Haute Couture in Paris Traumhafte Stoffe

Zweimal im Jahr zeigen die renommiertesten Modehäuser der Welt hier, was sie drauf haben. Sehen Sie die Pariser Modenschauen von Dior, Chanel, Ralph & Russo und Iris van Herpen in Bildern.

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Haute Couture, das sind in Tausenden Stunden Handarbeit gefertigte Roben. Die Entwürfe sind für Normalsterbliche unerschwinglich und werden nur maßgeschneidert, exklusiv versteht sich. Viele Kreationen sind sogar unverkäuflich. Bei der Haute Couture geht es vor allem darum, die eigene Meisterschaft zu demonstrieren.

Dior war eines der ersten Ateliers, das dies einmal mehr unter Beweis stellte. Maria Grazia Chiuri, künstlerische Leiterin des Hauses, lud zur Eröffnung der Pariser Modewoche in eine schwarz-weiße, surrealistische Traumwelt: Von der Decke hingen Dalí-hafte Skulpturen von Körperteilen, gelaufen wurde über ein Schachbrettmuster, die Models blickten durch schwarze Masken in Form von Katzenaugen oder Schmetterlingen. Die Falter tauchten auch an anderer Stelle auf, etwa als Neckholder aus schwarzen und weißen Federn an einem Kleid.

Dior: Neckholder aus Federn
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Dior: Neckholder aus Federn

Überhaupt dominieren die beiden Nichtfarben die Kollektion: schwarz-weiße Röcke, Kleider mit hypnotischen Mustern, gepunktete Mäntel, Capes mit Schachbrettmuster und zum Schluss ein taillierter Hosenanzug aus weißer Seide. Dazwischen viel Chiffon, Rüschen, Schleifen und Federn.

"Schwarz und Weiß sind die Farben des Unterbewusstseins, ich denke, wir träumen schwarz-weiß, also dachte ich, es wäre großartig eine Kollektion in Schwarz-Weiß zu entwerfen", sagte Chiuri nach der Schau im Musée Rodin. Als Inspiration nannte die Italienerin die surrealistische Malerin Leonor Fini, eine damalige Freundin Christian Diors.

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Dior: Mode

Durch einen schwarzen, mit Federn verzierten Entwurf wurden jüngst auch Tamara Ralph und Michael Russo einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Meghan Markle, die nach ihrer Heirat mit Prinz Harry höchstwahrscheinlich den Titel Herzogin von Sussex tragen wird, trug auf ihrem offiziellen Verlobungsfoto einen schwarzen Entwurf der britischen Marke mit zartem Oberteil und einen mit Federn bestickten Rock.

In einem ähnlichen Stil waren die Entwürfe, die Ralph & Russo bei den Couture-Schauen zeigte - lange Roben aus halbtransparenter Seide mit aufwendig gerafften Röcken und kunstvollen Stickereien, dazu ein Hauch von Fernost mit an Kimonos erinnernden Kleidern. Markle saß zwar nicht im Publikum, dafür aber die Sängerin Kylie Minogue.

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Ralph & Russo: Federn, Blüten und Kristalle

Farben und Formen der Natur wollte Iris van Herpen in ihrer Kollektion nachbilden. Sie lud zur Schau ins Naturkundemuseum, was perfekt zu den organisch wirkenden Entwürfen passte, die sie mithilfe von 3-D-Druckern und wärmegeformten Materialien erschafft. Erdfarben dominierten, während die Muster an Versteinerungen erinnerten. Wie schon oft arbeitete die niederländische Modedesignerin mit kunstvoll geschwungenen Schnitten, die allerdings diesmal alltagstauglicher und tragbarer als sonst wirkten. Einige Models erinnerten in ihren Roben an - genau - Schmetterlinge.

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Iris van Herpen: Organische Formen, kunstvolle Schnitte

Die hätte auch Karl Lagerfeld gut gebrauchen können. In einer idyllischen Parklandschaft erwartete der Chanel-Designer die Gäste seiner Schau am Dienstag mitten im Pariser Grand Palais. Blüten fand man überall auf den harmonischen Entwürfen - wie ein Aquarell über einen weiten Rock getuscht, als Stoffrose auf halbhohe Stiefeletten gestickt und in der Kelchform eines Rocks aus Seidentaft. Die Kostüme aus von Hand gezupftem Tweed waren pastell- und bonbonfarben und schimmerten dezent dank eingestickter Pailletten. Lagerfeld zeigte Couture vom Feinsten, jeder Entwurf mit höchster Präzision geschnitten.

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Chanel: Couture vom Feinsten

Für seine jüngste Kollektion hatte Lagerfeld - der am Ende der Schau mit einem gepflegten Bart herauskam - sich von einem Foto von Coco Chanel von 1937 inspirieren lassen. Sie trägt darauf einen mit Stoffblüten geschmückten Schleier und ein besticktes langes Kleid. Eine ähnliche Kopfbedeckung setzte er den Mannequins auf. Und transportierte so die Eleganz des Bildes von damals auf den Laufsteg. Très chic!

löw/Reuters/dpa/AP



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