Vegane Mode Fashion ohne Victims

Mit recycelten Materialien, "vegetarischem Leder", falschem Pelz und einer neuen Instagram-Initiative hat Stella McCartney den Tier- und Umweltschutz am Montag in die Pariser Fashion Week geholt.

Kreation von Stella McCartney
REUTERS

Kreation von Stella McCartney


Bei vielen der am Montag in Paris vorgestellten Modelle der britischen Designerin Stella McCartney war zwischen Neu und Alt kaum zu unterscheiden. So bestand etwa die "Wolle" für ein knallbuntes Strickkleid aus in Streifen geschnittenen alten T-Shirts. McCartney hatte aber noch mehr zu bieten als recycelte Materialien. Die Pelze ihrer neuen Kollektion sind alle synthetisch, genauso wie das "Leder".

Zu den falschen Pelzmänteln steckte McCartney ihre Models in abgesäbelte Wellingtons der britischen Marke Hunter, die nach Angaben der Designerin die nachhaltigsten Gummistiefel der Welt produziert. Abgesehen von den Gummistiefeln stammt aber alles aus dem Skizzenblock der Designerin.

Die Kollektion ist überaus tragbar und besteht hauptsächlich aus weit geschnittenen Mänteln und klassizistisch angehauchten Kleidern. Für Herren wurden neben kastigen Zweireihern eher sportliche Looks gezeigt: Arbeitshemden, Dufflecoats und ein Outfit aus Hose und Schlupfjacke, die über einem Hemd mit Krawatte getragen wurde.

Einige der prominenten Gäste der Schau, darunter US-Talkstar Oprah Winfrey, kamen auch, um McCartneys neue Instagram-Initiative #ThereSheGrows zum Schutz des Leuser-Nationalparks in Indonesien zu unterstützen. Die Kampagne besteht darin, jemandem einen Baum zu widmen und dies mit einer besonderen Botschaft zu verbinden.

Zu Beginn der Show in der Garnier-Oper erklärte Winfrey, sie widme eine Eiche ihrer im November verstorbenen Mutter Vernita Lee. Hollywood-Stars wie Gwyneth Paltrow, Drew Barrymore und Rooney Mara sowie die Sängerin Pink haben sich bereits der Initiative angeschlossen, um das riesige Ökosystem vor Abholzung und der Ausbreitung von Palmöl-Plantagen zu schützen.

Stella McCartney zeigt in ihren Kollektionen regelmäßig, dass Mode ohne tierische Produkte auskommen kann, ohne dass man das den Kleidungsstücken ansieht. Die 47-jährige Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney ist selbst überzeugte Veganerin.

löw/dpa



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dasfred 04.03.2019
1. Zu gewollt Vegan
Es gibt heute eine Vielzahl an Fasern, Garnen und Stoffen, die ohne tierische Bestandteile erzeugt werden und aus denen sich völlig neue Kreationen schneidern lassen. Einiges, was ich hier gesehen habe, erinnert mich an die Secondhand Shops früherer Jahre, deren Pelz und Ledermäntel nun in Plastik kopiert werden. Auch die vegane Kundin sollte sich fragen, ob sie sich nun einen Kunst-Leder Mantel von Stella oder ein fünfzig Jahre altes Original holt, dass sowieso schon existiert. Das bunte Strickkleid ist sicher für die eine oder andere Strickerin eine Herausforderung zum selber machen.
sam12345678910 04.03.2019
2.
@dasfred es geht darum keine haut eines getöteten tieres am körper zu tragen. Eine veganerin würde doch kein leder tragen. Egal wie alt. Oder würdest du einen mantel aus menschenhaut tragen wenn er 50 jahre alt ist?
dasfred 05.03.2019
3. Zu Nr.2
Mäntel aus Menschenhaut waren niemals Mainstream. Mir ging es in meinem Post darum, dass man nicht Veganismus propagiert, indem man Tierprodukte als Plastikimitat in den Focus rückt. Im Gegenteil, wer an der Optik gefallen findet, wird sich als nicht Veganer sogar verstärkt dem Original zuwenden. Wenn ich einem Hungrigen ein Salatbuffet präsentiere, wird er Appetit auf Salat bekommen. Zeige ich ihm vegane Würstchen und Schnitzel, dann kommt bei den meisten der Appetit aufs Original.
Paul Caster 05.03.2019
4. Naturprodukt ersetzt durch Chemie?
Nicht tierische Profukte lassen die Meerestiere sterben sonder...PLASTIK ... Also auch Kunstfasern. Wenn also kein Tier leiden soll für den Veganen Ach-So-Hip Trent, dann dürften auch nur Naturfasern eingesetzt werden die ohne chemische Düngemittel und ohne Monokulturen produziert werden. Denkt bitte mal zu Ende ihr tollen Tierschützer...
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