Fotobuch "Esther's World" Bild der Frau

Esther Haase gehört zu den wichtigsten deutschen Modefotografinnen. Ihr Lieblingsmotiv sind Frauen - sinnlich, auch plakativ, aber nie explizit. Ein neuer Bildband zeigt ihre besten Aufnahmen.

Esther Haase/ Hatje Cantz

Esther Haase weiß, wie sie mit der Kamera umgehen muss. Sie hat Angela Merkel, Karl Lagerfeld und Vivienne Westwood fotografiert, ließ Ursula Karven im "'Playboy" zehn Jahre jünger erscheinen, und die Patienten einer ambulanten Pflegestation in Berlin strahlen auf ihren Fotos als ob sie nicht weit über 80, sondern wesentlich jünger wären. In der Regel arbeitet Haase dafür mit einer Kleinbild- oder Mittelformatkamera. Das macht sie so gut, dass sie seit mehreren Jahren zu den Stars der Mode- und Werbefotografie gehört.

Die in ihren Augen schönsten Aufnahmen hat die gebürtige Bremerin nun in einem Bildband zusammengestellt. Ihr Lieblingsmotiv sind Frauen - mal sexy, mal frivol, sinnlich, auch plakativ, aber nie explizit. Haases Werk durchzieht eine Leichtigkeit, ihre Models inszeniert sie dabei aber stets als selbstbestimmte und starke Personen. Es geht ihr darum, Geschichten zu erzählen, mittels Bewegungsunschärfen, lyrisch-zarten oder knalligbunten Farben, oft auch in schwarz-weiß.

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Fotostrecke: Frauenporträts von Esther Haase

"Mein Leben ist ein Tanz mit der Kamera durch die Welt", sagt die 51-Jährige über ihr Schaffen. Was zunächst wie schönstes PR-Deutsch klingt, macht Sinn, wenn man weiß, dass Esther Haase bei ihren Shootings sich tatsächlich wie eine Ballerina über das Set bewegt. Diese Leichtfüßigkeit hat sie aus ihrer Ausbildung zur Balletttänzerin mitgenommen. Aus ihrer Erfahrung als Choreografin stammt die Fähigkeit, Szenen wie Bühnenbilder auszuleuchten, weshalb manche ihrer Fotos cineastisch anmuten.

"Ihre Bilder sind zeitlos und funktionieren außerhalb ihres Entstehungskontextes. Das ist es für mich, was ein gutes Bild ausmacht", schreibt F. C. Gundlach im Vorwort zu "Esther's World". Gundlach muss es wissen, nicht nur als einer der stilbildenden deutschen Modefotografen, sondern auch als einer von Haases Förderern. 1999 hatte er die erste Ausstellung der Fotografin ermöglicht. 17 Jahre später, zu Gundlachs 90. Geburtstag, machte sie 90 Bilder von ihrem Förderer.

Neben Karl Lagerfeld ist er einer der wenigen Männer, die das von sich behaupten können.

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Nadine Barth (Hrsg.):
Esther Haase - Esther's World

Hatje Cantz Verlag; 160 Seiten; 50,00 Euro

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