Hochzeitsfotos zum Valentinstag Romantischer wird's heut nicht mehr

Bis zu 15.000 Euro geben Paare in Deutschland für ihre Hochzeit aus. Wirklich unverzichtbar: ein guter Fotograf. Diese Bilder beweisen es.

Jake Mcanally

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Rund 400.000 Mal haben sich in Deutschland im vergangenen Jahr zwei Menschen das Jawort gegeben. 1950 waren es noch fast doppelt so viele Paare, und der Trend blieb seitdem rückläufig, daran dürfte auch die endlich eingeführte Ehe für alle nicht sonderlich viel ändern.

Doch je weniger Menschen heiraten, desto mehr Geld geben sie für den großen Tag aus. Zwei Milliarden Euro setzte die Hochzeitsbranche 2016 in Deutschland um. Für ihr Traumpaket aus Junggesellenabschied, Ringen, Kleidern, Torte, Büfett, Unterhaltungsprogramm, Musik und Fotobegleitung geben Brautpaare hierzulande im Schnitt zwischen 5000 und 15.000 Euro aus. Was auch daran liegt, dass die Brautleute heute mehr Geld zur Verfügung haben, denn im Schnitt sind sie Ü30.

Nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht ist die Tendenz zum später Heiraten zu begrüßen. Forscher der University of Utah haben herausgefunden: Je jünger die Ehepartner zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit sind, desto gefährdeter ist ihre Ehe - statistisch betrachtet. Das perfekte Heiratsalter liegt laut ihrer Untersuchung zwischen 28 und 32.

In den USA wird mehr, jünger und teurer geheiratet. Im Jahr macht die Branche mehr als 60 Milliarden Dollar. Hier ist bigger immer noch better. Insofern macht es Sinn, dass der Beruf des wedding planners hier bereits in den Fünfzigern erfunden wurde. Diesen Projektmanager für die eigene Vermählung leisten sich auch in Deutschland immer mehr Menschen. Inzwischen bietet sogar die Industrie- und Handelskammer die Zertifizierung als "Eventmanager-Hochzeit" an.

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Fotostrecke: Die trauen sich was

Der Auftrag an einen Hochzeitsplaner ist natürlich mit steigenden Kosten verbunden. Die 90 Millionen Euro, die sich die Eltern von Scheich Mohammed bin Zayed bin Sultan al-Nahyan die Hochzeit ihres Kronprinzen mit Prinzessin Salama 1981 kosten ließen, werden sicher nicht erreicht, wenn ein Hochzeitsplaner im Spiel ist. Mit dem Gegenwert eines Kleinwagens sollte man vorsichtshalber aber schon rechnen.

Unromantisch, aber bei diesen Größenordnungen sicher nicht unvernünftig ist eine Hochzeitsrücktrittsversicherung. Diese Erfindung tröstet einen zwar nicht über den höchst seltenen, jedoch nicht ganz auszuschließenden Fall hinweg, vor dem Altar stehen gelassen zu werden. Doch so eine Police kommt immerhin für die vertraglich vereinbarten Stornokosten auf, wenn das Fest aufgrund höherer Gewalt abgeblasen werden muss, wobei göttliche Eingebung nicht zählt.

Eine weitere Berufsgruppe, die gut von Hochzeiten lebt, sind die Hochzeitsfotografen, neben Standesbeamten (und Priestern) eigentlich die einzige Berufsgruppe, auf deren Dienste Paare am Tag ihrer Hochzeit nicht verzichten sollten. Das beweist die Auswahl der besten Hochzeitsbilder aus dem vergangenen Jahr, die von dem Hochzeitsportal "Junebug Weddings" zusammengestellt wurde.

Mehr als 9000 Fotos aus aller Welt hat eine Expertenjury dafür gesichtet. Die Bilder liefern keine Anregungen, wofür Heiratswillige ihr Geld ausgeben könnten - außer für einen guten Fotografen -, die Aufnahmen zeigen, worum es am schönsten Tag des Lebens gehen sollte: liebevolle Emotionen. Dann fällt das Ja sagen leicht, ganz gleich wie viel es kostet.

Doku: Ein Fest zwischen Traum und Wirklichkeit - Hochzeit alla napoletana

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