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Handybild von Scorpions-Gitarrist Jabs: "Eine amtliche Taille, sehr weibliche Rundungen"

Ein Interview von Anne Backhaus

Matthias Jabs: "Ich war noch nie so verliebt" Zur Großansicht
Anne Backhaus

Matthias Jabs: "Ich war noch nie so verliebt"

Viele von uns haben unzählige Fotos auf dem Handy gespeichert - und eines davon ist das wichtigste. In der Reihe "Eins aus tausend" erzählen Menschen die Geschichte ihres Lieblingsbildes. Dieses Mal: wahre Liebe mit den Scorpions.

Zur Person
Matthias Jabs, 59, ist seit 1978 Gitarist der deutschen Hard-Rock-Band "Scorpions". Seit 2008 betreibt er in München das Gitarren-Geschäft "MJ Guitars". Auf seinem Handy hat er 2243 Fotos gespeichert. "Die meisten mache ich aber inzwischen mit dem iPad, da ist die Kamera besser", sagt Jabs. Er hat zum Beispiel eine Sammlung von Urlaubsbildern. "Das macht mir immer gute Laune, die anzusehen. Hier zum Beispiel das, ein Pool direkt am Indischen Ozean." Sein Lieblingsbild ist allerdings ein anderes.

SPIEGEL ONLINE: Herr Jabs, welches Foto wollen Sie mir zeigen?

Jabs: Was hätten Sie denn gern?

SPIEGEL ONLINE: Ich möchte das Bild sehen, das Ihnen am meisten bedeutet.

Jabs: Das ist aber vielleicht langweilig.

SPIEGEL ONLINE: Zeigen Sie mal.

Jabs: Aber es ist eine Gitarre. Das kommt ja nicht wirklich überraschend.

SPIEGEL ONLINE: Warum ist Ihnen das Foto denn wichtig?

Jabs: Eine Les Paul von 1958, ein magischer Jahrgang, eine reine Schönheit, die Stradivari unter den Elektrogitarren. In dieser Art wurden die nur zwischen 1958 und 1960 gebaut. Inzwischen ist sie die meistgesuchte Gitarre der Welt, hinter der sind alle her.

SPIEGEL ONLINE: Und die auf dem Bild gehört Ihnen?

Jabs: Oh ja. Und sie ist in einmaligem Zustand. Sie begleitet mich seit den späten Achtzigerjahren und inzwischen müsste man dafür wohl an die 350.000 Euro zahlen. Es gibt einen richtigen Owners Club: Die stolzen Besitzer der Gitarre kennen sich.

SPIEGEL ONLINE: Wer hat außer Ihnen eine?

Jabs: Zum Beispiel Jimmy Page von Led Zeppelin. Und Eric Clapton.

SPIEGEL ONLINE: Wie sind Sie an das Instrument gekommen?

Jabs: Wir waren damals in den späten Achtzigern auf US-Tour und spielten in Minneapolis, da bekam ich einen Tipp. So etwas steht ja in keinem Geschäft rum. Zuerst wurde mir die "Flying V" angeboten, von Pete Townshend von The Who. Ein Fehler von mir, sie nicht zu kaufen, die war damals echt günstig und ich hätte sie nehmen sollen. Jedenfalls kam das Angebot von dem Techniker von Townshend und Clapton. Und der kam dann ebenfalls mit der Burst um die Ecke.

SPIEGEL ONLINE: Burst?

Jabs: So wird die Gitarre genannt. Die Farbe heißt "Sunburst", kurz: Burst. Eine besondere Lackierung. Schauen Sie mal, wie die auf dem Korpus verläuft!

Gitarre von Matthias Jabs: Ich nenne sie "Leslie" Zur Großansicht
Matthias Jabs

Gitarre von Matthias Jabs: Ich nenne sie "Leslie"

SPIEGEL ONLINE: Was dachten Sie, als Sie die Gitarre zum ersten Mal sahen?

Jabs: Das kann ich kaum erklären. Sie hat mich umgehauen. Mich hat die Optik völlig fertiggemacht. Diese Form... der Hammer! Eine amtliche Taille, sehr weibliche Rundungen.

SPIEGEL ONLINE: Sie klingen verliebt.

Jabs: Das ist auch so. Ich habe mich schon öfter in eine Gitarre verknallt, aber in keine so wie die. Ich nenne sie "Leslie". Ein sensationelles Gefühl. Ich habe sie gesehen, gekauft und sofort mitgenommen. Früher musste man bei solchen Ausgaben immer zum Tourmanager. Michael war der mit dem Bargeld. Ich konnte damals ja nicht mal eben mit der EC-Karte in den USA 5000 Dollar abheben.

SPIEGEL ONLINE: Also kam das öfter vor?

Jabs: Seit 1979 sind wir mit den Scorpions regelmäßig in den USA unterwegs, manchmal sechs Monate am Stück. Ich habe eigentlich immer, sobald es mal einen Tag frei gab, als erstes die Gelben Seiten aufgeschlagen und nach einem Gitarrenladen im Ort gesucht. Da bin ich dann hin und so haben sich über die Jahre knapp 400 Gitarren bei mir angesammelt.

SPIEGEL ONLINE: Suchten Sie mit System?

Jabs: Das war lange so, man braucht ja immer Gründe, die das Sammeln rechtfertigen. Erst habe ich nur Gitarren aus meinem Geburtsjahr 1955 gekauft. Irgendwann habe ich die Lackierung "Candy Apple Red" entdeckt, da stehe ich total drauf. Die sehen aus wie die Liebesäpfel auf dem Jahrmarkt. Das waren die nächsten, die ich haben wollte. Alle in dieser Farbe. Die erste habe ich 1984 in New York gekauft, eine Telecaster. Mit der habe ich den Anfang von "Wind of Change" gespielt.

SPIEGEL ONLINE: Sammeln Sie noch immer?

Jabs: Eigentlich nicht. Wenn man viel hat, ist irgendwann der Enthusiasmus weg.

SPIEGEL ONLINE: Es bringt Ihnen keinen Spaß mehr?

Jabs: Na ja, auf Tourneen spiele ich ohnehin nur noch Gitarren, die speziell für mich angefertigt sind. Von jeder gibt es zwei bis drei exakte Ersatz-Instrumente, falls mir während des Auftritts eine Saite reißt oder eine kaputtgeht. Hinter der Bühne warten locker 16 identische, unterschiedlich gestimmte Gitarren pro Konzert. Die hat man ja nicht alle lieb.

SPIEGEL ONLINE: Klingt einleuchtend.

Jabs: Dazu kommt unser Reisesystem. Wir nennen das A, B und C. Am 1. Mai reisen wir zum Beispiel nach China und nehmen die Anlage C mit. Wenn wir nach Russland fliegen, reist derweil C von China nach Korea, weil wir da im Juli spielen. In Russland, Tschechien und Polen benutzen wir deshalb Anlage A und so weiter. Das ist billiger, als immer mit dem gesamten Equipment zu reisen.

