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Alle Artikel und Hintergründe

HIV-Prävention in Südafrika: Bunte Präservative sollen Kondom-Müdigkeit stoppen

SPIEGEL ONLINE - 03.04.2014

Junge Südafrikaner benutzen seltener Kondome als früher. Gleichzeitig steigt die Zahl der HIV-Infizierten. Die Regierung will Studenten nun zum Gebrauch des Verhütungsmittels animieren - bunte Kondome mit Geschmack sollen dabei helfen. mehr...

Erneuter Erfolg: Ärzte befreien Baby von Aids-Erreger

SPIEGEL ONLINE - 06.03.2014

Ein Baby, das im Mutterleib mit HIV infiziert wurde, ist offenbar von dem Aids-Erreger befreit. Eine aggressive Therapie soll die Ausbreitung des Virus im Körper verhindert haben. Es ist bereits der zweite Fall dieser Art. mehr...

HIV-Experiment: Molekulare Lenkraketen töten schlafende Aids-Erreger

SPIEGEL ONLINE - 10.01.2014

Die Behandlung von HIV-Infektionen hat zuletzt gewaltige Fortschritte gemacht. Doch bisher sind Mediziner daran gescheitert, den Aids-Erreger komplett aus dem Körper zu tilgen. Jetzt haben Forscher im Tierversuch einen Weg gefunden, auch die schlafenden HI-Viren anzugreifen. mehr...

Arbeitsurteil: HIV-Infektion ist kein Kündigungsgrund

SPIEGEL ONLINE - 19.12.2013

Legen HIV-Infizierte ihre Krankheit offen, überstehen sie mitunter die Probezeit in Unternehmen nicht. Ein neues Urteil dürfte das ändern: Die Infektion ist mit einer Behinderung gleichzusetzen, Mitarbeiter stehen unter besonderem Schutz, entschied das Bundesarbeitsgericht. mehr...

Knochenmarkspende: Hoffnung auf Aids-Therapie bekommt einen Dämpfer

SPIEGEL ONLINE - 07.12.2013

Für mehrere Monate schienen zwei mit HIV infizierte Patienten frei vom Virus. Beide hatten wegen einer Krebserkrankung eine Knochenmarkspende erhalten. Doch nun berichten ihre Ärzte: Der Erreger wurde nicht besiegt. mehr...

Beraterin bei der Aids-Hilfe: Mein Beruf ist für viele wie ein anderer Planet

SPIEGEL ONLINE - 01.12.2013

Fünfmal täglich geht es bei Antje Sanogo um Leben und Tod. Dann erklärt sie einem Menschen, ob sein Aids-Test negativ oder positiv war. Den Infizierten hilft sie auch im Alltag. Und stößt auf Unverständnis, wo sie es am wenigsten erwartet. mehr...

Prävention: HIV ist auch in Deutschland längst nicht besiegt

SPIEGEL ONLINE - 27.11.2013

Etwa jeder dritte HIV-Positive ahnt in Deutschland nichts von seiner Infektion, zu viele Menschen verzichten beim Sex auf Kondome. Obwohl Medikamente vor einer Weitergabe des Virus schützen können, bleibt die Zahl der Neuinfektionen hierzulande konstant hoch. mehr...

RKI-Schätzung: 2012 lebten 78.000 HIV-Infizierte in Deutschland

SPIEGEL ONLINE - 11.11.2013

Die Zahl der Menschen in Deutschland mit HIV wächst: 78.000 Bürger waren Ende 2012 HIV-positiv - fast fünfmal mehr als in den neunziger Jahren. Zwar sterben weniger Menschen aufgrund der Infektion. Doch die Zahl derer, die sich neu mit dem Virus anstecken, bleibt hoch. mehr...

Betroffener über Bluter-Film: Der Skandal bekommt ein menschliches Antlitz

SPIEGEL ONLINE - 28.10.2013

Das ZDF verarbeitet den Bluter-Skandal in einem Spielfilm. Wie kommt der Film bei einem Betroffenen an? Andreas Bemeleit hat sich den Film für SPIEGEL ONLINE angesehen. mehr...

Bluter-Skandal: 70.000 Mark für ein Menschenleben

SPIEGEL ONLINE - 28.10.2013

In den achtziger Jahren steckten sich mehr als 1500 Bluter mit HIV-verseuchten Blutpräparaten an, mehr als tausend starben. Ein Hamburger Anwalt versuchte vergeblich, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das ZDF erzählt den Skandal nun in einem Spielfilm. mehr...



HIV/Aids - Die Fakten
Die HIV-Infektion
Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Außer ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.

Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Die Krankheit Aids
Das HI-Virus zerstört allmählich das Immunsystem, indem es die Zahl der T-Helferzellen im Blut drastisch senkt. Während in den ersten Wochen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten können (aber nicht müssen), folgen der Ansteckung mit HIV meist mehrere Jahre ohne körperliche Anzeichen. Währenddessen vermehrt sich das Virus im Körper. Mit dem Beginn der ARC-Phase (Aids Related Complex) treten erneut Beschwerden wie nach der Infektion auf. Wenn die eigentliche Krankheit beginnt, spricht man von der Diagnose Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome).

