Seoul Fashion Week Die besten Street Styles aus Südkorea

Die Modewoche in Seoul soll in derselben Liga spielen wie die berühmten Vorbilder in Paris und New York. Zumindest in Sachen Street Style können die Südkoreaner jetzt schon mithalten. Die Bilder.

AFP

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In der Modeindustrie wird Südkorea bislang vor allem als Lieferant günstig produzierter Textilien geschätzt. Designer aus dem Land sind hingegen kaum außerhalb Asiens bekannt, wichtigster Exportmarkt ist China. Die Seoul Fashion Week will das ändern. Die zweimal jährlich stattfindende Modewoche soll nach Paris, Mailand, New York und London der fünfte Termin im Modekalender werden - und für heimische Modelabels den Weltmarkt erschließen.

Damit aus den "Big Four" irgendwann die "Big Five" werden, nimmt die Regierung von Seoul viel Geld in die Hand. Mit 2,6 Milliarden Won (rund 1,9 Millionen Euro) hat die Stadt die Veranstaltung in diesem Jahr subventioniert, meldet der "Korea Herald" auf seiner Webseite. Ein großer Teil des Geldes wird dafür verwendet, wichtige Einkäufer und Moderedakteure einzufliegen.

"Wir haben in diesem Jahr 30 Einkäufer zusätzlich eingeladen und die Zahl der Einladungen damit auf 170 erhöht", sagte Kim Yoon-Hee von der Seoul Design Foundation zur Eröffnung der Modewoche. Darunter sind Vertreter wichtiger Konsumtempel aus New York (Saks, Barneys), London (Selfridges, Matches Fashion) und Paris (L'Eclaireur). Ungefähr 200 weitere Einkäufer reisten auf eigene Kosten an, so Kim.

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Street Styles aus Südkorea: Goldene Sneaker zur Katzenmaske

41 Kollektionen werden bis Samstag gezeigt, produziert von 35 südkoreanischen Designern und sechs Modeläden. Den Anfang machte Lee Seong-dong mit seinem Label "UL:KIN". Er zeigte eine Kollektion im Militärlook. Mit seiner Kleidung wolle er seine Landsleute dazu gemahnen, mehr Respekt zu zeigen vor den Menschen, die für das Land im Krieg gestorben seien, so der "Korea Herald". Fraglich, ob sich mit so etwas der Weltmarkt erobern lässt.

Zu den vielversprechenden Marken aus Südkorea gehört eher Blindness. Dahinter steckt das junge Designerduo Kyu Yong Shin und Jisun Park. Mit ihrer eleganten Herrenmode schafften es die Beiden in diesem Jahr auf die Shortlist des vom französischen Luxusmarkenkonzern LVMH vergebenen Modepreises. Ebenfalls schon etwas bekannter sind die Marken Kye, Push Button, FleaMadonna und Dgnak.

Südkoreas next Topmodel

Auch wenn es noch eine Weile dauern sollte, bis Entwürfe aus Südkorea auf den Laufstegen in Europa und den USA zu sehen sein werden, einen potenziellen Exportschlager für das Modegeschäft hat das Land bereits im Angebot. Das erst 17-jährige Model Yujin Seo ist in seiner Heimat bereits ein kleiner Star und war schon auf den Titelseiten der Asien-Ableger von "Vogue", "Elle" und "Harper's Bazaar" zu sehen. Die französische Kosmetikmarke Sephora machte sie 2016 zum Gesicht ihrer Werbekampagne.

Damit ist die Südkoreanerin all jenen einen großen Schritt voraus, die während der Seoul Fashion Week für die angereisten Fotografen posieren, um groß rauszukommen. Wie bei allen großen Fashionevents ziehen auch die Veranstaltungen im Dongdaemun Design Plaza im Seouler Stadtbezirk Jongno jedes Jahr etliche Modeverrückte an. Sie alle nutzen den von Zaha Hadid entworfenen Bau als Kulisse für ihre persönlichen Modenschauen.

Der Street Style in Seoul ist zwar nicht weniger selbstverliebt als etwa beim Dandy-Schaulaufen zur Pitti Uomo in Florenz. Doch die Südkoreaner sind in der Auswahl ihrer Outfits deutlich verspielter und flippiger als anderswo: Katzenmasken aus Latex, überdimensionierte Fliegen, Atemschutzmasken zu großen Kreolen oder Sneaker mit Sprungfedern an der Sohle sieht man nur hier, in der inoffiziellen Modehauptstadt Südostasiens.

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