SPIEGEL ONLINE: Sie spielen zum ersten Mal in China.

Jabs: Ja, das ist spannend. Wir mussten gerade alle Songtexte des Programms nach China schicken. Wegen der Zensur und so. Mit Sex haben die hoffentlich kein Problem.

SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie nicht gerade auf Tour Ihr Lieblingsinstrument spielen?

Jabs: Eigentlich schon, ja. Andererseits: Das große Risiko möchte ich halt nicht mehr eingehen.

SPIEGEL ONLINE: Die Burst bleibt also daheim?

Jabs: An einem sicheren Ort. Sie begleitet mich nur noch ins Studio, da darf sie glänzen. Mit ihr zu reisen und aufzutreten, wäre einfach zu gefährlich. Auch wenn das schade ist. Eine Gitarre wird ja besser, wenn man sie viel spielt. Früher habe ich Leslie deshalb beim Soundcheck immer vor die Boxen gestellt. Damit wenigstens der Klangkörper beschallt wurde, wenn ich sie schon nicht live spielen konnte.

SPIEGEL ONLINE: Vermissen Sie sie?

Jabs: Immer. Es kribbelt in meinen Fingern, wenn sie nicht in der Nähe ist. Irgendwann bietet jemand eine Million dafür, da bin ich mir sicher. Aber die verkaufe ich nie.

Zum Start der Interviewreihe hat Anne Backhaus einen Instagram-Account angelegt und teilt dort nahezu täglich eins der tausend Fotos, die sie pro Woche macht. Sie nutzen ebenfalls Instagram und wollen mitmachen? Dann setzen Sie den Hashtag #einsaustausend, Backhaus wird Sie finden und vielleicht Ihr Lieblingsfoto zeigen - eine Auswahl finden Sie in der Bildergalerie.

Und wer ihr seine ganz besondere Fotogeschichte erzählen möchte, schreibt bitte mit dem Bild, um das es geht, an einsaustausend@gmail.com

Zur Autorin
  • Anne Backhaus
    Anne Backhaus, Jahrgang 1982, bekam die Idee für "Eins aus tausend", als sich auf ihrem Handy 3574 Fotos angesammelt hatten und sie aus Speichermangel löschen musste. Das ging viel leichter als befürchtet. Backhaus lebt in Hamburg, im Anschluss an ihr Volontariat bei SPIEGEL ONLINE arbeitete sie als Video-Reporterin für die Redaktion. Heute reist sie als Autorin und Filmemacherin um die ganze Welt. Von den Menschen, die sie unterwegs trifft, finden sich einige mit ihrer Foto-Geschichte hier wieder.

Lieblingsbilder unserer Leser
Haiflug

"Ein Sommerabend am Starnberger See, meiner alten Heimat", schreibt Sebastian Schröder. "Und auf einmal bricht der Zuckerguss von Normalität, das Absurde wird sichtbar... das macht dieses Foto für mich zu einem meiner Lieblingsbilder. Auf meinem Handy haben sich über die Jahre 5829 Bilder angesammelt."

Knochenjob

"Der fast unerträgliche Gestank hat mich zuerst angezogen", schreibt Horst Werner. "Zwei Männer kochen da, in einem kleinen Laden im albanischen Teil von Skopje, Tierhäute ein. Später wurden sie auch noch gefärbt. Ich habe das Bild vor ca. zwölf Jahren aufgenommen und zeige es gerne vor, wenn wieder mal das Genörgel über Verhältnisse am Arbeitsplatz bei Freunden und Bekannten losgeht. Das ist eigentlich der Hauptgrund warum ich es auf dem Handy habe." Werner hat 1547 Fotos auf seinem Telefon.

Überraschungsbesuch

"Ich wollte meinem siebenjährigen Neffen und meiner fünfjährigen Nichte mit einem Ausflug in die Wiesbadener Fasanerie eine Freude bereiten", schreibt Esther Schlenker. "Leider ist das nicht so ganz gelungen, da beide lieber ins Kino wollten, als 'langweilige' Waldtiere zu beobachten. Plötzlich schrie meine Nichte und versteckte sich hinter mir. Als ich mich umdrehte, stand dieser Hirsch genau vor uns und sah mir direkt in die Augen. Diese Mischung aus Imposanz und Ruhe, die das Tier ausstrahlte, macht dieses Bild für mich so eindrucksvoll." Schlenker hat 872 Bilder auf ihrem Handy.

Urlaubsflucht

"Das Bild habe ich am Flughafen in Denver aufgenommen", schreibt Julia Egner. "Es war mein erster richtiger Urlaub seit zehn Jahren, die ganze Reise war eher wie eine Flucht. Ich hatte Stress mit meinem Freund, stand kurz vor dem Abitur (das ich in der Erwachsenenbildung nachmachte) und hatte mit körperlichen Problemen zu kämpfen. In Colorado schien die ganzen zwei Wochen die Sonne und am Ende meines Urlaubs ging es mir sehr viel besser - das symbolisiert dieses Bild mit den bunten Farben für mich." Egner hat 341 Fotos auf ihrem Handy.

Konsumtempel

"Ich war mit meiner Frau und meinem vierjährigen Sohn auf dem Weg nach Marfa, als wir auf diese Installation von dem Künstlerduo Elmgreen & Dragset trafen", schreibt Lars Pillmann. "Mitten im Nirgendwo standen wir vor dem kleinen Gebäude. An einem Ort, wo man eher eine Tankstelle oder einen Diner erwartet, steht ein Prada Store mit Schuhen und Taschen in der Auslage. Um der surrealen Situation etwas Menschliches und ein Gefühl für die Proportionen zu geben, habe ich meinen Sohn davor gestellt."

Kurzbesuch

"Das Foto entstand bei einem Zwischenstopp auf dem Weg von San Francisco nach Los Angeles", schreibt Romano Otte. "Wir hatten uns gerade ein paar Brote gemacht, als das Eichhörnchen hinter einem Fels hervorgekrochen kam. Zuerst war es sehr vorsichtig und schreckhaft, aber dann wurde es so zutraulich, dass es mir sogar aus der Hand gefressen hat. Als wir weiter mussten, tat es in der Seele weh, das Eichhörnchen zurück zu lassen. Aus unserer Sicht hat es traurig geschaut, aber wahrscheinlich hatte es nur noch Hunger." Otte hat 700 Fotos auf seinem Telefon.

Traumhaft

"Das Foto ist in unseren Flitterwochen auf den Malediven entstanden", schreibt Kathi Hunger. "Wir waren einfach glücklich. Ich hatte immer von einer Hochzeit und Flitterwochen geträumt, da ich aber recht spät noch ein Studium begonnen habe und mein Mann vom Heiraten nicht ganz so angetan war, musste das warten. Im November 2014 war alles perfekt: Ich hatte ein abgeschlossenes Studium, einen tollen Job, war seit fast drei Monaten mit dem tollsten Mann der Welt verheiratet und schlussendlich noch auf dieser Trauminsel." Hunger hat 600 Fotos auf ihrem Handy, davon 120 von der Hochzeitsreise.

