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Alle Artikel und Hintergründe

HIV-infiziertes Mädchen: Ärzte sprechen von funktioneller Heilung

SPIEGEL ONLINE - 24.10.2013

Drei Jahre ist das Mädchen, das im Mutterleib mit dem HI-Virus infiziert wurde, nun alt - die Immunschwächekrankheit Aids ist nicht ausgebrochen. Die frühzeitige aggressive Therapie soll verhindert haben, dass sich die Viren einnisteten. mehr...

MEDIZIN: Die Vergessenen

DER SPIEGEL - 21.10.2013

Korrektur. Mehr als tausend Bluter starben in den vergangenen drei Jahrzehnten in Deutschland an Aids, weil sie verseuchte Blutpräparate bekommen hatten. Bis heute haben die Opfer keine Lobby. Und nur wenige sprechen öffentlich über den Medizinskanda... mehr...

Umstrittener Gesetzentwurf: China will HIV-Positive aus Badehäusern verbannen

SPIEGEL ONLINE - 14.10.2013

Ein chinesischer Gesetzentwurf löst heftige Kritik bis hin zur Uno aus: HIV-positiven Menschen soll der Zutritt zu öffentlichen Bädern verwehrt werden. Die Vereinten Nationen empfehlen, die Auflagen zu streichen. mehr...

MEDIZIN: Anti-Aids-Ring in der Vagina

DER SPIEGEL - 07.10.2013

Biotechniker entwickeln neues Verfahren zum Schutz vor Ansteckung mit dem Aidsvirus. Frauen können sich womöglich bald leichter vor einer Ansteckung mit dem Aidsvirus schützen. Der Biotechniker Patrick Kiser von der Northwestern University im US-Bu... mehr...

Weniger Kondome: Experten befürchten Rückschläge beim Kampf gegen Aids

SPIEGEL ONLINE - 24.09.2013

Gefährdet Leichtsinn die Erfolge im Kampf gegen Aids? In vielen afrikanischen Ländern steigt die Zahl der Menschen mit mehreren Sexpartnern, während die Kondomnutzung sinkt, warnen Experten der Vereinten Nationen. Noch infizieren sich immer weniger Menschen mit dem Virus. mehr...

MEDIZIN: Von Heilung träumen

DER SPIEGEL - 02.09.2013

Anfangs war die Diagnose ein Todesurteil. Später gelang mit Medikamenten das Überleben. Heute, 30 Jahre nach Entdeckung des Aidsvirus, keimt Hoffnung auf, dass sich die Infektion sogar kurieren lässt. Die Praxis des HIV-Spezialisten Stefan Fenske i... mehr...

Analkrebs: Ärzte empfehlen HPV-Impfung für schwule Jugendliche

SPIEGEL ONLINE - 16.07.2013

Sollten sich Jungs auch gegen HPV impfen lassen? Ja, fordern britische Mediziner. Eine Impfung gegen die Infektion mit Humanen Papillomaviren schütze nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs - besonders Homosexuelle könnten ihr erhöhtes Risiko senken, an Analkrebs zu erkranken. mehr...

HIV: Funktionell geheilt

DER SPIEGEL - 15.07.2013

Patient besiegt HIV. Infektiologen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben einen Patienten fast vollständig von HIV befreit. Obwohl der Mann seit neun Jahren keine Medikamente mehr nimmt, hat er nur noch so wenige dieser Immunschwäche-Vire... mehr...

Transplantiertes Knochenmark: Aids-Therapie lässt Mediziner hoffen

SPIEGEL ONLINE - 03.07.2013

Sie waren an Krebs und Aids erkrankt - und sind mit einer neuen Therapie behandelt worden: Auf den ersten Blick sieht es gut aus für zwei Patienten in den USA. Der Fall weckt Erinnerungen an eine erfolgreiche Behandlung vor fünf Jahren. mehr...

Neue Richtlinien: WHO empfiehlt frühere Therapie von HIV-Infizierten

SPIEGEL ONLINE - 30.06.2013

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Richtlinien für die Behandlung von HIV-Infizierten geändert. Sie empfiehlt jetzt, deutlich früher mit der Therapie zu beginnen. Damit könnten bis 2025 drei Millionen Todesfälle und 3,5 Millionen Ansteckungen verhindert werden. mehr...



HIV/Aids - Die Fakten
Die HIV-Infektion
Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Außer ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.

Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Die Krankheit Aids
Das HI-Virus zerstört allmählich das Immunsystem, indem es die Zahl der T-Helferzellen im Blut drastisch senkt. Während in den ersten Wochen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten können (aber nicht müssen), folgen der Ansteckung mit HIV meist mehrere Jahre ohne körperliche Anzeichen. Währenddessen vermehrt sich das Virus im Körper. Mit dem Beginn der ARC-Phase (Aids Related Complex) treten erneut Beschwerden wie nach der Infektion auf. Wenn die eigentliche Krankheit beginnt, spricht man von der Diagnose Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome).

