Villa am Meer Dieser Würfel wird gefallen

Der erste Stock ist ein einziger Infinity-Pool - mit Ausblick in alle vier Richtungen: Mit der "Villa Clessidra" soll an der niederländischen Küste ein Eigenheim der Extraklasse entstehen. Hier sind die Entwürfe.

LAAV Architects

Von Olivia Samnick


In unserer Artikelserie "Die Heimsuchung" stellen wir Ihnen in loser Folge außergewöhnliche Immobilien vor, die zum Verkauf stehen, gerade gebaut oder geplant werden oder die einfach nicht von dieser Welt sind. Heute empfehlen wir Ihnen in unserem Steckbrief: "Villa Clessidra".

Neuer großer Wurf der Architekten der "Casa Brutale". Zwischen Pinien inmitten holländischer Dünen soll die "Villa Clessidra" entstehen. Der Clou: Ein rundum verglastes Mittelgeschoss mit Pool nimmt dem dreistöckigen Betonkubus seine Schwere, durchschneidet den Quader quasi horizontal. Dadurch kommt Licht in das Gebäude, denn der Pool hat einen Glasboden. Das im Wasser gebrochene Sonnenlicht soll nach Vorstellung der Planer für diffuse Lichtspiele im Wohnbereich im Erdgeschoss sorgen. Verstärkt wird dieser Effekt durch Spiegel über dem Schwimmbecken.

So viel Raffinesse hat ihren Preis. Auf rund zwei Millionen US-Dollar veranschlagt Projektleiter Laertis Antonios Ando Vassiliou die Baukosten für seinen Entwurf. Dafür gibt es aber nicht nur viel Glas und Stahlträger. Das Haus im Sanduhr-Design bietet seinen Bewohnern auch eine tolle Aussicht. Die Südfassade des Hauses soll nach Vassilious Vorstellung aus einer faltbaren Fensterfront bestehen. Im Sommer lassen sich so die Grenzen zwischen drinnen und draußen aufheben. Das Wohnzimmer wächst dann um davor liegende Terrasse.

Treppe aus Glas

Eine Treppe inmitten des Gebäudes verbindet die beiden Hausteile mit jeweils 98 Quadratmeter Wohnfläche. Sie durchbricht den Pool und dient gleichzeitig als Aufhängung für eine kleine Liegeinsel. Die Stufen ins Obergeschoss sind aus Glas, damit möglichst wenig den Lichteinfall behindert. Für Lauffaule hat Architekt Vassilou einen Fahrstuhlschacht mit eingeplant.

Das Spiel mit Durchbrüchen und Fenstern setzt sich im Dachgeschoss fort. Lichtschächte erhellen die beiden Schlafräume, die ein durchgehender Balkon mit Glasbalustrade verbindet.

Fotostrecke

15  Bilder
Fotostrecke: Rundgang durch den Luxuswürfel

Lage: Das Haus existiert bislang nur auf Papier.

Zimmerzahl: Ess- und Wohnbereich, Küche, zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer.

Garten: Dieses Haus soll im Grünen entstehen, aber ganz ehrlich, wer will bei einer Indoor-Wellnessoase überhaupt nach draußen? Für kurze Ausflüge gibt es eine Terrasse vor dem Wohnzimmer.

Extras: Pool mit Glasboden und Spiegeldecke, Balkon, Kamin, Terrasse, Bassin im Erdgeschoss.

Stilfaktor: Das elegante Pendant zum urigen Skandinavien-Fjord - aber mit gleichem Entspannungsfaktor.

Neidfaktor? Die Aufzählung "hauseigener Infinity-Pool, idyllischer Pinienhain und lange Spaziergänge auf holländischen Dünen" dürfte genügen, um beim zehnjährigen Jahrgangstreffen zur meistgehassten Person zu werden.

Wer fühlt sich hier wohl? Aquarium-Liebhaber, Exhibitionisten, Narzissten, Kubisten.

Unbedingt mitbringen! Vorhänge, Badesachen, Hollandrad und einen Fensterwischer mit einem langen Teleskopstab.

Nachbarn: Vermutlich Radfahrer, die von den malerischen Dünenwegen abgekommen sind, und ein paar Waldbewohner.

Unterhalt: Zwei Millionen für den Bau. Die Wasserkosten dürften auch nicht ganz billig sein.

Altersgerechtes Wohnen: Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten. Meeresluft ist ebenfalls förderlich für ein methusalemisches Alter.

Weitere Infos: Mehr erfahren Sie in unserer Bildgalerie, oder bei den LAAV Architekten.

löw/osa

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insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
realist4 15.03.2017
1. heimelige Atmosphäre?
Geschmack ist individuell, aber ich bezweifle dass es Leute gibt welche an und in diesem kalten Klotz etwas heimeliges finden. Da müsste man mir viel bezahlen damit ich in so etwas einziehen würde.
wüste 15.03.2017
2. Ich sag nur...
..viel spass beim entkalken der Fenster und lüften in der obersten Etage..
rugall70 15.03.2017
3. Nie im Leben...
Nie im Leben würde ich da wohnen wollen. Das ganze Gebäude wirkt ungeheuer kalt. Und der Zwischenstock mit dem Pool ist ausgesprochen unpraktisch. Zwischen Schlafzimmer und Wohnbereich sind dann alltäglich und immer wieder gleich zwei Stockwerke zu bewältigen. Rückzugsräume bietet das Haus überdies keine. Was soll daran heimelig sein?
meeee 15.03.2017
4.
Warum muß eigentlich das Eigenheim heutzutage immer mehr wie ein langweiliger grauer Büroklotz aussehen?
muellerthomas 15.03.2017
5.
Zitat von realist4Geschmack ist individuell, aber ich bezweifle dass es Leute gibt welche an und in diesem kalten Klotz etwas heimeliges finden. Da müsste man mir viel bezahlen damit ich in so etwas einziehen würde.
Behauptet das denn wer? Es gibt ja nicht wenige Menschen, die gerade nicht "heimelig" wohnen möchten. Mein Ding wär's jetzt auch nicht, dafür schwimme ich zu selten, aber ansonsten hat so ein Loft-Würferl durchaus was.
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