn man hochklassige Objektive damit kombinieren will. Die standardmäßig damit angebotenen Kit-Objektive fangen durchweg erst bei Blende 3,5 an. Ich habe mich aus all diesen Gründen für eine Sony RX100M3 mit einem Blendenbereich von 1,8 bis 2,8 und einem 1-Zoll-Sensor entschieden. Die kann ich mit ihren 290g immer in den Jackentasche dabeihaben und die Fotos sind trotzdem klasse, siehe die Testergebnisse diverser Publikationen.
5. Freistellen...
Art Mooney 16.12.2014
Zitat von werner-gilliamam Objektiv, dann der Zoom, wie an der Fuji X30, und nicht der Fokus wie an der Lumix. Die Brennweite immer noch über Wippen einzustellen ist m. E. nicht mehr zeitgemäß. Ansonsten wie gehabt; die kleinen Sensoren ermöglichen kein gescheites Freistellen. Da helfen auch keine Motivprogramme. Die sich daraus ergebenden Einschränkungen sprechen eher für eine SLR mit zumindest APS-C Sensor, besser FX Format! Sowieso plädiere ich (wie immer) für analoge Fotografie, ohne den ganzen Pixelquatsch. Gerne mal `nen Blick auf meine Seite werfen, ..das verführt vielleicht!? Alles mit Rollensensor fotografiert, und jedes Bild hat einen eigenen Speicherchip! ;o)
...ist sowas von out, voll 2010. Das macht doch jetzt jeder mit seiner tollen Vollformatkamera. Ist doch auch meist nur Effekthascherei. Durchgehende Schärfe ist wieder in, das wollen auch die meisten Kompaktknipser. Und mit ´ner Vollformat muss man richtig stark abblenden, um alles scharf zu bekommen, da ist dann der Iso-Vorsprung schnell wieder dahin. Ich habe schon viele Kameras besessen, aber meine Panasonic Micro FourThirds würde ich nie weggeben - ein guter Kompromiss aus Kompaktheit und Sensorgrösse. (Nein ich bin nicht von Pana, habe auch Kameras von Canon, Leica, Sinar, Linhof etc. ;o) )
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Darauf müssen Sie beim Kamera-Kauf achten
Pixelzahl und Sensorgröße
Achten Sie vor allem bei Kompaktkameras auf die Sensorgröße. Sie steht oft nur im Kleingedruckten, ist aber genauso wichtig wie Megapixelzahl. Zwölf Megapixel auf einem 1/1,7-Zoll-Sensor (rund 9,5 Millimeter Diagonale) können ein besseres Bild liefern als 16 Megapixel auf einem kleinen 1/2,3-Zoll-Sensor (rund 7,7 Millimeter Diagonale). Je größer das einzelne Pixel ist, desto besser ist die Bildqualität. Einige SLR- und Systemkameras sowie einige teurere Kompakt-Modelle haben noch größere Sensoren. Bei sogenannten Four-Thirds-Kameras etwa beträgt die Sensordiagonale 22 Millimeter, bei APS-C-Kameras 28 Millimeter. Beim Kleinbild-Format sind es 43 Millimeter.
Objektivbrennweite und Lichtstärke
Lassen Sie sich bei Kompaktkameras nicht von superlangen Tele-Brennweiten blenden. Mit zunehmender Tele-Brennweite verringern sich Lichtstärke und Qualität. Trotz Bildstabilisierung drohen verwackelte Bilder. Größere Weitwinkel (zum Beispiel 24 statt 28 Millimeter) und eine höhere Lichtstärke (Werte wie f/2,8, f/2,0 oder f/1,8) bringen in der Praxis mehr als superlange Teleobjektive. Mit Spiegelreflex- und Systemkameras sind Sie freier in der Objektivauswahl und können sie bei Bedarf später ausbauen.
Monitor und Sucher
Achten Sie auf die Auflösung bzw. auf die Schärfe des Bildes. Ein Blick auf den Monitor sagt mehr als die reine Pixelzahl, bei der Hersteller gern tricksen. Sie geben manchmal die Gesamtzahl aller roten, grünen und blauen Pixel an. Die effektive Auflösung beträgt dann aber nur ein Drittel, da für einen farbigen Bildpunkt drei Pixel in drei Grundfarben zusammengefasst werden. Aus 2,36 Millionen Pixeln werden so effektiv 786.666 Bildpunkte. Praktisch ist ein klappbarer Monitor, der Aufnahmen aus verschiedenen Betrachtungswinkeln ermöglicht. Ein elektronischer Sucher hilft bei hellem Sonnenlicht, weil dann das Monitorbild schlecht zu erkennen ist.
Geschwindigkeit und Empfindlichkeit
Wichtig ist eine kurze Einschaltzeit und ein schneller Autofokus. Hohe ISO-Werte (Indikator der Lichtempfindlichkeit) sollte man vor allem bei den Kompakten nicht überbewerten. Sie eignen sich wegen schlechterer Bildqualität meist nicht für normale Fotos, sondern nur als Reserve etwa für Dokumentationszwecke.
Größe und Gewicht
Das ist Geschmacksache. Man sollte aber immer daran denken: Was nützt die dickste Profi-Kamera, wenn sie zu Hause liegen bleibt, weil sie unterwegs zu groß und zu schwer ist?
Sekundärtugenden
Das Angebot an nützlichen Funktionen und Helferlein ist groß: Ein Bildstabilisator, eine einfache Bedienbarkeit und übersichtliche Menüs sind wichtig. Eine elektronische Wasserwaage, eine Videofunktion und ein Blitz sind praktisch. Digital-Effekte, W-Lan, NFC und GPS sind schön zu haben, machen aber keine besseren Bilder.

Fototechnik-Fachbegriffe
Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe, um die Definitionen zu lesen
Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.