Kunstklops

"Seit Kurzem wohnen mein Freund Hannes und ich zusammen", schreibt Henrike Scholl. "Er hat von Freunden einen fürchterlichen Kerzenklotz bekommen. Als meine besten Freundinnen zu Besuch waren, habe ich ihnen gesagt, sie möchten sich bitte betrunken dagegenschmeißen und ihn zerstören. Ich konnte das ja nicht, da klar war, wie doof ich den Klops finde. Meine Freundin Steffi meinte dann, das Ding sehe aus wie Vetter Ed von der Addams Family. Das fanden wir super lustig und haben den Kerzenklops umgestaltet. Jetzt ist er Kunst und wohnt bei uns auf dem Balkon." Scholl hat 824 Bilder auf ihrem Handy.

Fankultur

"Das Foto entstand am Tag des ESC-Vorentscheides", schreibt Dana Dumann. "Wir sind mit der Band Laing befreundet und haben uns alle zu einer ESC-Party getroffen, um am Fernseher mitzufiebern. Ich saß neben der Plattensammlung und das Album stand natürlich ganz vorn. Die Band hat es dann leider nicht geschafft, aber trotzdem war es ein toller Abend und dieses Bild ist eine schöne Erinnerung. Wir sind stolz auf die Mädels!" Dumann hat 500 Fotos auf ihrem Handy.

Seelenfrieden

"Das Foto habe ich in München auf der Auer Dult gemacht", schreibt Eva Maurer. "Ich liebe die Gemütlichkeit und das bayerische Flair dort. Der alte Herr mit dem Hund ist immer da. Für mich bedeutet das Bild sehr viel. Ich sehe die beiden zusammen und vergesse in dem Moment alles Schlimme, was in der Welt passiert. Das ist pure Liebe, Ruhe und eine wunderbare Freundschaft!" Auf ihrem Handy hat Maurer (@fridakahlo52) 800 Bilder.

Jugendfreude

"Das Bild zeigt den Moment, in dem das Fußballteam meines Sohnes Maximilian einen langersehnten Titelgewinn mit dem TuS Leider Aschaffenburg feiern konnte", schreibt Horst Speier. "Es entstand 2012 bei einem Auswärtsspiel. Er steckt da mittendrin und die Freude über die Trophäe ist den Gesichtern anzusehen. Es ist eines meiner Lieblingsbilder, denn diesen Moment könnte man niemals nachstellen. Ein paar Jahre später sind die Burschen etwas cooler und die Freude über einen Sieg ist vielleicht ein wenig abgeklärter." Speier (@eyecatcher64) hat auf seinem Handy 2500 Bilder.

Überwindung

"Dieses Foto bedeutet mir etwas, da ich an diesem Abend das erste Mal seit sehr langer Zeit wieder ausgegangen bin", schreibt Marie Heymann. "In den vergangenen Monaten fiel es mir oft schwer unter Menschen zu gehen. Für mich ist das Bild ein Zeichen dafür, dass ich gegen meine Probleme gewinnen kann." Auf ihrem Handy hat Heymann 1500 Fotos.

Wunscherfüllung

"Die für mich schönsten Aufnahmen aus den 1250 Bildern auf meinem Handy sind eine Reihe von Bildern meines Sohnes mit verschiedenen Real Madrid Stars", schreibt Thomas Möcker. "Mein Sohn hat einen langen Krankheitsverlauf hinter sich und mit dem Treffen mit den Fußballstars wurde Ihm ein Herzenswunsch erfüllt. Real Madrid hat uns ins Stadion eingeladen. Auf dem Foto ist er mit dem spanischen Nationaltorhüter Iker Casillas zu sehen." Möcker ist Foto-Künstler und erstellt unter dem Projektnamen "Artworkers" großformatige Collagen.

Blickwechsel

"Ich mag dieses Foto, weil es für mich den Sommer in der Stadt repräsentiert", schreibt Judith Schenten. "Ich war auf dem Weg ins Büro und es schien ein warmer Sommertag zu werden. Die Stimmung erinnerte mich an Urlaube in Italien. Später entdeckte ich, dass ich das gleiche Motiv bereits im Sommer zuvor aufgenommen hatte. Beim Vergleich fand ich den zweiten Schuss formal aber wesentlich interessanter. Mein Blick hat sich weiterentwickelt, auch deshalb mag ich dieses Foto." Schenten hat 216 Bilder auf ihrem Handy.

Frühchen

"Dieses Bild bedeutet mir die Welt. Es wurde aufgenommen als meine Tochter eine Woche alt war und auf der Intensivstation lag", schreibt Jennifer Renz. "Sie musste per Notkaiserschnitt einige Wochen zu früh geholt werden, hat anfangs nicht geatmet und keinen Herzschlag gehabt. Die Ärzte haben sie sofort reanimiert und in ein anderes Klinikum in einer anderen Stadt gebracht. Als ich aus der Narkose aufwachte, war mein Kind nicht bei mir. Das Foto erinnert mich daran, was für eine kleine Kämpferin sie war und ist. Sie wollte leben und das hat sie allen gezeigt!" Renz hat 5000 Bilder auf ihrem Handy.

Sehnsuchtsblick

"Die Opernfestspiele in der Stiftsruine Bad Hersfeld werden in ehrenamtlicher Arbeit organisiert. Die Künstler sind natürlich Profis, aber der Rest wird von uns gemacht", schreibt Alf Rothe. "Bei den Proben zu 'Cosi fan Tutte' von Mozart haben wir unsere Kinder gebeten zu fotografieren, um sie zu beschäftigen und von Handy-Spielen fernzuhalten. Das Foto zeigt den sehnsüchtigen Kinderblick auf ein iPhone. An diesem Tag sind aber so dank der Kinder wunderschöne Backstagefotos entstanden, die sich rasanter verbreitet haben als unsere professionellen Bilder." Rothe hat 1841 Fotos auf dem Handy.

Begleithund

"Dieser alte Mann hat sich den wohl perfekten - weil geduldigen, treuen (und das Wort "Erbschaft" nicht mal kennenden) - Begleiter fürs Alter ausgewählt", schreibt Hans Borghorst. "Ich habe deshalb einen Effekt gewählt, der den Mann im Verhältnis zum kräftigen Schwarz des Hundes und des Baumes ein wenig durchscheinend wirken lässt. Die nahe und scharfe Kurve symbolisiert außerdem: es ändert sich bald etwas und was danach kommt, ist ungewiss." Borghorst (@h_borghorst) hat 500 Aufnahmen auf seinem Handy.

