Fachwerkhaus in Paris Aus alt mach schön

Ein ganzes Jahr dauerte die Sanierung dieses Pariser Fachwerkhauses aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Aufwand hat sich gelohnt: Am Ende sah das Haus wieder aus wie früher - nur besser.

Adria Goula Photo

Der Auftrag der Eigentümer war klar: Das Haus soll nichts von seinem alten Charme verlieren, aber gleichzeitig modernisiert werden. Also Angejahrtes bewahren und aufpolieren, das Nagelneue verstecken - oder zumindest so gut integrieren, dass es nicht stört. Im Treppenhaus war das noch relativ einfach: Das Geländer wurde nur abgeschliffen und geölt, nun sieht es wieder aus wie neu oder vielmehr alt.

Treppenhaus
Adria Goula Photo

Treppenhaus

Im Parterre war schon schwereres Gerät nötig. Das spanische Architektenduo Júlia Esteve Serra und Laura Rodrigo Olivé von 05AM Arquitectura schlug nämlich vor, die Zimmeraufteilung neu zu denken. Ihre Idee: Ein modernes Raumkonzept, offen für alles. Dazu mussten Wände teilweise oder ganz entfernt werden. Nur so ließ sich ein großer Wohnbereich mit verschiedenen Zonen schaffen.

Sie verlängerten das Wohn- über das Esszimmer bis an die Küche. Nun ist das Erdgeschoss quasi ein einziger weiter Raum. Vom Wohnzimmer geht es in den Essbereich, direkt daneben liegt die Küche. Von hier geht es in den Garten oder auf die Terrasse.

Auch der Eingangsbereich wurde umgebaut. Ein Durchgang vom Flur ins Wohnzimmer ist nun geschlossen. Vor die Tür wurde stattdessen eine Garderobe platziert. Außerdem musste ein Teil der Küche weichen, damit Platz war für ein Gäste-WC.

Im ersten Stock verfolgten Serra und Olivé denselben Ansatz: Zuerst wurden die charakteristischen Merkmale identifiziert, die aufgemöbelt werden und den Räumen Struktur geben sollen. In den Schlafzimmern waren das die traditionellen Alkoven, die traditionellen Bettnischen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde in solchen Bettnischen geschlafen, oftmals auf Stroh und im Sitzen.

In den beiden Kinderzimmern wurden die Alkoven zurück in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Sie dienen nun wieder als Schlafbereich. Im Gegensatz zu früher sind die Wände heute bunt. Wo einmal alles weiß war, verbreiten nun Pastelltöne gute Laune. Außerdem hat jedes Kind jetzt ein kleines Bad zur Verfügung.

Für das neue Badezimmer der Eltern war mehr Platz nötig. Im Schlafzimmer wurde deshalb die Rückwand der Bettnische ein Stück verschoben, damit auf der anderen Seite eine große Marmorbadewanne untergebracht werden konnte.

Fotostrecke

13  Bilder
Fotostrecke: Standesgemäß Instand gesetzt

Lage: Paris, Frankreich

Zimmerzahl: drei Schlafzimmer, vier Badezimmer, offener Wohn- und Essbereich

Extras: drei Kamine

Garten: Zum Haus gehört ein kleiner Garten.

Stilfaktor: Sehr hoch - gut erhaltenes Fachwerk trifft auf minimalistische Eleganz und moderne Farben, ein stimmiges Konzept.

Wer fühlt sich hier wohl? Frankophile Familien mit zwei Kindern, Heimwerker

Unbedingt mitbringen! Schmirgelpapier, Holzleim und Farbe

Weitere Infos: Gibt es beim Architekturbüro "05AM".

löw

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