Aids wird durch verschiedene Erkrankungen definiert. Sogenannte opportunistische oder Sekundär-Infektionen und Tumoren nutzen die schwache Immunabwehr aus. Trotz einer Behandlung stirbt der Patient an einer der Folgeerkrankungen. Zusätzlich können schon im Vorfeld virenhemmende Medikamente eingesetzt werden. Beide Maßnahmen verlängern die Lebenserwartung und steigern die Lebensqualität der Betroffenen.

Das Virus
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Diese Erreger sind in der Lage, ihren genetischen Code in das Erbgut des Wirtskörpers, in diesem Falle des Menschen, einzubauen. Deshalb kann das Virus nach einer Infektion nicht wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.

Das Virus kommt in zwei Stämmen vor. HIV-1 ist weltweit verbreitet. Mikrobiologen unterscheiden Subtypen mit den Buchstaben A bis I und O. Der zweite Stamm, HIV-2, ist vorwiegend in Westafrika verbreitet. Ansteckungs- und Krankheitsverlauf sind in beiden Fällen ähnlich.

Die weltweite Verbreitung
Laut Unaids sind weltweit schätzungsweise 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Mit mehr als zwei Drittel der Infizierten bilden die Länder des südlichen Afrikas ein Zentrum der Epidemie.

Bis Ende 2008 erhielten rund vier Millionen HIV-positive Menschen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine antiretrovirale Therapie - im Vergleich zu drei Millionen Patienten im Jahr 2007 und lediglich 400.000 in 2003.
Die Verbreitung in Deutschland
In Deutschland nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit etwa 70.000 Menschen mit HIV/Aids. 2013 wurden dem Institut 3263 gesicherte HIV-Neuinfektionen gemeldet - etwa zehn Prozent mehr als 2012. 550 Menschen starben demnach 2012 an den Folgen von Aids. Zum Vergleich: Mitte der neunziger Jahre starben in Deutschland bis zu 2500 Menschen pro Jahr an der Krankheit. Am häufigsten (53 Prozent) steckten sich homosexuelle Männer neu mit HIV. In 18 Prozent der Fälle erfolgte die Ansteckung nach heterosexuellem Kontakt, in 3 Prozent durch Spritzen von Drogen.
Chronik
1981: Vor allem in Kalifornien und New York sterben junge Männer an einer Krankheit, die das Immunsystem der Kranken ausschaltet. Am 5. Juni berichtet die US-Gesundheitsbehörde CDC erstmals über die auffällige Zunahme seltener Krebs- und Lungenentzündungsformen bei jungen Homosexuellen.

1982: In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden die ersten Fälle diagnostiziert. Die erworbene Immunschwächekrankheit wird Aids (Aquired Immunodeficiency Syndrome) genannt.

1983: Die Forschungsgruppen von Robert Gallo (USA) und Luc Montagnier (Frankreich) identifizieren das Virus, das die Krankheit auslöst. Später erhält es den Namen HIV (Human Immunodeficiency Virus).

1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

1985: In Atlanta findet die erste Welt-Aids-Konferenz statt. Durch den Aidstod des US-Schauspielers Rock Hudson wird die Krankheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Deutschland dürfen ab Herbst keine Blutpräparate mehr ohne vorherigen HIV-Test verkauft werden. Über 2300 Menschen - darunter mehr als 1800 Bluter - hatten sich zuvor infiziert.

1986: Aus Afrika werden die ersten Aidsfälle gemeldet.

1987: AZT, das erste Medikament, das den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann, erhält eine Zulassung.

1988: Die WHO führt den 1. Dezember als Welt-Aids-Tag ein.

1991: Die rote Schleife wird internationales Symbol für den Kampf gegen Aids.

1995: Sogenannte Protease-Hemmer kommen als neues Aidsmedikament auf den Markt.

1996: Die Vereinten Nationen gründen UNAIDS, eine Unterorganisation der Uno für den Kampf gegen die Krankheit.

1999: Wissenschaftler finden Belege dafür, dass das HI-1-Virus von einer Schimpansen-Unterart stammt, die nur im westlichen Zentralafrika vorkommt.

2003: Der erste Fusionshemmer kommt als vierte Klasse von Aidsmedikamenten in den USA auf den Markt.

2004: Die WHO startet die Initiative "3 by 5". Danach sollen 2005 drei Millionen Infizierte mit Medikamenten versorgt werden.

2005: Nach Angaben der UNAIDS sind über 40 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert - ein neuer Höchststand. Das Berliner Robert Koch-Institut geht von 2600 Neuinfizierten in Deutschland aus. In Deutschland leben insgesamt 49.000 HIV-Positive.

2006: Der jüngste Welt-Aids-Bericht von UNAIDS meldet, dass die Rate der Neuinfektionen sich erstmals seit dem Ausbruch der Seuche verlangsamt. Immer noch erhalten viele Infizierte und Erkrankte in der Dritten Welt keine Versorgung, besonders HIV-positive Kinder.

2008: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon legt einen Bericht vor, nach dem im Dezember 2007 weltweit schätzungsweise 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert waren.





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