Mailänder Modewoche Die Highlights von Tag eins

Die Milano Moda Donna muss diesmal einige namhafte Ausfälle verkraften. Dafür konkurrieren in diesem Jahr zwei Designer um den ganz großen Show-Coup: der Deutsche Philipp Plein und Altmeister Giorgio Armani.

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Mailand ist bekannt für aufwendig inszenierte Modenschauen. Rund 60 große Shows stehen diesmal im Kalender, darunter Italiens Topdesigner und Luxuslabels wie Armani, Prada, Fendi und Moschino. Zwei Traditionshäuser begehen in dieser Woche sogar besondere Jahrestage: Versace feiert sein 40-jähriges Bestehen, und Missoni gibt es schon seit 65 Jahren. Dementsprechend bombastisch werden die Vorführungen sein.

Allerdings muss die lombardische Metropole diese Saison einige prominente Ausfälle verkraften. Bottega Veneta verzichtet nach dem im Juni vollzogenen Designerwechsel auf eine Show. Der neue Kreativdirektor Daniel Lee wird erst für den Herbst 2019 eine Kollektion präsentieren. Auch Gucci ist nicht mit dabei. Alessandro Michele, der zuletzt mit "Frankenstein trifft Game of Thrones"-Show für Aufsehen sorgte, zeigt seine neuesten Entwürfe bei einem Gastspiel in Paris.

Dafür kehrt der vor anderthalb Jahren auf die New Yorker Fashion Week abgewanderte Deutsche Philipp Plein zurück. Mit seinen teuren Inszenierungen ist er immer gut für ein Spektakel.

In dieser Saison könnte ihm auf diesem Gebiet jedoch Giorgio Armani den Rang ablaufen. Der 84-Jährige plant offenbar den ganz großen Show-Coup: Für die Vorführung seiner Linie Emporio Armani hat der Designer einen Hangar auf dem Mailänder Flughafen Linate angemietet. Dort zeigt er am Donnerstagabend die Frauen- und Männerkollektion.

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Milano Donna Moda: Die Highlights von Tag eins

Dass Armani noch immer zu den Topadressen der Zunft zählt, war bereits am Dienstag zu sehen. Das zeigte mit Arthur Arbesser ein ehemaliger Armani-Schüler. Der Österreicher verfeinerte sieben Jahre lang sein Handwerk beim Altmeister der italienischen Mode, und macht nun schon seit einiger Zeit mit seinem eigenen Label von sich reden. Am Dienstag zeigte er gewohnt verspielte Teile: wilde Muster, viel Colourblocking und bunter Strick.

Weitere Highlights des ersten Tages waren die Shows von Alberta Ferretti und Jil Sander.

Ferretti ist eigentlich bekannt für Chiffon und Tüll, versucht aber seit einigen Saisons dieses Image abzulegen. Sie experimentierte zuletzt mit Jeansstoff und Nylon. Auch sie muss eine neue Generation von Kundinnen bedienen, die weniger auf Eleganz als auf Alltagstauglichkeit Wert legen. Besonders im Vergleich zu den auf die jüngere Zielgruppe zugeschnittenen Teilen wirken die klassischen Ferretti-Stücke nun aus der Zeit gefallen. Hier fehlt eindeutig eine klare Handschrift.

Klare Kante bei Jil Sander

Klare Kante zeigten Lucie und Luke Meier. In ihrer mittlerweile dritten Damenkollektion für Jil Sander zeigte das Ehepaar größtenteils kastige Entwürfe mit deutlichen japanischen und chinesischen Einflüssen: Maohemden mit übergroßen Manschetten und Sandalen mit Zehentrenner und hohen Holzsohlen. Auffallend waren außerdem die Sockenstiefel mit offenem Zehenbereich und Stiefel in Ballettschuhoptik.

Das Thema Natur ist eines der Markenzeichen der von Luke und Lucie Meier weiterentwickelten Jil-Sander-Handschrift. Das Ehepaar bringt unterschiedliche Designansätze mit: Sie kommt aus dem klassischen Bereich mit Stationen bei Louis Vuitton, Balenciaga und Dior. Er hat einen Streetwear-Hintergrund, war acht Jahre bei Supreme und mischt für sein eigenes Herrenlabel OAMC Militärisches mit Skateroptik.

In der neuen Kollektion kommt stärker die Ästhetik von Luke Meier zum Vorschein. Denn im kommenden Frühjahr dreht sich alles um die Uniform. Das Thema interpretieren die Meiers jedoch nicht militärisch, sondern über eine klare, formale Ästhetik, die sie mit ungewöhnlichen Formen und Details aufbrechen.

mit Material von dpa



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