Caprese-Variation Mozzarella-ella-ella!

Der Sommer ist da, wir brauchen Abkühlung. Deshalb essen wir die Suppe heute lange nicht so heiß, wie sie gekocht wird - in Form einer Kaltschale nach dem Muster der italienischen Vorspeise Caprese.

Peter Wagner

Von Hobbykoch


Wärmende Suppen heißen wir im Sommer nur willkommen, wenn sie so scharf sind, dass der beim Essen entstehende Schweiß kühlt - einer der Hauptgründe, warum Eintöpfe in Asien nach wie vor zu den wichtigsten Mahlzeiten zählen. Im aktuellen Sommer sehnen wir Europäer uns dennoch eher nach einem Kübel Eiswasser. Oder einer erfrischenden Zwischenmahlzeit.

Hierzu eignet sich die Kaltschale wunderbar. Vor allem in ihren herzhaften Ausprägungen wie der spanischen Gazpacho, der geeisten Gurkensuppe, der halbgefrorenen Avocado-Creme mit Chili, der würzigen Melonen-Kaltschale mit Frühlingszwiebeln oder einer Rettich-Apfel-Suppe ist die Kaltschale cooler und gesunder Bestandteil einer schmackhaften Sommerküche.

Viele dieser klassischen Kühlschrank-Suppen wirken aus der Zeit gefallen. Obwohl es im Handel noch die eine oder andere Kaltschale als Anrührpulver zu kaufen gibt, scheint die Idee, aus Gemüse, Obst, Alkohol oder Milchprodukten kalte Flüssigkeiten zuzubereiten - angesichts der überall verfügbaren Modepampe namens Smoothie - arg gestrig. Schade, denn im Gegensatz zu diesen roh zusammengemixten Erwachsenen-Brei erfordert so manche Kaltschale einen raffinierten Kochprozess.

Kalte Schale, heißer Tipp

Das alles ist keine Erfindung der modernen Küche: Die "kalte Schale" erlebte schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts ihre Blütezeit - nachzulesen in Carl Herloßsohns "Damen Conversations Lexikon", genauer gesagt in dem 1836 erschienenen sechsten Band: "Hier und da pflegt man dieß Gemisch auch als kühlendes Getränk außer der Mahlzeit, doch nur in den Nachmittagsstunden, zu genießen, und vorzüglich berühmt ist in dieser Hinsicht die kalte Schale, welche die glänzenden Vergnügungsörter in der Umgegend Berlins den Spaziergängern bieten."

Das ist heute nicht anders. Deshalb bringen wir heute ein Update der beliebten italienischen Vorspeise Caprese als Kaltschale - eine im Hochsommer längst überfällige Variation des Themas, in der Basilikum, Mozzarella und Tomaten die Lebensmittel-Entsprechung der italienischen Flagge bilden. Das schmeckt nach Urlaub.

Dieses Gericht aus drei Hauptzutaten hat in der Tageskarte immer wieder Updates erfahren: als gefüllter Käseball auf Tomatenschaum und Chili-Mango-Salat, als Flipperkugeln, als Wickelschnecke, als durchsichtige Tomatensuppe, als vertikale Molekular-Dekonstruktion, als Gelee-Creme-Türmchen, als Tomaten-Kirchenkuppel, als Schicht-Wackelpudding im Glas - und als Dessert, bei dem Erdbeeren die Rolle der Tomaten übernommen haben.

Heute nun, passend zur Hitze, die Caprese als Tomaten-Kaltschale, in der Basilikum-Eis schwimmt. Dazu gibt es kross gebratene Taler vom Mozzarella, der im Gegensatz zu Halloumi & Co. kein Bratkäse ist. Deswegen muss der Mozzarella nach dem Panieren und vor dem Ausbraten für zwei Stunden in den Tiefkühler und dann kurz ins sehr heiße Öl.



insgesamt 8 Beiträge
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winterlied 15.08.2015
1. Was anderes
Eine Insalata caprese ist ein einfaches erfrischendes Gericht aus besten, aber alltäglichen Zutaten. Nämlich: scamorza bianca fresca, Olivenöl extra vergine, Basilikum und reife Tomaten. Alles andere was bei ins noch dazu gemanscht wird, wie Aceto balsamico hat darin eigentlich überhaupt nichts zu suchen. Das hier vorgestellte Gericht ist eine kalte Tomatensuppe mit Basilikumeis und Mozzorella in Carozza. Sicher auch nicht schlecht, aber so ziemlich das ganze Gegenteil von der Inspirationsquelle.
elkemeis 15.08.2015
2. Purismus versus Chichi
Die Sache mit dem Basilikum-Parfait und dem gebratenen Mozzarellataler klingt prinzipiell nicht schlecht. Aber wer will sich an einem heißen Sommertag so lange in die Küche stellen? Außerdem zweifle ich die angegebenen Zeiten an. Aber sei*s drum, es geht auch schnell und einfach: Merinda-Tomaten, Salz, Zucker, 1 Prise Cayenne-Pfeffer, etwas Zitronen- oder Limettensaft oder weißer Balsamicoessig, 1/4 bis 1/2 Knoblauchzehe (je nach Größe), kalte Gemüsebrühe, frischer Basilikum oder frischer Oregano. Alle Zutaten roh in den Mixer und fein pürieren. Zuerst wenig Gemüsebrühe, je nach gewünschter Konsistenz mit mehr Brühe auffüllen. Zum Schluss gehackten Basilikum oder Oregano drüberstreuen. Basilikum oder Oregano kann man auch mit etwas Joghurt oder Sauerrahm und einer Prise Salz mit dem Stabmixer aufschäumen.
norman.schnalzger 15.08.2015
3. Schickimicki Wagner
Wieder mal. Bei der Hitze kochen ist ne Klasse Idee, kühlt die Küche ungemein. Mit Rohkost geht außerdem die lästige Wampn weg und du hast no Zeit für Sport oder Freibad. Wie wäre es damit?
Miere 16.08.2015
4. zu aufwendig
Wenn's das Zeug günstig im Restaurant gäbe würde ich drüber nachdenken, es zu probieren, aber so ist mir das vieeeeeel zu aufwendig, gerade an heißen Tagen. Wenn ich was Kaltes will kann ich auch den Salat in den Kühlschrank stellen.
tessadri.ferdinand 16.08.2015
5.
Zitat von winterliedEine Insalata caprese ist ein einfaches erfrischendes Gericht aus besten, aber alltäglichen Zutaten. Nämlich: scamorza bianca fresca, Olivenöl extra vergine, Basilikum und reife Tomaten. Alles andere was bei ins noch dazu gemanscht wird, wie Aceto balsamico hat darin eigentlich überhaupt nichts zu suchen. Das hier vorgestellte Gericht ist eine kalte Tomatensuppe mit Basilikumeis und Mozzorella in Carozza. Sicher auch nicht schlecht, aber so ziemlich das ganze Gegenteil von der Inspirationsquelle.
Es tut mir leid aber sie liegen beim Käse vollkommen falsch. Scamorza Käse hat in der Caprese nichts zu suchen. Da können Sie auch Scheibletten verwenden. Man nimmt nur Mozzarella di Bufala (Büffelmozzarella) oder falls nicht verfügbar "Fior di Latte" erstlassige Kuhmilchmozzarella.
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