Highlights der New York Fashion Week Küren Sie den schönsten Look!

Pornokleider, Gesundheitsschlappen und Roben so raffiniert wie Spezialeffekte: In der zweiten Hälfte der New Yorker Fashion Week gab es viel zu bestaunen. Welches das schönste Outfit war, entscheiden Sie.

Ein Model in einem Entwurf von Designerin Romona Keveza
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Ein Model in einem Entwurf von Designerin Romona Keveza

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Die zweite Hälfte der New Yorker Modewoche ging ruhiger über die Bühne als der erste Teil. Zum Beispiel bei Marc Jacobs, der die Fashion Week beendete und eigentlich nicht bekannt ist für die leisen Töne. Wo Tom Ford wenige Tage zuvor noch mit Pomp und Klubatmosphäre geklotzt hatte, setzte Jacobs auf äußerste Zurückhaltung. Er zeigte ebenfalls in der Park Avenue Armory, ließ die Schauräume aber nahezu undekoriert und verzichtete bis fast ganz zum Schluss auf Musik. Nur zum Finale seiner Modenschau wurden die Boxen aufgedreht (gespielt wurde die Arie aus dem Film "Diva"), ansonsten war das Klacken hoher Absätze der einzige Soundtrack.

So viel Diskretion bedeutet meistens extravagante Kleidung. Für den kommenden Frühling hat Marc Jacobs die Eindrücke einer mehrmonatigen Fantasiereise in Stoff verarbeitet. Aus dem Mund des Designers klingt das dann so: "Während Freunde Urlaub machten, reisten wir in unseren Köpfen irgendwohin, irgendwo jenseits der großstädtischen New Yorker Landschaft." Soll heißen: leuchtende Farben, viel Orange und Gelb, großflächige Blumenmuster und afrikanisch anmutende Gewänder.

Outfit aus der Frühjahrskollektion von Marc Jacobs
DPA

Outfit aus der Frühjahrskollektion von Marc Jacobs

Alles eher weit geschnitten und durchaus tragbar, irgendwie eine Mischung aus Abendgarderobe und Athleisure. Gelaufen wurde auf bequemen Birkenstock-Klonen. Als Accessoires gab es überdimensionierte Bauchtaschen und jede Menge Turbane, inspiriert von einem Met-Gala-Outfit. Kate Moss hatte 2009 zu ihrem goldenen Kleid eine Kopfbedeckung in derselben Farbe getragen. Ihr Begleiter damals? Genau. Marc Jacobs.

Marc Jacobs und Kate Moss bei der Met Gala 2009
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Marc Jacobs und Kate Moss bei der Met Gala 2009

Ebenfalls vom Reisen inspiriert, aber wesentlich eleganter ist die neue Kollektion von Keren Graig und Georgina Chapman. Das Designerduo ist besser bekannt unter dem Namen Marchesa und zeigte in New York eine traumhafte Kollektion: Zeitlose Klassiker aus fließendem Tüll, Kleider so raffiniert geschneidert, als würden die Models nur in eine Rauchwolke gehüllt über den Laufsteg spazieren. Außerdem einschultrige Ballroben mit Farbverläufen von dunkel nach hell.

Kleid von Marchesa
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Kleid von Marchesa

Ähnliche Übergänge gab es bei Oscar de la Renta zu sehen. Laura Kim und Fernando Garcia bekamen das Spiel mit den Farben noch einen Tick besser hin. Die beiden hatten schon viele Jahre im Namen Oscar de la Rentas Mode gemacht, bevor sie 2016 Peter Copping als Chefdesigner ablösten, weil der keine Lust mehr hatte. Erfreulicherweise, muss man nach dieser Kollektion sagen. Denn selbst die Alltagsoutfits von Kim und Carcia sind schick, aber eben nicht ZU schick geraten.

Entwurf von Oscar de la Renta
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Entwurf von Oscar de la Renta

Altrosa, lavendelfarben und sehr blau war es bei Michael Kors. Der zeigte mal wieder, dass sein Name für mehr steht als goldene Initialen an Handtaschen, aber auch, wo seine Wurzeln liegen: in Sportswear mit klassischen Schnitten. Der nächste Frühling beginnt für Michael Kors mit klobigen Sweatern, Trenchcoats und zweireihigen Blazern. Für den Strandurlaub gibt es nun eine eigene Kollektion. Hingucker waren die Flipflops zu den Abendkleidern, der Rest war eher unauffällig. Badesandalen gab es sonst nur noch bei Rihanna/Fenty X Puma zu sehen, dort allerdings in der High-heel-Version.

Rihanna schickte Models mit Flipflop-High-Heels über den Laufsteg
REUTERS

Rihanna schickte Models mit Flipflop-High-Heels über den Laufsteg

Was war sonst noch auffällig?

Übergrößen gab es außer bei Michael Kors, vorgeführt wie immer von Ashley Graham, nur noch bei Addition Elle und bei Torrid zu sehen. Torrid feierte sein Debüt in Manhattan. Schön, aber abgesehen von der Größentabelle nichts Besonderes: geschlitzte Röcke, ein Lederkorsett zu bestickter Jeans und Blusenkleid, Army-Jacket über Spitze. Da geht noch mehr. Nicht nur, weil Torrid, nach Cabiria und Addition Elle, erst das dritte reine Plus-Size-Label bei der Fashion Week war.

Torrid: schön, aber ungefährlich
REUTERS

Torrid: schön, aber ungefährlich

An den Hadid-Schwestern und Kendall Jenner kommt nach wie vor keiner vorbei. Meistgenannter Name in diesem Jahr war aber wohl Kaia Gerber, perfektes Produkt der Modelgene von Mama Cindy Crawford und Papa Rande Gerber. Mit 15 Jahren ist sie groß im Kommen. Neben Raf Simons (für Calvin Klein) buchten sie noch Marc Jacobs, Coach, Rihanna und Alexander Wang.

Kaia Gerber läuft für Alexander Wang
AFP

Kaia Gerber läuft für Alexander Wang

Gesprächsthema war auch die pornöse Vagina-Mode der Marke Namilia aus Berlin. Nan Li und Emilia Pfohl hatten die aufmerksamkeitsschaffende Idee, nun ja, Kleider mit weiblichen Genitalien zu verzieren.

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Apropos: Nicki Minaj lieferte auch einen Aufreger mit Deutschlandbezug. Die Rapperin weigerte sich, bei Philipp Plein auf die Bühne zu gehen, bevor sie nicht ein Hühnchen von der Fast-Food-Kette Popeye hatte. Nach den Hähnchenschenkeln und knapp einer Stunde Wartezeit konnte die Sieben-Millionen-Dollar-Show dann endlich über die Bühne gehen.

Nicki Minaj nach ihrem Hühnchen
AFP

Nicki Minaj nach ihrem Hühnchen


Jetzt sind Sie an der Reihe: Welches Kleid ist Ihr Favorit? Sie sehen zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie das Ihrer Meinung nach schönere Outfit anklicken. Am Ende bleibt der Siegerlook übrig.

mit Material von AP

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