Geschafft

"Mein Lieblingsbild ist für mich voller positiver Emotionen", schreibt Sonja Maimone. "Es ist das Abschlussbild einer 165 km langen Wanderung, die ich mit meinem Mann im Juni 2014 gemacht habe. Wir sind die ersten acht Etappen des traumhaften South West Coast Path gewandert. Nach dieser Wanderstrecke und über 7000 Höhenmetern war es ein schönes Gefühl, das Ziel erreicht zu haben. Das Foto ist an der Küste des Ortes Bude entstanden." Maimone (@mufflonwoman1) hat 1430 Bilder auf ihrem Telefon.

Umzingelt

"Ich habe dieses Bild in Berlin auf dem Alexanderplatz aufgenommen", schreibt Selin Yesil. "Wir waren mit der Schule auf einer Seminarfahrt, hatten kurz Freizeit und wollten etwas essen. Also haben wir uns auf die Bank gesetzt und plötzlich kam eine ganze Bande Vögel angeflogen. Sie hatten überhaupt keine Angst, mir das Essen aus den Finger zu reißen. Das war richtig schön. Meine Freundin hat dieses Foto dazu geschossenen. Es bedeutet mir viel, weil es so ein einfacher Moment war, der später zu einer tollen Erinnerung wurde. Auf meinem Handy habe ich an die 1000 Bilder."

Kindheitstraum

"Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich das erste Mal im Urlaub auf den Malediven bin", schreibt Si Liu. "Für mich geht hier ein Kinderwunsch in Erfüllung, weil ich dieses klare Meerwasser endlich mit eigenen Augen sehen kann! Auf Instagram habe ich Ihr Bild vom Meer gesehen und gelesen, dass sie es vermissen. Da dachte ich mir, mein Foto würde passen."

Glücksportrait

"November 2012, Berlin war kalt und grau. Ich plante eine Reise an die Riviera und fragte meine damals 80-jährige Mutter, ob sie mitkommen möchte", schreibt Michael Duwe. "Sie war immer abenteuerlustig und so fuhren wir bis nach Menton und buchten uns dort direkt an der Promenade in einem alten Hotel ein. Am nächsten Morgen schien die Sonne, das Meer erstreckte sich weit und Mama, in ihrem schicken roten Seidenpyjama, lachte mir vom Balkon entgegen. Im Jahr darauf starb sie, aber dieser Moment des Glücks lässt mich jedes Mal lächeln und wird mich immer begleiten."

Ruhepause

"Mir ist dieses Bild so wichtig, weil es für mich Freiheit bedeutet", schreibt Natanja Marija Grün. "Es entstand bei einem Spaziergang in Straßburg. Ich hatte in meinen Leben gerade viel verändert. Bei den Schwänen zu verweilen verbinde ich mit einem tiefen Atemzug, der Ruhe vor dem Sturm. Wenn ich an diesen Moment und die damit verbundene Zeit denke, weiß ich im Nachhinein, dass alles machbar ist. Eine Freiheit, die nun jeden Berg vor mir ganz klein macht." Grün fotografiert immer so viel, bis ihr Handy bei 3000 Bildern voll ist. Dann speichert sie um, meist mehrmals pro Jahr.

Rückansicht

"Ich habe dieses Bild während des Strangelove Moving Image Festivals in London gemacht", schreibt Genia Blum. "Es zeigt meine Tochter Daria, die ein Foto von dem Monitor aufnimmt auf dem ihr Video "150219" gezeigt wurde. Vielleicht stand sogar noch jemand hinter mir und hat uns beim Fotografieren aufgenommen. Ich habe mich aber nicht umgedreht, also werden wir das nie wissen." Blum (@ballettluzern) hat 1351 Fotos auf ihrem Handy.

Vorfreude

"Mein Lieblingsfoto entstand auf der Aussichtsebene des Dresdener Flughafens. Für einige Monate pendelte ich zwischen Bochum und Bautzen und habe mir manchmal die Wartezeit auf den Flieger gen Heimat mit Fotografieren vertrieben", schreibt Thomas Clemens. "Ich mag dieses Bild besonders wegen der ruhigen Stimmung, dem Licht und dem Blick in die Weite außerhalb des Gebäudes, auch wenn dort eigentlich nicht viel zu sehen ist. Ich verbinde damit das gute Gefühl des bevorstehenden Wochenendes zu Hause." Clemens hat 393 Fotos auf seinem Handy.

Hightech-Rennen

"Mein liebstes Foto ist auf einer Kamelrennbahn in der Nähe von Doha entstanden, die ich während meines Praktikums in Katar besucht habe", schreibt Andy Fritzsche. "Ich bin recht häufig in meinem Leben verreist und habe schon einige interessante Orte kennengelernt, aber die Konfrontation mit einem streng islamischen Land und die Möglichkeit dieses in meinem zweimonatigen Aufenthalt kennenzulernen, war für mich bislang das Highlight meiner Reisen. Das Kamelrennen war eine sehr surreale Erfahrung für mich, da Roboter-Jockeys die Tiere ritten. Die Roboter wurden aus nebenherfahrenden Geländewagen ferngesteuert." Fritzsche hat 500 Fotos auf seinem Handy.

Eckblick

"Mein Lieblingsbild entstand in den Spinnerei-Galerien in Leipzig", schreibt Franziska Sander. "Meine Tochter widmete sich statt der Kunst lieber einem kleinen Käfer an der Wand. Ich fand das Motiv witzig und so nutzen wir spontan die Gelegenheit für dieses Familienfoto. Auf meinem Handy haben sich trotz regelmäßigen Aussortierens über 1800 Bilder angesammelt." Sander ist auf Instagram als @halbzwo.

Hungrige Hilfe

"Im Sommer 2014 arbeitete ich ein paar Monate an der Ostseeküste", schreibt Julia Rother. "Als Unterkunft hatte ich einen alten Wohnwagen aus DDR-Zeiten, der direkt am Wasser stand. Die Nachmittage und Wochenenden verbrachte ich fast immer allein, was mich manchmal ganz schön einsam machte. Eines Tages saß ich in der offenen Wohnwagentür, als es laut miaute. Scheu kam eine Katze unter dem Wagen hervor und schaute ganz neidisch auf mein Salamibrot. Kurzerhand gab ich ihr eine Scheibe ab. Seit dem Tag besuchte sie mich regelmäßig und nahm mir ein bisschen von der Einsamkeit." Rother hat 753 Bilder auf ihrem Handy.

Zurück in die Heimat

"An diesem wunderschönen Strand von Itacoatiara habe ich sechs Jahre meines Lebens verbracht", schreibt Caroline Schalinski. "Mit 20 bin ich nach Deutschland gezogen. Damals war so was für eine brasilianische Studentin eher ungewöhnlich, aber ich wollte die Welt sehen und Journalistin werden. Es hat aber viel besser geklappt, mich in einen deutschen Jungen zu verlieben. Ich sollte ein Jahr bleiben, daraus wurden sieben. Schließlich zogen mein Mann und ich aber nach Brasilien, 40km südlich von Rio an den Strand. Unter diesen Palmen ist seither so viel passiert und meine beiden Töchter kamen hier zur Welt." Schalinski hat 1.218 Bilder auf ihrem Handy.

