Zwetschgen-Brombeer-Trifle Dieses Dessert ist Schichtarbeit

Kaufen Sie Zwetschgen, bevor es zu spät ist. Doch statt Pflaumenkuchen zu backen, zaubern wir dann ein schnelles Zwetschgen-Brombeer-Trifle mit Schuss.

Peter Wagner/ Foodbild

Von Hobbykoch


Nicht jeder von uns wird sich an seine Anfänge im Neolithikum erinnern können. Ist ja auch schon lange her. Ziemlich genau 11.500 Jahre. In der Jungsteinzeit - das belegen Funde in Siedlungsresten aus dieser Epoche - begannen unsere Vorfahren, Nutzpflanzen zu kultivieren. Und eine der ersten Früchte dieser Bemühungen war die Prunus, eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Besser bekannt als Pflaume.

Ihre kleine Schwester ist die bis heute in unseren Breiten vor allem als Kuchenbelag, Mus und Marmelade, Trockenobst und Basis zum Schnapsbrennen beliebte Zwetschge (Prunus domestica subsp. Domestica). In Österreich schreibt man sie mit einem harten "k" in der Mitte und karamellisiert sie am liebsten zum Röster, dem mürbsüßen Begleiter des Kaiserschmarrn.

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All diese saftigen Steinfruchtsorten von den kleinen, dunkelvioletten Zwetschgen über die Renekloden bis hin zu den großen rosafarbenen "Königin Victoria"-Pflaumen haben ihr ganz eigenes Süßsauerspiel. Deshalb waren sie auch historisch so erfolgreich: Von asiatischen Händlern nach Griechenland und Rom gebracht, gelangte das Obst mit spanischen Missionarsschiffen auf den amerikanischen Kontinent. Inzwischen werden weltweit über 12 Millionen Tonnen jährlich geerntet, die meisten davon in China, Rumänien und Serbien.

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(ohne Autor):
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Zeit zum Lesen haben wir heute eher beim Verdauen unseres Hobbyküchendesserts "Zwetschgen-Brombeer-Trife"- auch, weil es sich so zügig zubereiten lässt. Und während sich ganz langsam Früchte, Kekse, Creme und Nüsse in die unteren Körperregionen verziehen, meditieren wir noch ein bisschen über den im "Essen"-Buch aufgeschnappten Satz des japanischen Zen-Meisters Dgen Zenji (1200-1253): "Wenn der alte Pflaumenbaum blüht, blüht die ganze Welt".

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
spon-1279537853053 03.11.2018
1. Jahrszeit verwechselt
Äh, wann war der/die Artikelverfasserin zuletzt auf dem Markt? Brombeeren? Zwetschgen? Im November?
thetruetruth 03.11.2018
2. Getränke
Kann man beim Getränketip vielleicht auch mal was ohne Alkohol vorschlagen oder ist es bei den Rezepten in diesem Resort nicht machbar. Auch wenn ich vielleicht jetzt als Banause gelte, ich bevorzuge beim Essen ein schönes Glas Wasser.
tempus fugit 03.11.2018
3. Na ja,...
Zitat von spon-1279537853053Äh, wann war der/die Artikelverfasserin zuletzt auf dem Markt? Brombeeren? Zwetschgen? Im November?
..kann man als Rezept ja mal durchlassen, jedenfalls sind die Zutaten dieses - seltene - Mal relativ wenige. Bratäpfel sind jetzt angesagt: Äpfel ungeschält den Kern rausstechen, vom Ausstich einen kleinen Stöpsel abbrechen,, damit unten dicht machen und Wallnusskerne zerkleinern, mit Zimt und Butter vermischen und durch das obere Loch reindrücken. Ab in den Ofen bei 170-180° so 30-45 Min. und dann duftet das ganz toll - ganz ohne Zucker und daher auch für Diabetiker akzeptabel. Wenn schon Herbstzeit angesagt ist! Wer das noch mit paar Tropfen Calvados verfeinern will, passt auch!
Papazaca 03.11.2018
4. Auch das noch!
Zitat von thetruetruthKann man beim Getränketip vielleicht auch mal was ohne Alkohol vorschlagen oder ist es bei den Rezepten in diesem Resort nicht machbar. Auch wenn ich vielleicht jetzt als Banause gelte, ich bevorzuge beim Essen ein schönes Glas Wasser.
Sie Spaßvogel. Soll Wagner als Getränk jetzt Wasser vorschlagen? Das gibt es doch normalerweise immer zum Essen. Aber dann sollten Sie auch konsequent sein und auf das Dessert verzichten. Wie wäre dann ein längeres Heilfasten mit viel Wasser? Dann könnte unser Hobbykoch mal Weihnachtsurlaub machen und sich von den stressigen Kommentaren erholen. Ach, unser Hobbykoch kann einem schon leid tun: Für seine anspruchsvollen Rezepte erntet er oft superkritische Kommentare. Und dann auch noch Wasser empfehlen? Nach so einem Affront hilft nur noch ein Psychotherapie oder längeres Meditieren im Kloster.
tempus fugit 03.11.2018
5. "Nach so einem Affront hilft...
Zitat von PapazacaSie Spaßvogel. Soll Wagner als Getränk jetzt Wasser vorschlagen? Das gibt es doch normalerweise immer zum Essen. Aber dann sollten Sie auch konsequent sein und auf das Dessert verzichten. Wie wäre dann ein längeres Heilfasten mit viel Wasser? Dann könnte unser Hobbykoch mal Weihnachtsurlaub machen und sich von den stressigen Kommentaren erholen. Ach, unser Hobbykoch kann einem schon leid tun: Für seine anspruchsvollen Rezepte erntet er oft superkritische Kommentare. Und dann auch noch Wasser empfehlen? Nach so einem Affront hilft nur noch ein Psychotherapie oder längeres Meditieren im Kloster.
...nur noch ein Psychotherapie oder längeres Meditieren im Kloster." Ja, Waser trink ich auch, für den Durst, aber einen guten Tropfen gern als Genuss. Und Wagner wird eher kein 2008-er San Pellegrino oder einen Spitzenjahrgang von .... empfehlen, er hat ja immer ganz 'günstige' und uneigenenützige Weinempfehlungen dazu. Heute gab's zum Essen ein Toskaner DOP vom Lidl für 2,99 €, richtig rund und fruchtig und ausgewogen - nix dran auszusetzen, für ein normales Mittagessen. Was es war, verrat' ich jetzt nicht... (;>))) PS: wohl kaum einer der Wagner-Leser kocht sowas nach, wenn man einen Nachmittag zum Zutaten-suchen wegwirft. Und die Zutaten dann nach 1 x Kochen irgendwo vergammeln...
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