Cordon-bleu-Klopse Fleischkloß famos

Der unerwartete Frühwintereinbruch weckt Gelüste nach schweren, herzerwärmenden Speisen. Eine gesunde Kalorienvorsicht ist also angebracht. Dabei hilft uns ausgerechnet eine amerikanische Foodbloggerin.

Peter Wagner

Von Hobbykoch


Dass sich herzhafte, sättigende und schmackhafte Gerichte auch deutlich leichter und energieärmer als üblich kochen lassen, zeigt seit 2008 eine junge amerikanische Foodbloggerin: Gina Homolka betreibt mit Skinnytaste nicht nur eine der mit etlichen Millionen Stamm-Usern reichweitenstärksten Websites zum Thema "Leichte Küche" - auch ihr erstes Kochbuch mit Rezepten aus dem Blog hat es aus dem Stand in die Bestsellerliste der "New York Times" geschafft.

Völlig zu Recht, wie nun auch anhand der deutschen Version, "Das Skinnytaste Kochbuch: 150 Rezepte light an Kalorien und XL im Geschmack" nachgelesen werden kann. Homolkas ursprünglicher Antrieb, leichter zu kochen und dennoch nicht auf Geschmack und Substanz verzichten zu müssen, wird vielen Müttern bekannt vorkommen: Aus dem "dünnen Teenager, der essen konnte, was er wollte" wurde nach der Geburt der Kinder ein Organismus, der sich an jedes Pfund Körpergewicht krallt.

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Homolka hatte zunächst Abnehmerfolge mit dem "Weight Watcher"-Plan. Doch diese Gerichte bestanden für sie aus "zu vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln oder schmeckten zu sehr nach Diät". Homolka wollte, wie sie es von ihren Großeltern auf Puerto Rico kannte, auch in New York ausschließlich aus frischen, möglichst unverarbeiteten Produkten kochen - und entwickelte auf diesem Weg Hunderte von durchweg leckeren Rezepten, die auch in Europa problemlos nachkochbar sind.

Die reichlichen Zwischentexte des Buches strotzen zwar bis an die Grenze der Unerträglichkeit vor Selbstbeweihräucherung der Autorin. Wer sich aber nur auf die Rezepte konzentriert, kann - und sei es nur zwischendurch - leichte und zugleich schmackhafte Gerichte auf den Tisch bringen wie herzhafte "Que Rico" Frühstückstortillas auf Eiweißbasis, "Caprese"-Nudeln mit Huhn, ein Chipotle-geschärfter Burger auf der Basis schwarzer Bohnen, Lasagne mit Butternutkürbis, Sonntagsbraten von der Rinder-Schwanzrolle, Schweineroulade mit Schinken-Käse-Füllung, kolumbianisches Carne-Asado-Steak und eine Schokoladentorte, bei der Seidentofu und Mandelmilch für seidige Cremigkeit sorgen.

Auch unser heutiges Hobbyküchenrezept für "Cordon-bleu-Klopse mit Kokos-Karotten-Stampf" ist inspiriert von Homolka - es liefert trotz Kalorienzurückhaltung ( 2 EL Öl und ein wenig Käse und Kokosmilch für 4 Portionen) ein leckeres Hauptgericht, das eigentlich jeder mag: Buletten, Geflügel, Schinken, Käse. Alles in der nicht minder beliebten "Cordon bleu"-Zubereitung, also mit gebratenem Fleisch außen und Schinken samt geschmolzenem Käse innen.

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Fotostrecke: Schinken und Käse im Fleisch verstecken

Theoretisch könnte man das auch mit Hühnerbrustfilets machen, in die man eine typische Cordon-bleu-Tasche schneidet. Das hat allerdings den Nachteil, dass man das Schnitzel vor dem Braten meist noch panieren muss, um ein Herausquellen der Füllung zu vermeiden. Und jede Form der Panierung saugt ihrerseits wieder Bratfett in Mengen ein, die dem Gedanken eines vollwertigen, aber vergleichsweise energiereduzierten Essens widerspricht.

Also reichen wir denn auch keine Pommes zu unseren gefüllten Klopsen, sondern einen leicht asiatisch parfümierten Karottenstampf, dessen feine Stückigkeit von Kokosraspeln unterstützt wird, was zu einer interessanten Gesamttextur führt. Kartoffelstampf wäre für Karottenverächter übrigens keine Alternative, denn die Erdäpfel haben bis zu 2,5-mal so viele Kalorien wie Möhrchen. Dann schon lieber ein Selleriepüree - die olle Knolle hat gerade halb so viel Energie wie die gelben Wurzeln.



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
#9vegalta 14.10.2017
1. Herablassend
Warum heisst es "[...] ausgerechnet eine amerikanische Food-bloggerin"? Warum denn nicht? Esgibt da mehr als die stereotypischen Rips and Burgers. Ich koche mittlerweile fast nur noch mit Angelle Battens (www.angellebatten.com nourish holistic health coaching) Rezepten. Schnell, einfach, leicht. Zwischendrin mal ein bisschen japanisch - wenig sushi, eher dons, sashimi, bento - auch leicht und gesund.
bismarck_utopia 15.10.2017
2. Foodblogger
Zitat von #9vegaltaWarum heisst es "[...] ausgerechnet eine amerikanische Food-bloggerin"? Warum denn nicht? Esgibt da mehr als die stereotypischen Rips and Burgers. Ich koche mittlerweile fast nur noch mit Angelle Battens (www.angellebatten.com nourish holistic health coaching) Rezepten. Schnell, einfach, leicht. Zwischendrin mal ein bisschen japanisch - wenig sushi, eher dons, sashimi, bento - auch leicht und gesund.
Nun, die Frage ist, worauf sich das "ausgerechnet" bezieht - auf "amerikanisch" oder auf "Bloggerin". Es gibt ja Statistiken bzgl. des Kalorienverbrauchs bzw. Körpergewichts des Durchschnitts-Amerikaners, es scheint zumindest ein Körnchen Wahrheit an dem Vorurteil zu sein. Oder gibt es Erfahrungswerte zum Anteil der Blogger, die ungesundenes Essen vorkochen?
Pipkin 15.10.2017
3. Und was, genau, passiert....
...mit den mit mie de pain goldgelb gedünsteten, angebratenen, mit Brühe abgelöschten, unter stetigem Rühren eingekochten, auf Teller gestrichenen und inzwischen ausgekühlten Zwiebelwürfeln? Gehören sie in die Klopse, (auf vorgeheizten Tellern) 'unter' den Kokos-Karotten-Stampf oder werden sie separat als Dip serviert? ;-)
soßengott 15.10.2017
4. Warum?
Warum kocht Wagner sein Gemüse immer in einer Fleischbrühe? Ich möchte einen Kontrast zum Fleisch haben und nichts gleich geschaltetes.
grabenkaempfer 16.10.2017
5.
eine Webseite die mit "skinny" (untergewichtig) Rezepte präsentiert ..... nunja Der Kokos-Karottenmatsch klingt äußerst widerlich und: "Der unerwartete Frühwintereinbruch weckt Gelüste nach schweren, herzerwärmenden Speisen." zusammen mit dem was als "Hauptgericht" präsentiert wird klingt ziemlich absurd.
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