Krabbelnde Empörung

"Mein Lieblingsbild entstand auf Kreta bei der Suche nach dem Strand", schreibt Markus Öhlinger. "Wir hatten uns verfahren und kaum noch Sprit im Tank. Plötzlich lag ein großer Stein auf der Straße. Ich stieg aus dem Jeep und meine Vermutung bestätigte sich: Der Stein war eine Krabbe! Meine Anwesenheit löste bei ihr sofortige Empörung aus. Um mir die Geschichte schön zu reden, interpretierte ich ihre Verteidigungsgesten als freudigen Willkommensgruß. Hinter dem nächsten Hügel waren wir dann sogar am Ziel."

Das Kreuz mit dem Hochhaus

"Dieses Hochhaus neben dem Rathaus Steglitz habe ich von meinem Zimmer im Benjamin Franklin Klinikum fotografiert", schreibt Andreas Heil. "Dort lag ich vor einigen Tagen noch als Patient. Ich habe das Gebäude zu verschiedenen Tageszeiten fotografiert. Das Kreuz auf dem Haus ist manchmal sehr gut sichtbar (wie auf dem Foto) und manchmal fast gar nicht. Als Patient im Krankenhaus ist das schon ein bisschen gruselig."

Goldenes Portrait

"Mein Lieblingsfoto ist ein Porträt von der Performance-Künstlerin Amanda Lepore", schreibt Isabella Krzyscik (@_izaiza _). "Ich hatte mir schon lange vorgenommen mal wieder auf Papier zu malen und habe total begeistert neue Farben bestellt. Mit den goldenen Haaren fing ich an. Ein Strich ging dann aber leider daneben und ich legte das Bild enttäuscht in die Ecke. Am nächsten Morgen habe ich noch einen Versuch gestartet und es hat geklappt. Darüber freue ich mich bis heute und das Gold ist Bombe. Auf meinem Handy sind aktuell 8430 Fotos."

Deutscher Ausblick

"Das Bild habe ich in einem Fenster in Berlin gemacht", schreibt Claudia Schrödl. "Das Fenster gehört zu einer der typischen Ladenzeilen im Erdgeschoss, wird aber privat bewohnt. Die puschelige, gleichgültige Katze mit den glühenden Augen neben diesem eigentümlichen Zwerg sieht einfach so schön kurios aus." Schrödl (@claudiaschroedl) hat 1300 Fotos auf ihrem Handy. 

Perfekter Sprung

"Mein Lieblingsbild ist im Dezember 2012 in Kapstadt, Südafrika entstanden", schreibt Julia Luka Lila Nitzschke (@zoooi.de). "Diesen sonnigen Tag verbrachten meine Tochter Cléo, meine Freundin Doreen und ich im Sea Point Pool. Das ist ein öffentliches Meerwasser-Schwimmbad direkt am Meer. Das Bild ist durch Zufall entstanden, wir beobachteten die tollkühnen Springer und wie immer machte ich davon einige Fotos. Auf einem war dann eben dieser perfekte Moment zu sehen. Noch heute kann ich nicht aufhören, mir dieses Foto länger anzuschauen. Ich fotografiere sehr viel und habe meist zwischen 2000 bis 3000 Bilder auf meinem Handy."

Inselhaus

"Ich besuchte die Burg Hochosterwitz in Kärnten und als mein Blick nach unten fiel, war da dieses leere Feld mit dem Gebäude zu sehen", schreibt Martin Schön (@mwsnex). "Für mich sah es aus wie eine Insel im Meer, ein idyllischer Fleck in der Einöde. Eigentlich verwende ich die Kamera in meinem Handy gar nicht. Ich lade nur ausgewählte Fotos auf mein Telefon, damit ich sie bei Instagram veröffentlichen kann. Das sind inzwischen ungefähr 50 Stück."

Wendepunkt

"Auf dem Foto sind meine beiden alten Freunde von der High School: Andrew und Emily, in der Mitte bin ich", schreibt Jan Gras. "Das Bild bedeutet mir viel, weil es einen wichtigen Wendepunkt darstellt. Ich war Auszubildender für Gesundheits- und Krankenpflege und wartete auf einen Studienplatz für Medizin. Innerhalb einer Woche ist meine Großmutter schwer krank geworden, ich hatte Liebeskummer und kassierte eine Absage für das Sommersemester. Dann machte ich vier Wochen Urlaub in Australien, in denen ich den Kopf frei bekam. Zurück in Deutschland hat dann plötzlich alles Sinn ergeben. Ich habe meine Ausbildung erfolgreich beendet und einen Studienplatz bekommen." Gras (@jangrasgruen) hat 3000 Fotos auf seinem Handy.

Wahlheimat

"Ich liebe die Kombination aus modernen Hochhäusern und den alten Reihenhäusern mit schmiedeeisernen Balkongittern aus der Kolonialzeit", schreibt Silke Elzner (@hapnthings). "Sydney ist seit mehr als 12 Jahren meine Wahlheimat und ich entdecke die Stadt jeden Tag neu. Ich bin Bloggerin und das Foto ist auf einer meiner Touren entstanden. Backpacker kennen Kings Cross nur als Ausgehviertel, aber hier findet sich auch viel Geschichte. Mein Handy habe ich immer griffbereit und inzwischen über 3600 Fotos von Sydney und meinen Reisen in Australien und der Südsee darauf gespeichert."

Liebe im Fenster

"Mein #einsaustausend Bild habe ich im Oktober 2013 in der ehemaligen Produktionsstätte von Zwieback Brandt in Hagen aufgenommen. Ich mag diesen Charme des Verfalls, der einem an vielen Stellen im Ruhrgebiet begegnet", schreibt Maja Tiegs (@frlmaja). "Mir bedeutet dieses Foto ganz besonders viel, weil es so melancholisch ist. Für mich drückt es den Widerspruch einer oft ziemlich kaputten Welt und einer so wundervollen Sache wie der Liebe aus, nach der wir schließlich alle irgendwie suchen. Momentan habe ich etwa 800 Bilder auf meinem Handy, 500 davon allein aus den letzten zwei Monaten."

Kaiserwetter

"Mein Lieblingsbild habe ich in der Bergregion am Wilden Kaiser aufgenommen", schreibt Markus Wollf. "Wir waren an der Bergstation an der Henne, mein fünfzehnjähriger Sohn, das ist der Skifahrer auf dem Foto, ist vorgefahren und war ganz alleine auf der Piste vor diesem grandiosen Panorama. Da schoss mir durch den Kopf, dass der 'Kleine' gar nicht mehr klein ist sondern schon fast erwachsen. Bald wird er seinen Weg allein durch die große, weite Welt gehen. Das ist vielleicht nicht für jeden nachzuvollziehen, aber für mich war das ein ganz spezieller, emotionaler Moment." Wollf (@mwolff_ch) hat etwas über 1000 Fotos aus den letzten drei Jahren auf seinem Handy.

