Fotoschau "La Dolce Vita" Her mit dem süßen Leben

Luxus fürs Auge! Drei Fotografen interpretieren den Filmklassiker "La Dolce Vita" neu, in einer gleichnamigen Schau ergründen sie die süße Leichtigkeit des Seins. Hier sind ihre Bilder.


Die Idee für "La Dolce Vita" bekam Federico Fellini durch einen Fotografen. Nun liefert der Filmklassiker des italienischen Regisseurs die Vorlage für eine gleichnamige Foto-Ausstellung. Inspiriert von Fellinis Meisterwerk von 1960 über das sorglose Treiben der römischen High Society spüren die drei Künstler Massimo Siragusa, Fang Tong und Ruslan Lobanov den Spuren einer vergangenen Zeit und eines Lebensgefühls nach.

Die aus China stammende Künstlerin Fang Tong lebt und arbeitet in Vancouver. Sie malt und war auch schon als Bildhauerin erfolgreich. Die meiste Anerkennung bekommt sie aber für ihre Fotos, sie wurden mehrfach ausgezeichnet. Ihre Aufnahmen für die Ausstellung "La Dolce Vita" entstanden vor der Kulisse eines alten Motels in Surrey im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia und sind inspiriert von Modefotos, erinnern in ihrer sorgsam hergestellten Zufälligkeit aber auch an den US-amerikanischen Meister Stephen Shore, siehe diese Fotostrecke:

Massimo Siragusa lehrt Fotografie am European Design Institute in Rom. Der 1958 geborene Sizilianer stellt weltweit aus und hat auch schon für mehrere Magazine und als Werbefotograf gearbeitet. Seine Motive findet er in den architektonischen Meisterwerken seiner italienischen Heimat. Dabei setzt er die Menschen in Beziehung zu den Gebäuden und Plätzen ihrer Umwelt. Seine Bilder fotografiert er meist aus der Ferne, um geometrische Muster einzufangen.

Die Schwarzweißfotografien von Ruslan Lobanov erinnern dagegen stark an die Bilder von Helmut Newton. Wie der deutsch-australische Fotograf inszeniert der Ukrainer seine Models als selbstbewusste, dominante Frauen, die zugleich immer auch wie Objekte wirken; ein Charakteristikum, das schon Newtons Arbeiten auszeichnete - und ihm auch viel Kritik von feministischer Seite einbrachte, etwa von Alice Schwarzer.

Lobanov ist auf Akt- und Porträtfotos spezialisiert und hat unter anderem schon für den "Playboy" und die Kosmetikbranche gearbeitet. Seine Bilder imitieren die Optik und das Flair der Sechzigerjahre. Er hat sie unter anderem in Havanna und in Moskau gemacht.

Die Ausstellung "La Dolce Vita" ist vom 31. März bis zum 18. Mai in allen YellowKorner-Galerien in Deutschland und der Schweiz zu sehen.

Eine Auswahl der besten Bilder finden Sie hier bei uns.

ppl

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Mehrleser 23.03.2016
1.
Was diese Fotostrecke mit "Dolce Vita" zu tun haben soll, erschließt sich mir leider nicht. Besonders die Piazza-Fotos des italienischen Foto-Professors wirken in ihrer Komposition unterdurchschnittlich wie ein Touristen-Schnappschuss. Oder ist das etwa beabsichtigt und somit hohe Kunst?
Abel Frühstück 23.03.2016
2.
"Die Schwarzweißfotografien von Ruslan Lobanov erinnern dagegen stark an die Bilder von Helmut Newton." Wen?
vera gehlkiel 23.03.2016
3.
Mir würde zu jedem der Bilder ein halber Roman einfallen, insbesonders zu dem aparten Mädchenpopo vor der Männergruppe (wobei die ihn aber nicht sehen können, sondern nur der Fotograf) könnte ich sogar einen Wälzer erfinden, der "Buddenbrooks" und "Zauberberg" vom Volumen her weit in den Schatten stellt – und ich finde, so muss das auch sein, wenn man hohe oder niedrige, senkrechte oder waagerechte Kunst betrachtet. Unbedarftere nennen es auch Erotik. Ich finde fast jedes dieser Bilder atemberaubend erotisch, offen gestanden, und dem entzieht sich glaub ich auch keine/r bei der Betrachtung von Ekberg/Mastroianni, selbst nicht nach so langer Zeit. Ich denke also, es ist eine würdige Ikonographie zu dem italienischen Kultfilm Fellinis.
schocolongne 23.03.2016
4. Sorry, kein Vergleich...
Ruslan Lobanov's Bilder mögen ja gut und schön sein, haben aber mit der Fotografie von Helmut Newton nichts gemein, das haben andere schon wesentlich besser nachgeahmt. Der Typus seiner Models hat nichts von den freien, sinnlich starken, blühenden "Newton-Frauen" und seine die Bilder wirken einfach flau. Ein Bezug der Fotografien Lobanov' zu "La Dolce Vita" drängt sich, sehr zurückhaltend ausgedrückt, nicht eben auf. -Im Gegensatz zu Newtons Style, dessen Anmutung 100% "La Dolce Vita" kompatibel war.
io_gbg 23.03.2016
5.
Zitat von Abel Frühstück"Die Schwarzweißfotografien von Ruslan Lobanov erinnern dagegen stark an die Bilder von Helmut Newton." Wen?
Und was ist die "ikonische Szene": "Ikonisch" heißt laut Duden "1. in der Art der Ikonen" "2. bildhaft, anschaulich" Das erste kann es nicht sein. "Bildhaft" ist die Szene aber auch nicht, "anschaulich" auch nicht? Gemeint ist wohl Englisch "iconic". Das bedeutet aber auf Deutsch "kultig". Wenn das gemeint ist, warum steht es nicht da?
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