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Alle Artikel und Hintergründe

Studie: HIV-Medikamente schützen Drogensüchtige vor Infektion

SPIEGEL ONLINE - 14.06.2013

Pillen statt Spritzentauschprogramme? Erstmals haben Ärzte gezeigt, dass HIV-Medikamente Süchtige, die sich Drogen spritzen, vor einer Ansteckung schützen können. Experten jedoch warnen vor eiligen Rückschlüssen. Die Studie hat Schwächen. mehr...

Uno-Bericht: Die Verlierer im Kampf gegen Aids

SPIEGEL ONLINE - 21.11.2012

Weniger Kinder infizieren sich mit HIV, mehr Bedürftige erhalten Medikamente. Zwar feiern die Vereinten Nationen ihren jährlichen Aids-Bericht als großen Erfolg. Doch der Kampf gegen Aids ist noch lange nicht gewonnen. Denn es gibt auch Rückschritte - vor allem in wohlhabenderen Ländern. mehr...

HIV: Uno feiert große Erfolge im Kampf gegen Aids

SPIEGEL ONLINE - 20.11.2012

Die Vision einer HIV-freien Generation wird zunehmend greifbarer. Am Dienstag haben die Vereinten Nationen den aktuellen Jahresbericht im Kampf gegen Aids vorgestellt. Bis 2015 will die Uno die Zahl der HIV-Neuinfektionen halbieren. Diesem Ziel ist sie bereits jetzt ein ganzes Stück näher gekommen. mehr...

Immunschwäche: Ärzte rätseln über Aids-ähnliche Erkrankung

SPIEGEL ONLINE - 24.08.2012

Mediziner sind einer mysteriösen Krankheit auf der Spur: Zahlreiche Menschen in Asien und einige in den USA leiden an einer Immunschwäche. Die Symptome erinnern an Aids, doch die Betroffenen sind HIV-negativ. Ein Antikörper scheint die Ursache zu sein - Heilung gibt es bisher nicht. mehr...

Aids: Muttermilch enthält Hemmstoffe gegen HI-Viren

SPIEGEL ONLINE - 15.06.2012

Wenn aidskranke Mütter ihre Kinder stillen, dann werden die nicht in jedem Fall angesteckt. Warum das so sein könnte, wollen Forscher jetzt herausgefunden haben. Ein Tierversuch legt nahe, dass Substanzen in der Muttermilch dem Erreger zusetzen können. mehr...

Fatale Wirkung von HIV: Virusalarm im Gehirn

SPIEGEL ONLINE - 14.11.2011

Der Erreger HIV macht auch vor dem Hirn nicht Halt: Dort zerstört das Virus Nervenzellen - die Folge ist Demenz. Die Düsseldorfer Aidsforscherin Gabriele Arendt beschreibt den Kampf gegen die unheilbare Erkrankung. mehr...

Burma: Militärjunta schließt Aidsklinik nach Suu-Kyi-Besuch

SPIEGEL ONLINE - 20.11.2010

Drakonische Maßnahmen: Nach dem Besuch der Oppositionspolitikerin Suu Kyi in einer Aidsklinik hat die burmesische Militärjunta die Klinik geräumt. Der Einrichtung sei die Zulassung entzogen worden, hieß es. mehr...

Belgien: Erzbischof empört mit Aussage über „Gerechtigkeit“ von Aids

SPIEGEL ONLINE - 15.10.2010

Unverständnis und Empörung in Belgien: Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des Landes hat mit einer Aussage zu Aids schockiert. Die Krankheit könnte eine „Art von immanenter Gerechtigkeit“ für den Missbrauch der Liebe sein, heißt es in seinem Buch. mehr...

Fund in Affenfleisch: HIV-Vorläufer ist Tausende Jahre älter als gedacht

SPIEGEL ONLINE - 17.09.2010

Wann sprang der Erreger der Immunschwächekrankheit Aids vom Affen auf den Menschen über? Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Affenvariante des Virus viel älter ist als bisher gedacht. Der Fund wirft nun neue Fragen über den Verbreitungsweg von HIV auf. mehr...

AIDS: Verwaiste Greise

DER SPIEGEL - 28.06.2010

Afrika: HIV-Epidemie lässt alte Menschen zu Waisen werden; Die HIV-Epidemie in Afrika führt zu einem neuartigen demografischen Massenproblem: Alte Menschen werden zu Waisen. „Wir haben festgestellt, dass Aids nahezu eine Million ältere… mehr...


HIV/Aids - Die Fakten
Die HIV-Infektion
Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Außer ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.

Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Die Krankheit Aids
Das HI-Virus zerstört allmählich das Immunsystem, indem es die Zahl der T-Helferzellen im Blut drastisch senkt. Während in den ersten Wochen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten können (aber nicht müssen), folgen der Ansteckung mit HIV meist mehrere Jahre ohne körperliche Anzeichen. Währenddessen vermehrt sich das Virus im Körper. Mit dem Beginn der ARC-Phase (Aids Related Complex) treten erneut Beschwerden wie nach der Infektion auf. Wenn die eigentliche Krankheit beginnt, spricht man von der Diagnose Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome).

