"Silver House" in Griechenland Eine Villa als Bilderrahmen

Die Insel Zakynthos ist bei Urlaubern beliebt wegen ihrer Traumstrände. Oberhalb der berühmten Schmugglerbucht hat Architekt Olivier Dwek eine Ferienvilla hingestellt, die das Blau des Meeres und des Himmels in Szene setzt.

Olivier Dwek

An ihrem höchsten Punkt, dem Berg Enos, erhebt sich die griechische Insel Kefalonia 1628 Meter über das Blau des lonischen Meeres. Ein Idyll, das angeblich bereits von Homer beschrieben wurde. Als Olivier Dwek den Auftrag erhielt, auf dem Nachbareiland Zakynthos ein Haus mit Blick auf diese Naturschönheit zu errichten, war eins für ihn sofort klar: "Das Haus sollte die Insel rahmen", schreibt der belgische Architekt in seiner Projektbeschreibung.

Von Anfang an drehte sich alles um Sichtachsen: von der Terrasse, aus den Wohnräumen, aus der Küche, den Schlafzimmern und sogar aus den Bädern - immer blickt man auf Kefalonia und das Meer. Die weiße Farbe der komischerweise "Silver House" getauften Villa unterstreicht die Szenerie. Das Farbkonzept ist inspiriert von der monochromen Malerei Yves Kleins und wurde auch für die Innenarchitektur genutzt: Wände, Schränke, Stoffe - alles kontrastiert das Azurblau in der Ferne.

Neben der Fassadengestaltung weist das Gebäude weitere Ähnlichkeiten mit der kykladischen Architektur auf: kubische Formen, das Flachdach und verwinkelte Vorsprünge, die Schatten spenden. Im Gegensatz zu der berühmten Inselarchitektur ist das Objekt aber nicht in enge Gassen gesetzt worden, sondern windgeschützt mitten ins Grün oberhalb der sogenannten Schmugglerbucht.

Die Bucht verdankt ihren Namen der "Panagiotis", die dort am Strand liegt und angeblich früher türkischen Zigarettenschmugglern gehörte. Das Wrack ist ein beliebtes Postkartenmotiv, der Küstenabschnitt ist einer der schönsten der gesamten Insel. Das "Silver House" und seine Bewohner trennen allerdings bis zu 200 Meter hohe Felswände von Strand und Meer.

Als Ersatz gibt es deshalb einen Infinity-Pool. Den hat Olivier Dwek so vor der Terrasse im Boden versenkt, dass der Übergang zwischen Schwimmbecken und lonischem Meer auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Diese Illusion gelang dem Architekten auch in Küche und Wohnzimmer, die vis-à-vis liegen und in ihrer Mitte eine Terrasse einschließen.

Der schöne Essplatz im Freien wird eingerahmt von schweren Glasschiebetüren. Werden sie bewegt, vergrößert sich die Fläche noch einmal um die angrenzenden Räume. So können die Hausbewohner und ihre Gäste quasi von der Küche an den Esstisch und dann direkt weiter ins Wohnzimmer ziehen. Man will sich ja nicht zu viel bewegen im Urlaub.

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Fotostrecke: Rundgang durch das "Silver House"

In unserer Artikelserie "Die Heimsuchung" stellen wir Ihnen in loser Folge außergewöhnliche Immobilien vor, die zum Verkauf stehen, gerade gebaut oder geplant werden oder die einfach nicht von dieser Welt sind. Heute empfehlen wir Ihnen in unserem Steckbrief: "Silver House", Zakynthos, Griechenland.

Lage: Zakynthos, Griechenland

Zimmerzahl: Küche, Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer verteilt auf zwei Stockwerke

Garten: Es gibt einen kleinen Innenhof, zwei windgeschützte und eine große Terrasse.

Extras: Infinity-Pool mit Ausblick der Extraklasse

Stilfaktor: Das Gebäude ist inspiriert von der berühmten kykladischen Architektur. Mit seiner klaren Linienführung und reduzierten Formensprache hat Olivier Dwek dem Haus ein zeitloses Design verpasst.

Wer fühlt sich hier wohl? Familien mit zwei Kindern, Paare, Taucher

Nachbarn: Die Mythologie besagt, dass Artemis, die Göttin der Jagd, die grünen Wälder der Insel als ihr Jagdrevier nutzte. Ihr Bruder Apollo hingegen soll seine Lyra im Schatten der Lorbeerbäume gezupft haben. Es dürfte aber vermutlich eine Weile dauern, bis sie die Beiden zu Gesicht bekommen.

