Familientraum "Villa Sunnanö" Ganz schön Holz in der Hütte

Sie träumen von einem Haus am See? Dann bestaunen Sie dieses Schmuckstück in Schweden. Das lichtdurchflutete Wohlfühlheim hat nur ein einziges Problem: Der Panoramablick wird von Zimmer zu Zimmer besser. Stil-Klassiker

Åke E:son Lindman

In unserer Artikelserie "Die Heimsuchung" stellen wir Ihnen in loser Folge außergewöhnliche Immobilien vor, die zum Verkauf stehen, gerade gebaut oder geplant werden. Heute empfehlen wir Ihnen in unserem Steckbrief: die Villa Sunnanö.

Auf den ersten Blick sieht die Villa Sunnanö aus wie wahllos ineinandergeschobene Wohncontainer aus Holz. Erst bei näherer Betrachtung erschließt sich das clevere Konzept hinter dem sternförmigen Grundriss: Von jedem Zimmer aus blickt man auf eine traumhafte Seenlandschaft, die das Grundstück begrenzt.

Wie raffiniert das Team um den Architekten Hans Murman das Haus auf einer Landzunge im schwedischen Sunnanö geplant hat, zeigt sich, wenn man das Haus betritt: Jedes Zimmer verfügt über ein Panoramafenster. Was von außen wie eine düstere, verschlossene Festung anmutet, ist tatsächlich ein lichtdurchflutetes Familienhaus.

An einen zentralen Wohnraum schließen die Häuserteile an, ähnlich wie bei einer Raumstation. Die Module sind so angeordnet, dass zu jeder Zeit möglichst viel Tageslicht hereinscheint: Morgens in den Fitnessraum und das untere Kinderzimmer, abends, wenn die gesamte Familie zu Hause ist, werden Küche, Ess- und Wohnzimmer von der untergehenden Sonne beleuchtet.

Sauna mit Panoramafenster

Um die Funktion der einzelnen Räume klar zu definieren und zu jeder Tageszeit die beste Aussicht und eine maximale Lichtausbeute zu garantieren, habe er die Flügel des Hauses in Terrassen enden lassen, sagte Hans Murman dem Architekturportal Dezeen. "Wo immer im Haus sie sich aufhalten, bietet sich ihnen ein fantastischer Ausblick."

Noch besser Entspannen lässt es sich nur im Freien. Entweder auf einer der sechs Veranden - oder direkt am Ufer. Den See erreichen die Bewohner über zwei Stege. Einer geht von der Küche ab, der zweite vom Wohnzimmer.

Fotostrecke

14  Bilder
Designervilla in Schweden: Ein Ausblick besser als der andere

Lage: Sunnanö, Schweden.

Zimmerzahl: Drei Schlafzimmer, Lounge, Wohnküche, Arbeitsbereich.

Garten: Garten? Ist untertrieben. Sie wohnen auf einer weitläufigen Landzunge, umgeben von riesigen Bäumen, Felsen und viel Wasser.

Extras: Sechs Terrassen, Seehütte, zwei Bootsstege, Fitnessraum, Kamin, Sauna mit Seeblick.

Stilfaktor: Von außen betrachtet gewöhnungsbedürftig. Doch wer das Haus einmal betreten hat, wird es nicht mehr verlassen wollen.

Neidfaktor: Sunnanö ist etwas abgeschieden, viel erleben kann man hier wahrscheinlich nicht, aber dafür zieht ja auch niemand an einen See in Schweden. Spätestens wenn Sie beim Saunieren auf die wunderschöne Landschaft blicken, vergessen Sie die Welt um sich herum sowieso.

Wer fühlt sich hier wohl? Ikea-Fans, Fjällräven-Träger, Angler, Holzfäller, andere sonstige Waldschrate.

Unbedingt mitbringen! Boot, Flanellhemden, guten Whiskey.

Nachbarn: Wer so ein Haus besitzt, muss mit Besuch rechnen. Wahrscheinlich wird sich die Nachbarschaft innerhalb kürzester Zeit darauf geeinigt haben, dass Grillpartys am besten bei Ihnen veranstaltet werden. Bis die lieben Mitmenschen allerdings mit dem Boot den See überquert haben, dauert es eine Weile. Genug Zeit, um den Grill anzuheizen - oder Reißaus zu nehmen.

Unterhalt: Holzhäuser sind pflegebedürftig, noch stärker dürften allerdings die Spritkosten für Fahrten in die Stadt zu Buche schlagen. Ausgaben für Anglerbedarf sollten ebenfalls einkalkuliert werden.

Altersgerechtes Wohnen: Die frische Luft, der morgendliche Sprung in den See und das Holzhacken werden dafür sorgen, dass Sie sich darum keine Sorgen machen müssen - fit bis ins Grab.

Weitere Infos: Mehr erfahren Sie hier in unserer Bildergalerie, oder bei den Architekten von Murman.

löw



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
bjbehr 13.10.2016
1. Nicht geschenkt
Wer jemals aus Holz gebaut hat, weiß, dass die Arbeit mit diesem sog. "lebenden" Material niemals aufhört: Streichen, streichen und nochmals streichen, vom Fensterputzen bei diesem "Traumhaus" mal ganz abgesehen. Ja, ich weiß, wer die Kohle dafür hat, hat sie auch für Maler- und Putzkolonnen. Also, sofort wieder abstoßen, sollte die Hütte jemand geschenkt bekommen.
bauausdo 13.10.2016
2. Nicht die Nachtigall: Lärche
Da dieses Holz an den Wetterseiten grau wird, scheint es sich Lärche zu handeln. Die wird nie gestrichen, sie ändert schlicht ihre Farbe von braun zu grau. In den Alpen ein übliches Baumaterial, dort wird die sogar schwarz. Sie hält Jahrzehnte.
Waudel 13.10.2016
3. Architektenfurz
Man betrachte nur einmal das Verhältnis zwischen Außenwänden und umbauten Raum!!! Ungünstiger geht kaum noch!!! Die Folge: Hohe Baukosten, großer Aufwand für Instandhaltung, enorme Heizkosten. Kurz eine Umwelt- und Wirtschaftlichkeitssünde. Und ob das Machwerk schönist, darüber kann jedser entscheiden.
ky3 13.10.2016
4. Autobahnkirche am See
Über Geschmack lässt sich streiten. Das mache ich hiermit und werfe ein: Warum stecken so viele Architekten derzeit eckige kalte "Autobahnkirchen" in unsere schöne organische Natur? Reiche bugsieren zeitvoll öde Kästen in schönste Naturkulissen und sagen damit nur eins: Egoismus des Besitzers. Wer kühle Nüchternheit mag, sollte doch besser sein Hütten an geradlinige Bahntrassen setzen statt in die Natur, die für uns alle da sein sollte und unsere Sinne beruhigt. Wie oft fuhr ich schon an meine geliebte Urlaubsorte oder weil im Reiseführer eine schöne Natur vorgegeben wurde. Doch vor Ort, immer wieder dasselbe, ein paar Reiche setzen ihre eckigen Prestige-Kisten an die schönste Küste, auf den anmutigsten Berg oder an einen stillen See; und sind dann doch nie zuhause, begreifen die Bude nur als Immobilie, schrecklich dumm.
dazent20 13.10.2016
5. Kopie
Schöne Architektur, aber eine Kopie des VitraHauses auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein. www.vitrahaus.de
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