Powerfrauen, Eleganz und Karos Die Trends der Mailänder Modewoche

Ob kariert oder nicht, oversized oder mit Bustier: In Mailand zeigten die Designer vor allem Entwürfe für starke, selbstbewusste Frauen. So sehen die neuen Modetrends für den Herbst aus.

Models bei Versace
REUTERS

Models bei Versace


Mailands Mode steht seit Längerem in der Kritik. Man erwartet sich von hier mehr frische Impulse - da spielt die Pariser Konkurrenz derzeit in einer anderen Liga. Aber in puncto Handwerk, Material und Verarbeitung sind die italienischen Designer nach wie vor unschlagbar. Auch in Sachen Herbsttrends gab es während der Modewoche einiges zu entdecken:

Powerfrauen: "Jede dieser Frauen ist eine Königin." So kommentierte Donatella Versace den Auftritt der Models in ihrer Show. Auch Labels wie Max Mara, Alberta Ferretti oder Fendi zeigten starke, selbstbewusste Frauen. Zwei Stilmittel: schwarzes Leder und markante Schultern.

Fransen: Ein beliebtes Ornament im kommenden Herbst/Winter, gesehen unter anderem bei Etro und Cividini.

Schutz: Überdimensionierte Steppjacken (Moncler, Marco de Vincenzo), Westen in leuchtenden Farben (Prada), Stulpen über dem Ärmel (Cividini): Schutz ist ein wichtiges Anliegen der Designer. Gegen Wind und Wetter oder die Gefahren des Alltags. "Ich träume davon, dass Frauen abends angstfrei durch die Straßen gehen können", sagte Miuccia Prada nach der Show. Auch sie verspüre bei Dunkelheit oft ein Gefühl der Beklemmung.

Volumen: Wollte man auch diesen Trend in Bezug zum Zeitgeist setzen, dann stünde er wohl für eine "Entsexualisierung": Die Stoffe entfernen sich oft weit vom Körper. Es gibt aber auch Korsagen- und Bustier-Elemente - bei Jil Sander oder Versace. Sie sollen vor allem die Stofffülle bändigen.

Karos: Man sah sie überall in Mailand, auf den Laufstegen wie auch in den Showrooms. Von Versaces schottischen Punk-Tartans über klassische Glenchecks bis hin zu Brunello Cucinellis Folk-Interpretationen.

Eleganz: Wenn selbst ein sonst eher zu schrillen Tönen neigendes Label wie Moschino auf Jackie Kennedy setzt, ist die Eleganz wohl wieder rehabilitiert. Nach dem Sportswear-Hype dürfen es nun auch mal wieder Kostüme, Röcke (lang und in Falten) und präzise geschnittene Blazer sein.

Poncho & Co.: Die Alternativen zum Mantel heißen Cape, Poncho und Stola.

Farben: Warme Naturtöne (zum Beispiel bei Salvatore Ferragamo), hin und wieder auch kräftige Signalfarben (unter anderem bei Prada) - das Mailänder Farbbild umfasst viele Facetten.

löw / Axel Botur, dpa



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