Winterhoffnung

"Der Dezember 2012 war nach 15 Jahren Los Angeles, mit permanentem Sonnenschein und warmem Wetter, mein erster kalter Winter seit Jahren", schreibt Markus Brilling, der damals zu Besuch in New York war. "Die kalte Jahreszeit hatte ich während meiner Zeit in Kalifornien oft romantisiert, nur um an diesem Vormittag festzustellen, dass ein nasser, kalter Dezembermorgen die Weihnachtszeit nicht schöner macht. Ich merkte: der Winter ist schlichtweg überbewertet! Der langsam schlurfende, die Straße überquerende Weihnachtsmann hat dieses Gefühl für mich perfekt zusammengefasst." Brilling (@tapetenwechsel) macht täglich viele Fotos und hat derzeit 2078 auf seinem Handy.

Umarmung gegen Spaghetti

"Das Bild von mir und dem Reh ist eines meiner Lieblingsbilder und entstand während meines Auslandsemesters", schreibt Sara Buckow. "Ich studierte 2009 in Dänemark und besuchte mit Freunden den Rehpark in Højbjerg bei Århus. Wir bekamen den Tipp, rohe Spaghetti mitzunehmen - die Rehe stürmten dann regelrecht auf uns zu und ich versuchte, eins von ihnen zu umarmen. Das wollte ich schon immer. Ich mag den Schnappschuss-Charakter des Fotos." Buckow (@sara.hase) hat über 1200 Fotos auf ihrem Handy.

Im Hintergrund das Voralpenland

"Ich hab vor einiger Zeit Paragliding gelernt", schreibt Max Dittrich. "Dies war mein erster erfolgreicher Flug, bei dem ich eine nennenswerte Distanz zurückgelegt habe. Das Foto zeigt den Achensee vom Inntal aus gesehen, vermutlich in einer Höhe von 2500 Metern. Der Achensee ist für Leute, die an der Innsbrucker Nordkette starten, so etwas wie der erste große Meilenstein. Das Foto dient also quasi als Beweis, dass ich es geschafft habe. Das Gefühl war überwältigend." Dittrich (@dimml0r) hat 2200 Bilder auf seinem Handy.

Das erste Selfie

"Am 90. Geburtstag von Tante Rösle hatte ich leider nur wenig Zeit, mich ausgiebig mit ihr zu unterhalten", schreibt Carolin Rosentritt. "Als ich kurz vor dem Gehen meinte:''Ein Selfie müssen wir jetzt schon noch machen!' schaute sie mich neugierig an und fragte: 'Das wollte ich schon die ganze Zeit wissen, was ist denn dieses 'Selfie'?' Ich machte eins mit ihr. Sie war dann sehr zufrieden. Das Bild ist mein Lieblingsbild, weil es mich daran erinnern soll, meine Neugier nicht zu verlieren. Und es ist eine wunderschöne Erinnerung an einen ganz besonderen Menschen." Rosentritt (@toastfee) hat aktuell 999 Fotos auf ihrem Handy.

Rasur auf japanisch

"Meine Leidenschaft fing damit an, dass ich keine Lust mehr hatte, dem allgemeinen Trend zu folgen - mehr Klingen und immer schnellere Rasur", schreibt Raffaele Talarico. "Mit einem Messer rasiert man sich viel bewusster und diese halbe Stunde am Morgen hat etwas von 'Beautyfarm'; ein guter Pinsel, eine gute Seife und ein guter Stahl. Ein Pinsel und ein Rasiermesser können theoretisch ein Leben lang halten - oder noch länger. Inzwischen restauriere ich sogar alte Messer. Es ist toll, einen Gebrauchsgegenstand, der 80, 100 oder 120 Jahre alt ist, wieder zum Leben zu erwecken." (@raffaele_talarico)

Familienidyll in Antalya

"Das Foto ist für mich #einsaustausend, weil es eine unglaublich beeindruckende Stimmung widerspiegelt", schreibt Sven Lüttmann. "Ich habe es am ersten Weihnachtsfeiertag 2014 in Antalya aufgenommen. Weihnachtliche Gefühle sind ja unabhängig von Umgebung oder Wetter. Wir haben als Familie grandiose Tage in der Türkei verbracht. Deshalb ist dieses Bild für mich etwas Besonderes." Auf seinem Handy hat Lüttmann (@zvenlue) 1134 Fotos.

Geschafft

"Dieses Foto ist an einem wunderschönen Herbsttag letzten Jahres nahe Regensburg entstanden", schreibt Andre Baumann. "Als ich eine alte Ruine hochgeklettert war und den Ausblick auf die Walhalla und Donau genoss, drückte meine Freundin den Auslöser. Ich fühlte mich frei, konnte die herrliche Herbstsonne auf der Haut spüren und hatte zudem einen wunderschönen Weitblick." Baumann (@andreturer) hat 2742 Bilder auf seinem Handy.

Oma mit Schild

Marcus Dober, bei Instagram @doppeldeeh, setzte bei diesem Foto den Hashtag #einsaustausend. Er hat 2227 Bilder auf seinem Handy, sein liebstes hat er am 1. August 2012 in Nürnberg aufgenommen. "Für diesen Tag hatte sich die NPD zu einer Kundgebung in unserer Stadt angemeldet", schreibt Dober. "Gemeinsam mit drei Freunden ging ich zur Gegendemonstration. Als wir am hinteren Rand der Demo abwarteten, wurden wir von einer Dame hinter uns angesprochen, ob wir sie passieren lassen könnten. Mit ihrem Rollator auf unserer Höhe angekommen, hielt sie kurz an, musterte uns vier der Reihe nach und meinte: 'Mei, Anner scheener wie der Andere!' (Einer schöner als der Andere). Wir mussten lachen. Sie hatte sich aber auch offensichtlich für diesen Anlass in Schale geworfen. Sonntagskostümchen, Haare gemacht und eine schicke Sonnenbrille auf. Ihr offensichtlich selbst gemaltes Plakat ist uns erst aufgefallen, als sie sich neben uns postierte. Ich fand das Auftreten und das Schild der Oma beeindruckend und bat sie um ein Bild. Es ist mein liebstes Foto, weil es eben so ganz anders als die üblichen 'Sonnenuntergang am Hafen', 'mein Essen' und 'was ich mir gerade gekauft habe'-Bilder ist, die ich sonst so knipse."

Begegnung mit Fuchs

Manuela Schmitz teilte auf Instagram als @SternchenPB dieses Foto von einem Fuchs. "Ich habe es am Teufelsberg in Berlin aufgenommen. Wir waren an einem sehr windigen Tag Anfang des Jahres da, um Drachen steigen zu lassen. Ich finde das Bild so toll, weil man selten einen Fuchs aus der Nähe sieht. Der Fuchs war wirklich sehr zutraulich und hielt nur wenige Meter Abstand zu den Menschen. Später packte er sogar den Schwanz eines Drachens und fing an, damit zu spielen. Erst als ein paar Hunde dazukamen, suchte der Fuchs das Weite. Zur Zeit habe ich 1603 Fotos aus meinem Handy, allerdings sichere ich sie auch regelmäßig, weil der Platz schnell zu knapp wird."

