Fotoserie "Hellbangers" in Botswana Heavy Metal ist ihre Religion

Sie kleiden sich wie Endzeitcowboys und lieben laute Musik. Die "Hellbangers" aus Botswana betrachten Heavy Metal als Lebensstil, der sie zu besseren Menschen macht. Fotos aus einer einmaligen Subkultur.

pep bonet / NOOR

Sie tragen Namen wie "Demon", "Gunsmoke" oder "Psychomatic Torture" und sehen aus wie eine Mischung aus "Mad Max" und Spaghetti-Western. Doch unter den Cowboyhüten, der schwarzen Lederkluft und den Tattoos verbergen sich keine furchtbaren Typen, sondern liebenswürdige Metalheads aus Botswanas Hauptstadt Gaborone.

Der spanische Fotograf Pep Bonet, der bereits seit 20 Jahren in Afrika fotografiert, war auf der Suche nach einem Projekt, das die positiven Seiten des Kontinents zum Ausdruck bringt. So kam er in Kontakt mit "Vulture", dem Sänger und Bassisten der Death-Metal-Formation Overthrust aus Ghanzi, einer Stadt im Nordwesten des südafrikanischen Staates.

"Viele Menschen denken, Rock'n'Roll ist ein Weiße-Leute-Ding. Das glaube ich überhaupt nicht. Ich denke, es ist schwarz und weiß und alles dazwischen", sagte Bonet dem US-Sender CNN. Bei seinen Recherchen stieß er auf eine kleine, aber wachsende Metalszene, die neben der Musik auch ihre eigenen Lederklamotten produziert. Auf Self-Made-Schminke - wie etwa bei den US-Hair-Metal-Parodisten Steel Panther - verzichten die Fans allerdings.

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"Hellbangers" hat Bonet seine Fotoserie genannt, in der er einzelne Metalheads vorstellt. Zum Beispiel "Lady Rocker", die bereits seit ihrem 14. Lebensjahr Heavy Metal hört, früher Boston und Iron Maiden, inzwischen lieber die Bands ihrer Freunde: Metal Orizon oder Overthrust. Seit 2002 gehört die 37-Jährige fest zur Szene. Der Kleidungsstil, aber auch der Gemeinschaftssinn und die Disziplin der Rocker hätten ihr imponiert, sagte sie Bonet.

Die Hellbanger sehen sich selbst als Kämpfer für eine bessere Zukunft. Die Texte von Bands wie Metal Orizon oder Wurst handeln von gehirngewaschenen Landsleuten, Imperialismus und sozialer Ungerechtigkeit. "Wir versuchen, Vorbilder zu sein", sagte "Gunsmoke" dem Fotografen. "Rock ist eine wilde Sache, aber auch etwas fürs Herz."

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löw



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