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Weg ins Vergessen

Wer bin ich? Wo wohne ich? Irgendwann können Alzheimer-Patienten auch die einfachsten Fragen nicht mehr beantworten. Sie verlieren nach und nach die Erinnerungen an ihr Leben und den Alltag, Verwandte werden zu Fremden. Weil die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird, steigt die Zahl der Demenzkranken stetig.

Speedzellen: Nobelpreisträger entdecken Tacho im Hirn

Speedzellen: Nobelpreisträger entdecken Tacho im Hirn

SPIEGEL ONLINE - 15.07.2015

Wie schnell laufe ich? Das verraten sogenannte Speedzellen, die Forscher nun erstmals im Gehirn von Ratten nachgewiesen haben. Sie sind umso aktiver, je schneller sich die Tiere bewegen. mehr... Video | Forum ]

Alzheimer-Patienten: Musik bleibt

Alzheimer-Patienten: Musik bleibt

SPIEGEL ONLINE - 15.07.2015

Selbst wenn sie ihre Enkel nicht mehr erkennen, können viele Alzheimer-Patienten noch Lieder mitsingen. Deutsche Forscher haben jetzt eine Erklärung gefunden: Offenbar sind Teile des Gehirns unempfindlicher gegen die Erkrankung. Von Gunnar Römer mehr... Forum ]

Alzheimer-Patienten: Musik bleibt

SPIEGEL ONLINE - 15.07.2015

Selbst wenn sie ihre Enkel nicht mehr erkennen, können viele Alzheimer-Patienten noch Lieder mitsingen. Deutsche Forscher haben jetzt eine Erklärung gefunden: Offenbar sind Teile des Gehirns unempfindlicher gegen die Erkrankung. mehr...

Junge Demenz-Patienten: Zwischen Berufsleben, Kindern und dem Vergessen

SPIEGEL ONLINE - 29.06.2015

Gudrun T. war 62 Jahre alt, als ihre Alzheimer-Erkrankung mit Halluzinationen begann. Für junge Demenz-Patienten wie sie fehlt es an Hilfsangeboten, bemängeln Experten. mehr...

Demenz-Frühtest: Fragwürdiges Geschäft mit der Alzheimer-Angst

SPIEGEL ONLINE - 24.06.2015

Alzheimer ist eine gefürchtete Diagnose. Eine teure Untersuchung soll bestimmen, wie hoch das Risiko einer Erkrankung ist. Was bringt dieser Test - und hilft er wirklich, der Krankheit etwas entgegen zu setzen? mehr...

Schauspiel-Legende: Omar Sharif an Alzheimer erkrankt

SPIEGEL ONLINE - 26.05.2015

Mit Filmen wie "Lawrence von Arabien" und "Doktor Schiwago" schrieb Omar Sharif Filmgeschichte. Nun hat sein Sohn Gerüchte über eine Alzheimer-Erkrankung seines 83-jährigen Vaters bestätigt. mehr...

Ehefrau an Alzheimer erkrankt: Gericht spricht 78-Jährigen von sexuellem Missbrauch frei

SPIEGEL ONLINE - 23.04.2015

Ein Mann aus Iowa musste sich vor Gericht verantworten - weil er in einem Pflegeheim angeblich Sex mit seiner an Alzheimer erkrankten Frau gehabt haben soll. Er wurde freigesprochen, doch die Debatte geht weiter. mehr...

Demenzrisiko: Sport und gesunde Ernährung können Gedächtnisverlust bremsen

SPIEGEL ONLINE - 12.03.2015

Senioren können geistig fit bleiben - selbst wenn sie schon erste Gedächtnislücken haben. Das zeigt jetzt eine skandinavische Studie. Entscheidend zum Vorbeugen einer Demenz ist ein gesunder Lebensstil. mehr...