Walflosse in Neuseeland

Instagram-Nutzerin Christina Wachtmann hat als @chrissi_wcm dieses Bild von einer Walflosse geteilt. Sie schreibt:"Das Foto ist mein Lieblingsbild aus 2377 Bildern auf meinem Handy. Ich habe es vor ungefähr einem Monat in Kaikoura in Neuseeland bei einer Waltour aufgenommen. Der Moment, in dem dieser Pottwal, mit Namen 'Tiaki', in die Tiefen des Ozeans abtauchte, war unbeschreiblich."

Konzert am Strand

Eric Schuler, bei Instagram @cirebell, hat sein liebstes Foto in Australien aufgenommen. "Das Bild ist erst vor gut zwei Wochen entstanden. Ich reise im Moment durch die Welt und habe bei Freunden in Melbourne einen Stopp eingelegt. Dort sind wir gemeinsam auf das St. Kilda Festival gegangen. St. Kilda ist ein Stadtteil direkt am Strand, da kann man gut ausgehen und es finden jede Menge Konzerte statt. Die Bühne war direkt am Strand, die Sonne ging dahinter unter und die Band 'Thundamentals' spielte. Ich war mit Hans, Heiko und Suzie dort, denen ich für die tolle Zeit sehr dankbar bin. Normalerweise bin ich mit einer vernünftigen Kamera unterwegs und lade meine Bilder gelegentlich auf dem Blog representbell.tumblr.com hoch. Manche von meinen Schnappschüssen, auf dem Handy habe ich mittlerweile 1600, landen aber bei Instagram."

Smartphone-Kuchen

Stefan Klein hat als @matearial bei Instagram diesen Kuchen als Lieblingsbild gewählt. Er schreibt: "Ich arbeitete bis Ende Januar als Referendar für Latein und Deutsch an einem Gymnasium in Thüringen. Zur letzten Stunde mit einer meiner Deutschklassen hatten die Schüler mich auf wirklich liebevolle Weise überrascht und u.a. diesen iPhone-Kuchen zur Verabschiedung gebacken. Sie wussten, dass ich total auf Apple stehe. Da gab es immer hitzige Diskussionen mit den Samsung-Fans in der Klasse! Jedenfalls entwickelte sich meine Apple-Vorliebe zum Running Gag. Eine Schülerin hat diesen Kuchen gebacken und wirklich drei Stunden lang aus Zuckerglasur das iPhone am Vorabend kreiert. Ich war total sprachlos, vor allem weil es so eine detailgetreue Arbeit ist. Den Kuchen haben wir dann natürlich nicht gegessen, sondern andächtig aufgehoben - und natürlich schnell ein Foto gemacht, um den Moment festzuhalten. Ich habe 187 Fotos auf meinem iPhone. Viele speichere ich einfach auf dem Rechner."

Im Lokschuppen

Sebastian Schroer, bei Instagram @lotwelle, setzte bei diesem Bild den Hashtag #einsaustausend. "Das Foto entstand im Herbst 2012 auf dem Brachgelände hinter dem Bahnhof Altona", schreibt Schroer. "In einem der alten Lokschuppen des verlassenen Industriegeländes stieß ich auf dieses Modell eines ICE. Es hat Originalgröße, ist aber aus Holz und trägt die Aufschrift 'Mythos Berlin'. Welchem Zweck es mal gedient hat, weiß ich bis heute nicht. Inzwischen sind Schuppen und Lok verschwunden. Sie haben Platz gemacht für den neuen Stadtteil 'Neue Mitte Altona', der auf dem Gelände jetzt entsteht."

Mädchen mit Warhol

Robin Fuchs, bei Instagram @robin_fuchs, wählte dieses Bild von seiner Tochter als Lieblingsfoto. "Es entstand bei der Austellung 'LUDWIG GOES POP' im Kölner Ludwig Museum am 13. Dezember 2014. An diesem Tag besuchte ich mit zwei meiner Kinder die Ausstellung", sagt Fuchs. "Meine siebenjährige Tochter hatte sich, in weiser Voraussicht, Papier und Buntstifte mitgenommen. Immer wieder verweilte sie bei einzelnen Werken und machte sich in aller Ruhe Skizzen. Diese Bild ist mein liebstes, da es zum einen fotografisch gelungen ist und zum anderen die Ruhe, die Konzentration und das Interesse ausstrahlt, die ich bei meiner Tochter während unseres Besuches spürte. Kinder sehen und verstehen mehr, als wir Erwachsenen denken." Fuchs hat 1200 Fotos auf seinem Handy.

Fuß mit Schrauben

Arne Christiansen setzte bei diesem Foto auf Instagram als @aejnes den Hashtag #einsaustausend. Er hat 1034 Bilder auf seinem Handy und schreibt: "Diese Aufnahme entstand am 15.09.13. Noch schnell den Giebel streichen und dann zum Handball - das war der Plan. 14 Schrauben und zwei Titanplatten später war klar: Handball wird in diesem Leben nix mehr! Nach der OP fragte meine Frau am Telefon als Erstes, ob der Fuß noch dran sei. Ich habe eher belustigt auf die Frage reagiert. Ihr hatte man jedoch, im Gegensatz zu mir, vor der OP gesagt, dass die Chance auf Fuß-Verlust für mich bei 50 Prozent liegen würde. Als ich später das erste Mal ein Röntgenbild von meinem Fuß gesehen habe, wurde mir erst richtig klar, wie viel Glück im Unglück ich hatte. Beide Sprunggelenke, Verse und Mittelfußknochen waren zertrümmert. Jetzt zeige ich das Foto immer dem Flughafenpersonal, wenn es bei meiner Kontrolle piept."

Valentinstag

Dieses Bild machte Christian Mettke kurz vor dem Valentinstag auf den Philippinen. Er hat 3924 Fotos auf seinem Handy. "Durch meine Arbeit bei der GIZ reise ich relativ viel, zurzeit vor allem nach Manila. Mein Lieblingsbild zeigt eine junge Straßenhändlerin, die ihre Blumen zum Verkauf vorbereitet. Der Valentinstag wird auf den Philippinen exzessiv gefeiert. Blumen sind dabei zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten. Für mich fasst das Foto sehr gut die greifbare alltägliche Armut vieler Menschen (oft Einwanderer vom Land) in Manila mit den Wünschen der Menschen zum Valentinstag zusammen. Beidem konnte man in der Woche vor dem 'Heart Day' kaum ausweichen."

