Royal Wedding Pfeif auf den Dresscode

Königliche Hochzeiten sind ziemlich steife Angelegenheiten: Der Dresscode ist heilig, jeder ist darauf bedacht, nicht aus der Reihe zu tanzen. Model Cara Delevingne tat es zum Glück doch.

Cara Delevingne und Hochzeitsgäste
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Cara Delevingne und Hochzeitsgäste

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Die Trauung von Prinzessin Eugenie und Jack Brooksbank verlief wie erwartet. Alle herausgeputzt, alles poshy, aber längst nicht so viel Trara wie bei Harry und Meghan. Hier und da kämpften die Gäste mit dem Wind, der Röcke und Hüte hob, zwei Blumenkinder stolperten über ihre Füße und die Stufen von St. George's Chapel. Ansonsten ging die Zeremonie reibungslos über die Bühne.

Einziges modisches Highlight war der Auftritt von Cara Delevingne. Als Modell sieht sie von Berufswegen gut aus. Aber wie sie in Frack und Zylinder, umrahmt von Männern, zur Kirche schlenderte - das war schon was.

Delevingne spielte geschickt mit den Regeln für diesen Tag. Sie pfiff auf die Kleiderordnung, die Schwarz verbietet und Frauen nur Kleid und Hut erlaubt. Trotzdem wird ihr Outfit der Etikette gerecht: Schultern, Knie und Kopf sind bedeckt. Minuspunkte gibt es höchstens für den Zahnstocher im Mund. Alles in allem aber ein gelungener Auftritt.

Cara Delevingne (2. v. l.)
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Cara Delevingne (2. v. l.)

Caras Schwester, Poppy Delevingne, traute sich ebenfalls was, blieb allerdings näher an klassisch royalen Kleidervorschriften. Ihr hellblaues Kleid hat viele Ausschnitte und lässt entsprechend tief blicken. Das sieht gut aus, ist für so eine Veranstaltung aber vielleicht ein bisschen zu gewagt.

Poppy Delevingne
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Poppy Delevingne

Der Rest inklusive der Braut ging auf Nummer sicher. Prinzessin Eugenie lud zwar 250 Leute mehr ein als bei der ersten Royal Wedding in diesem Jahr, versuchte aber nicht, Meghan Markle - mit der sie nun irgendwie verschwägert ist - in den Schatten zu stellen. Sie heiratete in einem Kleid von Peter Pilotto und Christopher De Vos. Deren Sachen trägt die Prinzessin laut offizieller Verlautbarung aus dem Buckingham Palace schon seit Jahren.

Prinzessin Eugenie
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Prinzessin Eugenie

Für den großen Tag haben die beiden Londoner Designer ein langärmliges Hochzeitskleid konstruiert, dessen Ausschnitt sich nach hinten um die Schultern faltet. Der Rücken ist frei - ein ausdrücklicher Wunsch der Braut, die seit ihrem zwölften Lebensjahr eine lange Narbe von einer Wirbelsäulenkorrektur hat.

Peter Pilotto und Christopher De Vos drucken gerne große Muster auf ihre Teile. Diesmal durften sie aber nur Motive sticken, die für die Braut von Bedeutung sind: eine Distel für Schottland und Balmoral Castle, der irische Shamrock als Symbol für die irischen Vorfahren ihrer Mutter sowie Rosen und Efeu für das Haus York, dem Eugenie entstammt.

Jack Brooksbank und Prinzessin Eugenie
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Jack Brooksbank und Prinzessin Eugenie

Die Tiara im russischen Kokoshnik-Stil bekam die Braut von ihrer Oma, Queen Elisabeth II., geliehen. Der französische Juwelier Boucheron hatte sie 1919 für die Society-Lady Margaret Greville angefertigt, die all ihren Schmuck dem Königshaus vererbte. Die Ohrringe waren ein Hochzeitsgeschenk des Bräutigams.

Dem wurde im Vorfeld von seiner Oma beschieden, liebenswert, aber nicht der hellste zu sein. Bei der Trauung fiel das jedoch nicht auf. Das bisschen Sprechtext, das Brooksbank zu sagen hatte, kam ihm einwandfrei über die Lippen. Sein mitternachtsblauer Anzug war auch tadellos.

Sarah Ferguson
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Sarah Ferguson

Der Rest war dann Routine. Die Queen kam zuletzt, Robbie Williams war brav im Großen Gesellschaftsanzug unterwegs, Herzogin Kate trug Fuchsia, Meghan Markle bleibt Givenchy-Designerin Claire Waight Keller treu, Naomi Campbell kann alles tragen, und Sarah Fergusson sorgte mit einem komischen Auftritt kurz für Irritationen. Business as usual in Windsor Castle.



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