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05. September 2018, 09:02 Uhr

Legendäre Filmschuhe gestohlen

Wie das FBI Judy Garlands Schuhe fand

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Vor 13 Jahren wurde ein Paar der legendären roten Filmschuhe aus dem Kultfilm "Der Zauberer von Oz" gestohlen - es ist rund zwei Millionen Dollar wert. Nun meldet das FBI einen Ermittlungserfolg.

Das Museum hatte noch angeboten, die Schuhe jeden Abend in einen Tresor zu schließen. Doch der Besitzer, Michael Shaw, lehnte ab. Er wollte nicht, dass die Ausstellungsstücke jeden Abend angefasst werden. Außerdem sollten die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen des Museums genügen, argumentierte Shaw nach Angaben des "Guardian". Er sollte irren.

Am 28. August 2005 entdeckten Mitarbeiter des Judy-Garland-Museums in Grand Rapids, Minnesota, dass die Schuhe fehlten. Jemand hatte ein Fenster an der Hintertür des Museums eingeschlagen, den Plexiglaskasten zerstört und den Inhalt gestohlen. Es gab ein Alarmsystem und Überwachungskameras - beides funktionierte nicht. Außer den Schuhen wurde nichts gestohlen. Ermittler fanden weder Fingerabdrücke noch sonstige Hinweise. "Ich konnte es nicht fassen, dass uns das passiert ist", sagte der Mitgründer des Museums, Jon Miner, im Jahr 2015 gegenüber "Newsweek". "Ich habe geweint."

Bei den Schuhen handelte es sich um ein besonderes Paar: Schauspielerin Judy Garland trug es während der Dreharbeiten für den Filmklassiker "Der Zauberer von Oz" aus dem Jahr 1939 - ihre Rolle als Dorothy machte sie berühmt. Unter Filmfans haben die rubinroten, paillettenbesetzten Schuhe Kultstatus. Experten schätzen ihren Wert inzwischen auf rund zwei Millionen Dollar.

Nach dem Diebstahl im Jahr 2005 gab es zahlreiche Versuche, das Schuhwerk zu finden. Die Polizei schrieb früh eine Belohnung von 250.000 Dollar aus. Ein anonymer Spender aus Arizona bot 2015 sogar eine Million Dollar für den Namen des Diebs und Hinweise auf den Verbleib der Beute. Das Museum engagierte einen Privatermittler. Mehrere Personen tauchten in den Fluss Tioga Mine Pit in der Nähe des Museums - es hatte Berichte gegeben, dass der Täter womöglich in Panik die Schuhe dort versenkt haben könnte.

Doch erst jetzt, 13 Jahre nach dem Diebstahl, meldet das FBI: Die Schuhe sind wieder da. Sie seien während einer Undercover-Aktion in Minneapolis sichergestellt worden, verkündeten Mitarbeiter des FBI und der Polizei in Grand Rapids am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Ein Hinweis aus dem Sommer 2017 habe Ermittler auf die richtige Spur geführt.

Die Ermittlungen gehen weiter

Damals habe ein Mann die Firma kontaktiert, bei der die Schuhe versichert waren. Der vermeintliche Tippgeber gab an, Informationen über das rubinrote Paar zu haben. Die Polizei in Grand Rapids habe daraufhin das FBI kontaktiert - und nach knapp einem Jahr sei man fündig geworden, hieß es nun auf der Pressekonferenz. Die Schuhe seien bereits im Juli gefunden und ins Smithsonian-Museum nach Washington gebracht worden. Dort wurde anhand eines Vergleichsexemplares überprüft, ob es sich um die echten Filmschuhe handelte.

Es sei schnell klar gewesen, so das FBI, dass der vermeintliche Tippgeber den Besitzer der Schuhe habe erpressen wollen. "Unsere oberste Priorität war es, die Schuhe sicher wiederzubeschaffen", sagte Christopher Dudley, der die Ermittlungen der FBI-Abteilung in Minneapolis leitete. Es habe noch keine Festnahmen gegeben. Es gebe aber mehrere Verdächtige.

Es werde weiter in dem Fall ermittelt - zum Beispiel zur Frage, ob tatsächlich jede Person identifiziert werden konnte, die am ursprünglichen Diebstahl sowie am Erpressungsversuch beteiligt war. Polizei und FBI baten die Bevölkerung um Mithilfe.

Für Shaw ein Albtraum

Für die Dreharbeiten von "Der Zauberer von Oz" wurden mehrere der Schuhpaare hergestellt und von Garland getragen, über die Anzahl gibt es unterschiedliche Angaben, die Rede ist von bis zu sieben. Heute besitzen die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, das Smithsonian-Museum in Washington sowie ein Privatsammler jeweils ein Paar.

Das Paar, das aus dem Judy Garland Museum in Grand Rapids - der Heimatstadt der Schauspielerin - gestohlen wurde, gehörte Michael Shaw. Auch er ist ein Filmliebhaber und sammelt Hollywood-Erinnerungsstücke; die Schuhe hatte er dem Museum als Leihgabe überlassen. Nach dem Diebstahl wurde vermutet, er selbst habe den Vorfall womöglich inszeniert, um die Versicherungssumme zu kassieren: Die Schuhe waren mit einer Million Dollar versichert. Die Firma verklagte Shaw, das Museum und dessen Direktor. Im Jahr 2007 einigte man sich jedoch außergerichtlich - und Shaw bekam 800.000 Dollar.

"Newsweek" schrieb 2015, dass die Schuhe - sollten sie je wieder auftauchen - der Versicherungsfirma gehörten. Das Magazin sprach damals auch mit Shaw. "Es gibt mehr im Leben als Pumps", sagte er damals. Nachdem die Schuhe jahrelang Abertausenden Menschen Freude bereitet hätten, seien sie für ihn bloß noch ein Albtraum. "Ich mag darüber nicht mehr sprechen. Ich habe genug davon. Sie sind weg."

Mit Material von AP

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