Das Punk-Pferd

Heiko Jens Klemme, bei Instagram @hafenpiraten, wählte dieses Foto als sein liebstes. Er schreibt: "Die Aufnahme ist einige Jahre her. Wir verbrachten damals ein paar schöne Tage auf Mallorca. Auf dem Heimweg ins Ferienhaus schien aus dem wilden Hafer, vollkommen geräusch- und bewegungslos, dieses seltsame Tier zu wachsen. Es war kaum noch Licht für ein anständiges Bild und der erste Weg des folgenden Tages führte uns also wieder zurück zu dieser Weide. Am nächsten Tag war das Punk-Pferd (wie wir es genannt haben) jedoch verschwunden und wurde nie mehr gesehen." Klemme hat 20.687 Bilder auf seinem Handy. "Und täglich werden es mehr."

Küstenblick

"Das ist Plantation Beach in meinem Wohnort in Australien", schreibt Rudy Drees. "Ich lebe seit 25 Jahren in an der Ostküste in New South Wales und bin jeden Morgen an diesem Strand. Als ich es aufgenommen habe, musste ich ihn mir allerdings mit drei anderen teilen. Das ist eher ungewöhnlich. Auf meinem Handy habe ich nie mehr als 100 Fotos. Sobald es mehr werden, übertrage ich sie auf meinen Computer. Sonst verliere ich den Überblick."

Drehmoment

"Das Foto habe ich letztes Jahr auf dem Oktoberfest in München aufgenommen. Es zeigt das 55 Meter hohe Kettenkarussell", schreibt Benjamin Chée. "Mir gefallen die leuchtenden Farben vor dem Blau des Himmels und die Gleichmäßigkeit des Karussells. Obwohl die Theresienwiese laut und brechend voll ist, strahlt das Bild für mich Ruhe und Leichtigkeit aus." Chée (@bnjmnch) hat 3 179 Fotos auf seinem Handy.

Glücksbringer

"Ich wollte mit meiner Schwester Pia und ihrer kleinen Tochter in den Kölner Zoo, war aber leider spontan verhindert", schreibt Claudia Gottschalk. "Pia schickte mir dann im Laufe des Tages plötzlich das lachende Nilpferd! Ich habe es sofort runtergeladen. Immer wenn ich schlechte Laune habe, sehe ich mir dieses breit grinsende Geschöpf an und es geht mir gleich besser."

Kindheitserinnerung

"Mein Lieblingsfoto ist im Sommerurlaub an der Westküste der USA entstanden", schreibt Lukas Ostertag. "Wir waren auf dem Weg nach San Francisco als wir an diesem Strand gehalten haben. Trotz der eigentlich bedrückenden Stimmung, weckt das Bild in mir immer positive Erinnerungen an meine Kindheit in dieser Gegend, wo ich die ersten fünf Jahre meines Lebend verbracht habe." Ostertag hat 450 Fotos auf seinem Handy.

Nebulös

"Ich war mit meinem Bruder und meinen Cousinen im Schwarzwald und wir hatten uns auf ein paar Tage wandern bei schönstem Sonnenschein gefreut", schreibt Claudia Schäfer. "Trotz grauer Wolken und Regen, haben wir uns die Laune aber nicht vermiesen lassen und hatten einen grandiosen Aufenthalt. Das Bild bedeutet mir etwas, weil es so eine wundervolle mystische Stimmung zeigt, die bei Sonnenschein niemals entstanden wäre." Schäfer hat 841 Bilder auf ihrem Handy.

Unauslöschbar

"Dieses Bild werde ich niemals von meinem Handy löschen", schreibt Ruza Zulauf. "Im April 2013 hat mich mein Freund nach Namibia gebracht und mir damit die wundervollsten zwei Wochen meines Lebens beschert. Dieses Foto entstand nur wenige Augenblicke bevor ich in meinem größten Naturflash einen Heiratsantrag von ihm bekam. Schon im August fand dann die Hochzeit statt." Zulauf hat 1059 Bilder auf ihrem Telefon.

Stressfrei

"Dieses Bild bedeutet mit sehr viel, weil mein Pferd mir sehr wichtig ist", schreibt Viola Riek." Sobald ich bei ihr bin, ist der ganze Alltagsstress auf einmal weg. Ich kann abschalten. Sie ist für mich beste Freundin, Trösterin, mein Schatz alles in einem. Manche Fotos müssen immer auf dem Handy bleiben und dieses gehört definitiv dazu." Riek hat 526 Bilder auf ihrem Telefon.

Detailverliebt

"Dieses Bild drückt für mich genau das aus, was ich an der Fotografie so liebe: Die Liebe zum Detail", schreibt Kim Radak. "Viele gute Bilder entstehen durch einen Schnappschuss, aber manchmal wartet man den absolut richtigen Moment ab bis die Sonne genau dort steht, wo sie das Bild nicht nur gut, sondern perfekt macht. Zugleich ist eine Fotogruppe zu sehen, die sich über Instagram gefunden hat. Das gefällt mir und hat mir in den letzten Jahren eine ganz neue Welt eröffnet." Radak (@wiedaslebensospielt) hat 986 Fotos auf dem Handy.

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1. Das ist mal richtig schön....
brendan33 14.03.2015
Dass ich das noch erleben darf! Matthias Jabs wird als Star und Gesprächspartner wahrgenommen. Man hatte ja den Eindruck, die Scorpions bestehen in der Öffentlichkeit nur aus Schenker und Meine. Dabei hat Matthias Jabs seit seinem Einstieg 1978 den Sound der Scorpions mehr geprägt, als viele meinen und er gehört auch meines Erachtens zu den besten Gitarristen der Welt. Wahnsinnig unterschätzt, der Mann. Schön, dass er wenigstens zu seinem Handyfoto befragt wurde.
2. Sorry
horsteddy 14.03.2015
@brendan33: Gut, es ist angenehm mal jemanden von den Scorpions wahrzunehmen, der sich artikulieren kann. Aber ich stimme Ihnen bezüglich des Gitarrenspiels nicht zu. Jabs ist bestenfalls ein durchschnittlicher Rockgitarrist. Ich kenne unbekannte Gitarristen, die zwar nur noch für den Hausgebrauch spielen, aber die trotzdem viel besser, vielseitiger und kreativer sind. Die Scorpions hatten mal einen absoluten Weltklassegitarristen, und zwar Uli Roth. Das ist, außer Frank Zappa und Jimmy Page, DER Gitarrengott.
3. @horsteddy
freddykruger, 14.03.2015
könnte dir fast zustimmen das Uli Roth ein Weltklasse Gitarrist ist. Aber jedes mal wenn ich Roth höre, ob Scorps, Electric Sun oder Solo, höre ich auch eine Hendrix Kopie ohne eigene Identität.
4. Der heilige Gral
lei-ming 15.03.2015
Dankeschön für dieses Interview! Danke MJ uns Deine Burst zu zeigen! Wann sind denn die Konzerte in China? ich wäre gern dabei um mal wieder einen kurzen Plausch zu halten... Fränkische Grüße aus ZhangJiaGang!
5. Nice!
murphychord 15.03.2015
Glückwunsch MJ, tolle Gitarre. Wird vielleicht mal eine Gibson CC? Für die Normalsterblichen...
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