Party-Snack Pikante Knabbernüsse

Wer im vergangenen Jahr die Gerichte aus dieser kleinen Hobbyküche  nachgekocht hat, hatte viel zu schlemmen. Zeit für eine kulinarische Rückschau. Und ein superschnelles Knabberkram-Rezept.

Peter Wagner

Von Hobbykoch


Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber das eine oder andere kulinarische Highlight war vielleicht für den einen oder anderen interessierten Gernekocher dabei. Gute Gelegenheit also, dass der Hobbykoch vom Dienst zum Jahresende mal seine ganz persönlichen Top Ten der letzten zwölf Rezeptmonate offenbart: Immer wieder gern zubereitete und servierte Salat-Teller waren in den wärmeren Monaten der Melonensalat mit Feta und die Ceviche von der Dorade, sowie der Frühlingsbote Rhabarber-Erdbeer-Spargel-Salat, der auch zur Lieblingsbeilage des auf dem Hobbykochgrill bevorzugten BBQ-Rinderteilstückes Picanha avancierte.

Mediterrane Favoriten sind der vegetarische Auflauf Fenchel al Forno, der auch ernährungspolitisch wichtige Baskische Bruderhahn, sowie das in der Hobbyküche meistgekochte Pasta-Gericht Linguine mit Artischocken und Speck - das kam 2016 deutlich über ein Dutzend Mal auf den Tisch.

Weitere Highlights aus der Sicht der Selbstbespiegelung: Das Lieblingsdessert Zwetschgen mit Crème-Brûlée-Espuma, das himmlische, weil nicht durchgegarte Perlhuhnsupreme, und das bis zur letzten Fleischfaser mürbe geschmorte Boeuf bourguignon, für das wir eine komplette Rinderwade vor dem Portionieren im Stil der hippen amerikanischen "Seam Butchery" erst einmal in ihre verschiedenen Muskelstränge seziert haben.

Viel Lebenszeit wurde also investiert, weshalb wir es zum Jahresende kurz und bündig machen wollen. Weil ohnehin keiner mehr Lust hat, jetzt noch groß aufzukochen, soll an dieser Stelle gezeigt werden, wie man eine der besten aller Cocktailknabbereien selbst herstellen kann. Für das Snack-Rezept "Pikante Knabbernüsse" lassen sich - ganz im Gegensatz zu Fertigmischungen - sämtliche Zutaten auch in Bio- oder Fairtrade-Qualität besorgen und verarbeiten.

Dem Veganer voll auf die Nüsse gehen

Damit kann jeder, auch der Veganer, mit bestem Gewissen einen Cocktail-Knabberspaß der besonderen Art herstellen: Rotes Räucher-Paprikapulver, gelber Kurkuma und grüner Pfeffer bringen Schärfe und Farbe. Bei den Nüssen sorgt das Selbermachen dafür, dass man allerbeste Qualität einkaufen und im besten Fall sogar giftigen Schimmelbefall ausschließen kann, der bei stark gewürzten Fertigmischungen oftmals ja von den Aromaten überdeckt wird.

Und zweitens lässt sich der jeweilige Haupt-Scharfmacher in Bio-Qualität besorgen, was vor allem bei Paprika und Pfeffersorten eine Segnung sein kann. Grüner Pfeffer zum Beispiel ist häufig mit in Europa zumindest seit langer Zeit nicht mehr verwendeten Pestizid-Rückständen ebenso belastet, wie das Pulver der getrockneten roten Schoten.

Fotostrecke

6  Bilder
Party-Snack: Pikante Knabbernüsse

Beim Kurkuma ist noch dazu die natürliche Heilwirkung dieses sehr gesunden Gewürzes bei organisch erzeugter Ware viel größer. Getrocknet und gemahlen sorgt der "Gelbwurz" in vielen Currymischungen und Back-Rezepten für die leuchtend orange-gelbe Farbe (Curcumin), die beim Umgang mit dem in vielen Asialäden gehandelten frischen Rhizom selbst Arbeitsplatten und Finger dauerhaft einfärben kann. Andererseits belohnt die (für dieses Rezept nicht geeignete) Frischware mit unvergleichlich erdig-kampferartigen Aromen und einem leicht senfig-pfeffrigen Geschmack samt milder Schärfe.

Den für die Erdnüsse benutzten grünen Pfeffer kennen viele nur aus dem Glas in salziger Flüssigkeit. Im Gegensatz zu schwarzem, weißem und rotem ist der grüne Pfeffer eine eher neuzeitliche Erfindung: Erst seit wenigen Jahrzehnten werden die Beeren dafür unreif geerntet und zur Verhinderung der Schwarzfärbung entweder sofort gefriergetrocknet oder in Lake eingelegt. Der getrocknete Grüne hat eine frische, milde Schärfe und passt gemahlen oder gemörsert auch gut zu leichten Speisen wie Hummer, Fisch oder frischen Früchten wie Mango oder Erdbeeren.

Für die Rotfärbung samt geschmacklicher Anschärfung der Mandeln würde ein qualitativ hochwertiges pikantes Paprikapulver aus Ungarn genügen. Allerdings bringt die im Rezept empfohlene spanische Spezialität Pimentón Picante Ahumado einen Hauch Lagerfeuerromantik in unsere Silversterparty: Die Schoten werden vor dem Mahlen über Eichenholzrauch beim Trocknen geräuchert ("ahumar"). Das auch Pimentón de la Vera genannte Pulver gibt es in den Schärfen "Dulce", "Agridulce" und dem auch für das Schärfen der Chorizo-Wurst benutzten, brennend scharfen "Picante".

Auf gar keinen Fall aber soll unsere rotgelbgrüne Nussmischung irgendein politisch konnotierter Kommentar zum bevorstehenden Superwahljahr 2017 sein - dieses Thema wird uns noch lange genug auf die Nüsse gehen.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.