Unbedingt mitbringen: Fernglas, Taucherausrüstung und Sonnencreme, Griechenland hat rund 300 Sonnentage im Jahr.

Unterhalt: Außer dem Pool und der blütenweißen Fassade muss hier nicht viel gepflegt werden. Unter den rund 40.000 Insulanern findet sich sicher jemand, der das kostengünstig erledigt.

Weitere Infos: Gibt es bei dem Brüsseler Architekten Olivier Dwek.

löw

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
Massarani 12.09.2017
1. Wirklich schön?
Wird diese Villa wirklich als schön empfunden? Also von der Mehrheit oder zumindest vielen Menschen? Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich (nicht) streiten, aber ehrlich gesagt: ich würde das nicht so recht verstehen. Natürlich ist die Lage wunderschön und atemberaubend und so ein Infinitypool hat bestimmt auch seine Vorzüge, aber diese kantige, kalte, abweisende Architektur ist doch gruselig. Warum möchte Mensch an einen vermutlich abgelegenen, einsamen Flecken Natur sein, sich selbst dann aber in so eine kalte Unnatürlichkeit einsperren? Würden Naturstein, Terracotta, natürliche Bepflanzung oder meinetwegen auch roh weiß verputzte Rundungen nicht viel besser in die Umgebung passen? Und würden sie dem geneigten Bewohner nicht auch viel eher Entspannung und Ruhe geben können?
Uban 12.09.2017
2. .... Wieviele Jahren muss man ...
... arbeiten gehen um sich da eine Übernachtung leisten zu können ? ?
travelflo 12.09.2017
3. Ich finde sie schön
Was für Sie kalt und abweisend ist, ist für mich klar, luftig, frei und sonnendurchflutet. Der Geist wird nicht zu sehr abgelenkt. Das ganze Design folgt dem Bauhaus Prinzip "form follows function". Und zu zweit in der Abgeschiedenheit etwas Zeit zu verbringen, ist doch toll. Und wenn man möchte, fährt man ins nächstgelegende Stätdchen.
landsend 12.09.2017
4. Schade um die Schönheit der Insel
Da hat sich wohl ein eitler Architekt wieder einmal selbst verwirklichen wollen und meint vielleicht, dass sein Wunderwerk gut genug ist fürs Naturpanorama. Dabei ist die Architektur einfach nur selbstverliebt dämlich und wenig nutzungsfreundlich. Ich vermute , dass der Kommentator noch nie Naturstein- oder Betonoberflächen größeren Außmaßes selbst gepflegt hat, denn sonst wüßte er, was für eine harte und langwierige Arbeit das ist. Vom Fensterputzen ganz zu schweigen - ob sich die Fenster voll mit griechischem Sommerstaub, wenn sie in der Mittagshitze schön aufgeheizt sind, einfach bewegen lassen? Der Infinitypool taugt nur zum Gucken als Meerersatz. Sofern er mit Süßwasser betrieben wird, stellt er angesichts der gerade im Sommer beschränkten Wasservorräte der Insel eine rücksichtslose Verschwendung dar. Die angedachte Tauchpartie dürfte wohl nur mit alpinen Kletterkünsten zu bewältigen sein. Ebenso umständlich dürften sich Einkaufen, Waschen und Kochen gestalten. Kurzum, die Villa taugt nur fürs Modelshooting und für die Selbstinszenierung auf Instagram o.ä. und ähnlich steril wirkt sie auch. Jedes traditionell gebaute griechische Bauernhaus ist umsichtiger und dem Klima angemessener geplant und bietet deshalb mehr Lebensqualität als diese leere Betonästhetik.
fletcherfahrer 12.09.2017
5. Der Kubismus lässt grüßen!
Der Strand ist ja wunderschön, aber die Villa stört doch. Ich würde in diesem Bau selbst bei 40 Grad Celsius Frostbeulen kriegen. Und was ist an einem Schatten von einem Vordach "dekorativ"? Das wäre der Schatten von dem Baum gewesen. Ich weiß wirklich nicht warum diese "Architektur" so hochgejubelt wird.
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