Street Styles Die Farben von Hannover

Hannover ist wie das "kleine Schwarze" unter den deutschen Städten. Die Leute kommen nie zu laut, dafür immer mit Stil um die Ecke, wie diese Fotostrecke aus dem S-Magazin zeigt.

Ludwig Schöpfer

Einen ausgesprochenen Dresscode sucht man in der niedersächsischen Hauptstadt vergebens. Die Hannoveraner kleiden sich, wie sie wollen, dabei aber stets norddeutsch, also eher zurückhaltend und klassisch. "Die Leute kommen nie zu laut, dafür immer mit Stil um die Ecke", sagt Caroline Prenzler, Geschäftsführerin des Traditionskaufhauses "Liebe". "Hannover", sagt sie, "ist wie das 'kleine Schwarze' unter den deutschen Städten".

Was in anderen urbanen Zentren vielleicht als langweilig gelten mag, empfindet der Hannoveraner als angenehm unkompliziert. Jeans, T-Shirt und Turnschuhe sind genauso akzeptiert wie Anzug oder High Heels. Gern in zurückhaltenden Farben mit vereinzelten Akzenten.

Auch Designermode hat an der Leine ihren Platz, jedoch spielen Luxuslabels keine übergeordnete Rolle. "In der kühleren Jahreszeit tragen die Leute gern Strick von Iris von Arnim und Friendly Hunting, aber auch Ausgefalleneres von Steffen Schraut oder Mason's", sagt Prenzler. Es gehe dabei weniger um die Marke als um die Qualität der Stücke.

Wer den klassischen Chic sucht, wird in der Innenstadt fündig. Rund um den Theaterplatz reihen sich exklusive Markenboutiquen und Galerien aneinander. Bei "Agatha" oder "Möller & Möller" haben schon Veronica Ferres, Maria Furtwängler oder Doris Schröder-Köpf eingekauft. Die Ex-Frau des "Brioni-Kanzlers" (durch Gerhard Schröder trat Hannover Ende der Neunziger erstmals modisch überhaupt in Erscheinung) verkörpert den eleganten, unaufdringlichen Kleidungsstil der Stadt perfekt.

Aus dem S-Magazin

2018 gewann Hannover den Nachhaltigkeitspreis des Bundes, eine Auszeichnung, die sich vor allem an Unternehmen richtet. Aber das Thema liegt auch der jungen, kreativen Szene vor Ort am Herzen. Sie geht auf Flohmärkte, kauft secondhand oder bei lokalen Labels. Ihr Stil: schlicht-sportlich, die Frauen tragen derzeit gern High-Waist-Hosen und flache Schuhe. "Die Hannoveraner werden immer mutiger", sagt Designerin Alicia Richter vom Label Insaint. "Natürlichkeit zählt, aber mit individueller Note."

Das junge Hannover ähnelt dann doch eher einer dunkelblauen Jeans. Passt immer, so wie das kleine Schwarze, bleibt aber stets im Hintergrund.



insgesamt 5 Beiträge
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laurent1307 22.11.2018
1. Wurgs, Spuck...
Wer Gartenschuhe aus Plastik, auch wenn sie von Crocs sind, trägt, hat sein Stilempfinden in der Toilette versenkt!
power.piefke 22.11.2018
2. seh ich nicht so
Hannover hat einen sehr hohen Wohnwert, keine Frage. Hohe Lebensqualität und gur gelegen. Aber stylisch sind die Leute nun wirklich nicht. Da klafft eine riesen Lücke zwischen Hannover und Hamburg und ganz besonders Bremen.
dasfred 22.11.2018
3. Wer konnte damit rechnen
Ausgerechnet an dem Tag läuft ein Fotograf durch Hanover und die guten Klamotten sind in der Wäsche oder beim Schuster. Mit solcher Kleidung geht man in Hamburg im Dunkeln gerne mal kurz zur Tanke, Nachschub holen, aber hier nennt man das nicht Styling.
wetzer123 22.11.2018
4. Quark
Als ob es den Hannoveraner gibt und alle sich dem Kleidungsstil folgen würden.
larrymondello 23.11.2018
5. Gelungene Satire
Wirklich ein schöner Scherz, die Welthauptstadt der praktischen Funktionsjacke mit Begriffen wie Style und Mode zu assoziieren, was kommt als nächstes? Buchholz ist das neue Brooklyn?
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