Plus-Size-Kollektion Jean-Paul Gaultier und Beth Ditto entwerfen Mode für Füllige

Sie setzt ein Zeichen gegen die Size-Zero-Models: Beth Ditto bringt eine eigene Übergrößen-Kollektion heraus. Unterstützt wird sie dabei von Modedesigner Jean-Paul Gaultier.

REUTERS

Sängerin Beth Ditto eröffnete vor fünf Jahren eine Modenschau von Jean-Paul Gaultier und heiratete in einem Tüllkleid des Designers. Nun ist die Gossip-Frontfrau selbst unter die Modeschöpfer gegangen und hat eine eigene Kollektion entworfen. Die Linie, die speziell für füllige Frauen gedacht ist, soll im Februar herauskommen.

Unterstützung hat Ditto dabei von - wer hätte es gedacht - Jean-Paul Gaultier bekommen. Der Designer hat mit der Sängerin ein Übergrößen-Shirt entworfen, das Teil ihrer Kollektion ist. Damit wollen die beiden Künstler darauf aufmerksam machen, wie vielfältig Schönheit sein kann. Auf dem schwarzen Shirt ist ein goldenes Korsett aufgedruckt, das an das Modell erinnern soll, das Gaultier 1990 für Madonna entworfen hat.

"Ich habe schon mein ganzes Leben davon geträumt, richtige Kleidung für dicke Leute zu machen. Kleidung, die bequem und cool ist", sagt Ditto. Das Übergrößen-Shirt reicht ihr bis zu den Knien, wie auf ihrer Website zu sehen ist, über die das Stück für 165 US-Dollar auch verkauft wird. Den Erlös wollen Gaultier und Ditto einem Camp für Mädchen spenden. "Jean-Paul ist die großzügigste Person, die ich kenne", sagte Ditto. "Er liebt alle Frauen, egal welches Alter oder welche Größe sie haben."

Gaultier ist dafür bekannt, mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten zu kooperieren, mit Menschen, die gängigen Schönheitsidealen widersprechen. So präsentierte zum Beispiel Amanda Lear ebenso wie Conchita Wurst seine Entwürfe. "Kräftigere Frauen sind wunderschön, allen voran Beth Ditto", sagte der Designer.

Auch Ditto hat bereits mit einem anderen Modedesigner zusammengearbeitet. Erst im September war sie bei der New York Fashion Week als Model für Marc Jacobs gelaufen. Jacobs selbst sorgt auch immer wieder mit außergewöhnlichen Models für Aufsehen. Er verpflichtete etwa schon Cher und die 66 Jahre alte Schauspielerin Jessica Lang.

kha

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insgesamt 14 Beiträge
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syssifus 16.12.2015
1. Gute Idee
die "Fülligen" wurden bisher modisch außeracht gelassen und schicke Klamotten wurden nur für Hungerhaken geschneidert.
mynonys 16.12.2015
2. modeschauen
habe ich sowieso noch nie verstanden das einzige das davon übernommen wird sind die Farben für kommende Saison... aber bitte keine Übetgewichtigen Vorbilder... das ist absoluz nicht ansehnlich und zeigt nur eine sehr geringe beherschung dieser Person mit ihrem Essverhalten. Das sollte kein Vorbild sein !!! die dünnen sind da nicht besser aber das Gegenteil ist auch der falsche weg!
mam71 16.12.2015
3.
Alle Jahre wieder. Wenn es eine nennenswerte Nachfrage nach "fülligen Models" gäbe, wenn Fotos von solchen Models reissenden Absatz der gezeigten Ware produzierten, wenn Poster einer Moppel-Girlband in den Jugendzimmern hingen, wäre das ganze längst kein Thema mehr. Merke: Die Modebranche vermarktet _Träume_, nicht Realitäten. Deshalb scheitern diese ganzen Versuche mit "Normal"-Models, Vollschlanken etc. immer wieder.
ancoats 16.12.2015
4.
Zitat von mam71Alle Jahre wieder. Wenn es eine nennenswerte Nachfrage nach "fülligen Models" gäbe, wenn Fotos von solchen Models reissenden Absatz der gezeigten Ware produzierten, wenn Poster einer Moppel-Girlband in den Jugendzimmern hingen, wäre das ganze längst kein Thema mehr. Merke: Die Modebranche vermarktet _Träume_, nicht Realitäten. Deshalb scheitern diese ganzen Versuche mit "Normal"-Models, Vollschlanken etc. immer wieder.
Da haben Sie Recht, was Models / Couture angeht: das ist Traum bzw. Kunst. Kann aber trotzdem nicht schaden, wenn sich auch mal die ob ihrer Kunst ach so bewunderten Gewanddesigner mal ernsthaft realen, weiblicheren Formen zuwenden - dann werden wir u.a. auch sehen, ob sie wirklich was können: es ist nämlich wesentlich schwieriger, für kurvige Figuren etwas Gutaussehend zu schneidern als für extrem magere...
hemithea 16.12.2015
5. FInde ich gut!
Zitat von mam71Alle Jahre wieder. Wenn es eine nennenswerte Nachfrage nach "fülligen Models" gäbe, wenn Fotos von solchen Models reissenden Absatz der gezeigten Ware produzierten, wenn Poster einer Moppel-Girlband in den Jugendzimmern hingen, wäre das ganze längst kein Thema mehr. Merke: Die Modebranche vermarktet _Träume_, nicht Realitäten. Deshalb scheitern diese ganzen Versuche mit "Normal"-Models, Vollschlanken etc. immer wieder.
Meine beste Freundin ist so ein "Vollweib" mit Kleidergröße 42. Und sie träumt davon auch mal bunte, schöne Klamotten an Models zu sehen, die so sind wie sie. Die meisten Klamotten ab Gr. 42 sind irgendwie dunkel gehalten und sackartig geschnitten, sodass man am Ende noch dicker aussieht, als man wirklich ist. Es gibt seltene Modelabels, die figurschmeichelnde, farbige Klamotten schneidern. Aber auch eben fülligere Frauen wollen hübsch und weiblich aussehen, da ist sowas gut. Es heisst ja nicht, dass alle anderen ich auch zunehmen müssen, es bietet nur den fülligeren Damen die Möglichkeit, sich hübsch und modisch zu kleiden, ohne sich gleich als hässlich zu empfinden. Finde ich gut!!! Jetzt warte ich nur darauf, dass die Modemacher verstehen, dass es dürre Frauen gibt, die große Oberweite (ab Körbchengröße D) haben und größer als 150 cm sind. Dann muss ich als durchnittsgroße Frau (1.70) nicht mehr Hosen kaufen, die 2 Nummern zu groß sind.
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