Tea Dance House in Palm Springs Auf der Sonnenseite

In den Fünfzigern entspannte halb Hollywood in Palm Springs. Aktuell steht dort ein Mid-Century-Traum zum Verkauf. Für zwei Millionen Dollar gibt es das Haus und das Klavier einer Unterhaltungslegende.

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Jeden Tag schönes Wetter und jedes Haus hat einen Pool - Palm Springs im Coachella-Tal unweit von Hollywood war in den Fünfzigern ein legendärer Rückzugsort der Stars der US-amerikanischen Entertainmentindustrie. Frank Sinatra, Ava Gardner, Howard Hughes, Paul Newman, Doris Day und Marilyn Monroe: In der sogenannten Movie Colony - in Pendelnähe zu den großen Studios - wohnte das reiche Hollywood.

Die San-Bernardino-Berge, die Santa Rosa Mountains und die San-Jacinto-Kette bilden eine eindrucksvolle Kulisse für die filigranen Flachbauten, die hier in den Vierziger- bis Siebzigerjahren von Mid-Century-Modernisten gebaut wurden: flache Häuser, die sich über große Grundstücke erstrecken, wüstentauglich für das Spiel mit Sonne und Schatten. Vorbild waren die Bauten europäischer Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe.

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Von außen sehen die Gebäude unscheinbar aus, das meiste verschwindet hinter Mauern und Bäumen. So ist es auch beim sogenannten Tea Dance House, das einmal Freunden des Sängers und Komikers Dean Martin gehörte und aktuell zum Verkauf steht. Für etwa 1,8 Millionen Dollar (rund 1,6 Mio. Euro) wird es derzeit angeboten. Mit dem Haus übergeben wird ein Klavier des ehemaligen Rat-Pack-Musikers.

Angeblich soll auch Barry Manilow schon an dem Flügel gesessen und darauf sogar ein Lied komponiert haben. Andere Details sind hingegen unbestritten: Zum Beispiel die Lage in Little Tuscany, einem der teuersten Viertel in Palm Springs, oder traumhafte Blicke von der Poolterrasse auf die raue Landschaft der San Jacinto Mountains.

Das Haus mit drei Schlafzimmern und drei Bädern erstreckt sich über etwas mehr als 220 Quadratmeter und ist den Bedürfnissen des heißen Klimas - wirklich angenehm ist es hier nur von Herbst bis Frühling - perfekt angepasst: Von keiner Stelle des Hauses ist es weit bis in den Garten, und fast alle Räume lassen sich über große Glasschiebetüren belüften.

Im Inneren herrscht angenehme Zurückhaltung, die Wände weiß und der Boden aus Terrazzo. Einen Großteil der Möbel - darunter auch Stücke von Milo Baughman and Mies Van der Rohe - gibt es zum Haus dazu. Von den Gemälden sollten sich die neuen Besitzer aber besser trennen. Ein so schönes Objekt hat Besseres verdient.

löw



insgesamt 14 Beiträge
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gammoncrack 17.12.2018
1. Schönes Teil.
Ich versuche es mal mit 6,7,21,30,33,49, SZ 7
papier777 17.12.2018
2. Palm Springs
Im Winter ist es toll dort zu wohnen und im Sommer geht man eben dann wieder Richtung LA... Es ist wirkich eine schoene und weite Gegend und die Natur an vielen Orten noch nicht bebaut. Es ist wirklich zu empfehen. Die Fahren auf der Autobahn gibt einem noch diesen wunderschoenen Einblick der Weite und Unberuehrtheit dieser schoenen Ecke Und Unterhaltung ist auch viel geboten in Palm Springs selber. Ausserhalb dann die Dattelfarmen und die Hot Springs... Nur zu empfehlen. Wer sich das da leisten kann, nichts wie hin......
stefangimbel 17.12.2018
3. Schnäppchen
Nicht das ich das Geld im Sparschwein hätte, aber im Vergleich zu den Hässlichkeiten die rund um München für 1,6 Mio angeboten werden erscheint dieses Haus, welches es sogar auf Siegel Online geschafft hat, geradezu günstig. Von den paradiesischen Vorteilen des amerikanischen Steuersystems ganz abgesehen.
kalim.karemi 17.12.2018
4. Schnäppchen
Jedenfalls im Vergleich zu dem, was 'findige' Investoren meinen, an hässlichem Neubauschrott inzwischen in Deutschland aufrufen zu müssen und sich bedauernswürdige Familien bis aus Grab Verschulden.
k70-ingo 17.12.2018
5.
Zitat von kalim.karemiJedenfalls im Vergleich zu dem, was 'findige' Investoren meinen, an hässlichem Neubauschrott inzwischen in Deutschland aufrufen zu müssen und sich bedauernswürdige Familien bis aus Grab Verschulden.
Wobei zu sagen ist, daß die Bauqualität hierzulande eine andere ist, allein aus klimatischen Gründen. Das hier gezeigte Haus ist in einer hier undenkbaren und für ein Wohnhaus nicht machbaren Weise simpel aufgebaut - Betonplatten und -träger, fertig. Für Architekturkenner ist es wertlos, weil von der ursprünglichen fest verbauten Einrichtung in Bädern und Küche nichts mehr vorhanden ist. Da gibt es besser und vollständiger erhaltene Objekte.
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