Pollenkörner sind Träger des männlichen Erbguts von Pflanzen und transportieren dieses zu weiblichen Blüten bzw. Blütenteilen, die anschließend befruchtet werden.
Im Gegensatz zur klassischen Insektenbestäubung, bei der Bienen, Hummeln und anderes fliegendes Getier die Pollen zielsicher zur nächsten Blume befördern, verlassen sich viele Pflanzenarten wie etwa Gräser und diverse Bäume auf den Wind als Transportmittel für die vitale Fracht.
Diese Strategie hat einige Vorteile: Die Pflanzen brauchen keine komplexen Blüten zu bilden, um Insekten anzulocken. Außerdem können die Pollenkörner vom Wind über sehr weite Strecken transportiert werden, was einer optimalen Durchmischung des Erbguts zugute kommt.
Da Windbestäubung jedoch nach dem "Schrotflinten-Prinzip" funktioniert, müssen enorme Mengen winziger Pollen produziert werden, um eine erfolgreiche Befruchtung zu gewährleisten. Dementsprechend einfach findet solcher Blütenstaub auch den Weg in die menschlichen Atemwege – zum Leidwesen aller Pollenallergiker.
Während der Pollenflugzeit ist das Immunsystem von Heuschnupfenpatienten arg strapaziert. Mit Niesen, Schnupfennase, Juckreiz der Augen und ähnlichen Symptomen reagieren ihre Körper auf die Pollen.
Hyposensibilisierungen können helfen, wenn die Allergene eindeutig identifiziert wurden, müssen aber nicht. Die Erfolgsrate liegt bei rund vier von fünf Patienten. Hier werden Allergene über drei Jahre hinweg kontinuierlich gespritzt.
Andere Therapien sind die Behandlung mit Antihistaminika oder auch mit Kortison-Präparaten in Form von Augentropfen, Tabletten und Nasensprays. Da sich aus Heuschnupfen Asthma entwickeln kann, ist eine Behandlung wichtig.