Aids wird durch verschiedene Erkrankungen definiert. Sogenannte opportunistische oder Sekundär-Infektionen und Tumoren nutzen die schwache Immunabwehr aus. Trotz einer Behandlung stirbt der Patient an einer der Folgeerkrankungen. Zusätzlich können schon im Vorfeld virenhemmende Medikamente eingesetzt werden. Beide Maßnahmen verlängern die Lebenserwartung und steigern die Lebensqualität der Betroffenen.

Das Virus
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Diese Erreger sind in der Lage, ihren genetischen Code in das Erbgut des Wirtskörpers, in diesem Falle des Menschen, einzubauen. Deshalb kann das Virus nach einer Infektion nicht wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.

Das Virus kommt in zwei Stämmen vor. HIV-1 ist weltweit verbreitet. Mikrobiologen unterscheiden Subtypen mit den Buchstaben A bis I und O. Der zweite Stamm, HIV-2, ist vorwiegend in Westafrika verbreitet. Ansteckungs- und Krankheitsverlauf sind in beiden Fällen ähnlich.

Die weltweite Verbreitung
Laut UNAIDS sind weltweit schätzungsweise 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Mit mehr als zwei Drittel der Infizierten bilden die Länder des südlichen Afrikas ein Zentrum der Epidemie.

Bis Ende 2008 erhielten rund vier Millionen HIV-positive Menschen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine antiretrovirale Therapie - im Vergleich zu drei Millionen Patienten im Jahr 2007 und lediglich 400.000 in 2003.
Die Verbreitung in Deutschland
In Deutschland lebten Ende 2010 nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 70.500 Menschen mit HIV/Aids. Rund 300 diagnostizierte Neuinfektionen wurden dem Institut für 2010 gemeldet. 550 Menschen starben an den Folgen von Aids. Zum Vergleich: Mitte der neunziger Jahre starben in Deutschland bis zu 2500 Menschen pro Jahr an der Krankheit.

Am häufigsten steckten sich homosexuelle Männer neu mit HIV an, deren Zahl lag 2010 bei rund 2200 Fällen. In 580 Fällen erfolgte die Ansteckung nach heterosexuellem Kontakt. Rund 170 Drogenabhängige steckten sich mit dem HI-Virus an.
Chronik
1981: Vor allem in Kalifornien und New York sterben junge Männer an einer Krankheit, die das Immunsystem der Kranken ausschaltet. Am 5. Juni berichtet die US-Gesundheitsbehörde CDC erstmals über die auffällige Zunahme seltener Krebs- und Lungenentzündungsformen bei jungen Homosexuellen.

1982: In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden die ersten Fälle diagnostiziert. Die erworbene Immunschwächekrankheit wird Aids (Aquired Immunodeficiency Syndrome) genannt.

1983: Die Forschungsgruppen von Robert Gallo (USA) und Luc Montagnier (Frankreich) identifizieren das Virus, das die Krankheit auslöst. Später erhält es den Namen HIV (Human Immunodeficiency Virus).

1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

1985: In Atlanta findet die erste Welt-Aids-Konferenz statt. Durch den Aidstod des US-Schauspielers Rock Hudson wird die Krankheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Deutschland dürfen ab Herbst keine Blutpräparate mehr ohne vorherigen HIV-Test verkauft werden. Über 2300 Menschen - darunter mehr als 1800 Bluter - hatten sich zuvor infiziert.

1986: Aus Afrika werden die ersten Aidsfälle gemeldet.

1987: AZT, das erste Medikament, das den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann, erhält eine Zulassung.

1988: Die WHO führt den 1. Dezember als Welt-Aids-Tag ein.

1991: Die rote Schleife wird internationales Symbol für den Kampf gegen Aids.

1995: Sogenannte Protease-Hemmer kommen als neues Aidsmedikament auf den Markt.

1996: Die Vereinten Nationen gründen UNAIDS, eine Unterorganisation der Uno für den Kampf gegen die Krankheit.

1999: Wissenschaftler finden Belege dafür, dass das HI-1-Virus von einer Schimpansen-Unterart stammt, die nur im westlichen Zentralafrika vorkommt.

2003: Der erste Fusionshemmer kommt als vierte Klasse von Aidsmedikamenten in den USA auf den Markt.

2004: Die WHO startet die Initiative "3 by 5". Danach sollen 2005 drei Millionen Infizierte mit Medikamenten versorgt werden.

2005: Nach Angaben der UNAIDS sind über 40 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert - ein neuer Höchststand. Das Berliner Robert Koch-Institut geht von 2600 Neuinfizierten in Deutschland aus. In Deutschland leben insgesamt 49.000 HIV-Positive.

2006: Der jüngste Welt-Aids-Bericht von UNAIDS meldet, dass die Rate der Neuinfektionen sich erstmals seit dem Ausbruch der Seuche verlangsamt. Immer noch erhalten viele Infizierte und Erkrankte in der Dritten Welt keine Versorgung, besonders HIV-positive Kinder.

2008: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon legt einen Bericht vor, nach dem im Dezember 2007 weltweit schätzungsweise 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert waren.





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