Aids wird durch verschiedene Erkrankungen definiert. Sogenannte opportunistische oder Sekundär-Infektionen und Tumoren nutzen die schwache Immunabwehr aus. Trotz einer Behandlung stirbt der Patient an einer der Folgeerkrankungen. Zusätzlich können schon im Vorfeld virenhemmende Medikamente eingesetzt werden. Beide Maßnahmen verlängern die Lebenserwartung und steigern die Lebensqualität der Betroffenen.

Das Virus
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Diese Erreger sind in der Lage, ihren genetischen Code in das Erbgut des Wirtskörpers, in diesem Falle des Menschen, einzubauen. Deshalb kann das Virus nach einer Infektion nicht wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.

Das Virus kommt in zwei Stämmen vor. HIV-1 ist weltweit verbreitet. Mikrobiologen unterscheiden Subtypen mit den Buchstaben A bis I und O. Der zweite Stamm, HIV-2, ist vorwiegend in Westafrika verbreitet. Ansteckungs- und Krankheitsverlauf sind in beiden Fällen ähnlich.

Die weltweite Verbreitung
Laut UNAIDS sind weltweit schätzungsweise 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Mit mehr als zwei Drittel der Infizierten bilden die Länder des südlichen Afrikas ein Zentrum der Epidemie.

Bis Ende 2008 erhielten rund vier Millionen HIV-positive Menschen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine antiretrovirale Therapie - im Vergleich zu drei Millionen Patienten im Jahr 2007 und lediglich 400.000 in 2003.
Die Verbreitung in Deutschland
In Deutschland nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit etwa 70.000 Menschen mit HIV/Aids. 2013 wurden dem Institut 3263 gesicherte HIV-Neuinfektionen gemeldet - etwa zehn Prozent mehr als 2012. 550 Menschen starben demnach 2012 an den Folgen von Aids. Zum Vergleich: Mitte der neunziger Jahre starben in Deutschland bis zu 2500 Menschen pro Jahr an der Krankheit. Am häufigsten (53 Prozent) steckten sich homosexuelle Männer neu mit HIV. In 18 Prozent der Fälle erfolgte die Ansteckung nach heterosexuellem Kontakt, in 3 Prozent durch Spritzen von Drogen.
Chronik
1981: Vor allem in Kalifornien und New York sterben junge Männer an einer Krankheit, die das Immunsystem der Kranken ausschaltet. Am 5. Juni berichtet die US-Gesundheitsbehörde CDC erstmals über die auffällige Zunahme seltener Krebs- und Lungenentzündungsformen bei jungen Homosexuellen.

1982: In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden die ersten Fälle diagnostiziert. Die erworbene Immunschwächekrankheit wird Aids (Aquired Immunodeficiency Syndrome) genannt.

1983: Die Forschungsgruppen von Robert Gallo (USA) und Luc Montagnier (Frankreich) identifizieren das Virus, das die Krankheit auslöst. Später erhält es den Namen HIV (Human Immunodeficiency Virus).

1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

1985: In Atlanta findet die erste Welt-Aids-Konferenz statt. Durch den Aidstod des US-Schauspielers Rock Hudson wird die Krankheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Deutschland dürfen ab Herbst keine Blutpräparate mehr ohne vorherigen HIV-Test verkauft werden. Über 2300 Menschen - darunter mehr als 1800 Bluter - hatten sich zuvor infiziert.

1986: Aus Afrika werden die ersten Aidsfälle gemeldet.

1987: AZT, das erste Medikament, das den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann, erhält eine Zulassung.

1988: Die WHO führt den 1. Dezember als Welt-Aids-Tag ein.

1991: Die rote Schleife wird internationales Symbol für den Kampf gegen Aids.

1995: Sogenannte Protease-Hemmer kommen als neues Aidsmedikament auf den Markt.

1996: Die Vereinten Nationen gründen UNAIDS, eine Unterorganisation der Uno für den Kampf gegen die Krankheit.

1999: Wissenschaftler finden Belege dafür, dass das HI-1-Virus von einer Schimpansen-Unterart stammt, die nur im westlichen Zentralafrika vorkommt.

2003: Der erste Fusionshemmer kommt als vierte Klasse von Aidsmedikamenten in den USA auf den Markt.

2004: Die WHO startet die Initiative "3 by 5". Danach sollen 2005 drei Millionen Infizierte mit Medikamenten versorgt werden.

2005: Nach Angaben der UNAIDS sind über 40 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert - ein neuer Höchststand. Das Berliner Robert Koch-Institut geht von 2600 Neuinfizierten in Deutschland aus. In Deutschland leben insgesamt 49.000 HIV-Positive.

2006: Der jüngste Welt-Aids-Bericht von UNAIDS meldet, dass die Rate der Neuinfektionen sich erstmals seit dem Ausbruch der Seuche verlangsamt. Immer noch erhalten viele Infizierte und Erkrankte in der Dritten Welt keine Versorgung, besonders HIV-positive Kinder.

2008: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon legt einen Bericht vor, nach dem im Dezember 2007 weltweit schätzungsweise 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert waren.


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