Neue US-Studie: Vitamin D könnte Demenzrisiko reduzieren

SPIEGEL ONLINE - 07.08.2014

Je weniger Vitamin D ältere Menschen im Blut haben, desto häufiger erkranken sie an einer Demenz: Diesen Zusammenhang zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. In Deutschland sind etwa 60 Prozent vom Mangel betroffen. mehr...

Kommentar: Denken, nicht testen

DER SPIEGEL - 21.07.2014

Jörg Blech über unsinnige Alzheimertests. Werden wir bald erfahren, wann uns das Gedächtnis verlässt? In den USA haben Mediziner einen Bluttest für Gesunde zum Patent angemeldet, der den Ausbruch von Alzheimer vorhersagen soll. In England verkündet... mehr...

Demenz: Gentherapie gegen Alzheimer bei Mäusen erfolgreich

SPIEGEL ONLINE - 24.04.2014

Lässt sich das Gedächtnis wiederbeleben? Spanische Wissenschaftler halten das für möglich. Bei Mäusen konnten sie Alzheimer stoppen, indem sie das Erbgut der Tiere veränderten. mehr...

Alzheimerkranke in US-Gefängnis: Wenn Mörder zu Pflegern werden

SPIEGEL ONLINE - 19.04.2014

In Amerikas Gefängnissen kommen mehr Langzeithäftlinge denn je ins Rentenalter - und viele leiden an Demenz. Ein Hochsicherheitsgefängnis in Kalifornien wagt ein ungewöhnliches Modell: Es bildet Insassen zu Pflegern aus. mehr...



Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Gibt es bestimmte Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung?
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.
Wie häufig kommt Alzheimer vor?
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben gegenwärtig 1,5 Millionen Demenzkranke in der Republik - zwei Drittel von ihnen sind von der AD betroffen. Jährlich treten mehr als 300.000 Neuerkrankungen auf. Weil die Bevölkerung immer älter wird, nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Gelingt kein Durchbruch bei der Heilung und Prävention, wird sich den Schätzungen zufolge die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 3 Millionen erhöhen.
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Zu 100 Prozent kann man AD nur post mortem durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirngewebes feststellen. Heutzutage lässt sich die Krankheit aber mit einer 95-prozentigen Sicherheit diagnostizieren. Der Arzt muss dafür die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen sorgfältig mit Hilfe bestimmter Tests prüfen. Dabei muss er ausschließen, dass es sich möglicherweise um andere - behebbare - Ursachen des Leistungsvermögens handelt (z.B. Störung der Schilddrüsenfunktion, Vitaminmangel oder Infekte). Ebenso muss der Arzt AD von anderen Demenzerkrankungen unterscheiden können. Dabei helfen ihm bildgebende Verfahren wie etwa die Magnetresonanztomografie (MRT) und Blutwertuntersuchungen, wobei die Blutwerte bei AD-Patienten normal sind. Liegt eine AD vor, ist meistens das Hirnvolumen in speziellen Regionen verringert. Zudem kann man die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die Menge bestimmter Proteine hin analyiseren. Auffällig sind besonders geringe Mengen an Beta-Amyloid und erhöhte Mengen an Tau-Protein (siehe Ursachen für AD).
Was sind die Ursachen?
Es gibt verschiedene Ursachen für AD. Eine der wichtigsten Akteure sind die sogenannten Tau-Proteine: Sie regulieren den Zusammenbau der Mikrotubili, den Transportbahnen der Zelle, indem sie daran binden. Bei AD lösen sich die Tau-Proteine aus noch weitgehend ungeklärter Ursache von den Mikrotubuli und "verfilzen" zu Tau-Protein-Bündeln, Tangles genannt. Dadurch bricht nach und nach der Transport in der Zelle zusammen - und sie stirbt. Im Hirn von AD-Patienten verklumpen aber noch andere Proteine: So lagern sich Beta-Amyloid-Moleküle außerhalb der Zellen an und bilden die gefürchteten Plaques. Auch in gesunden Menschen entsteht Beta-Amyloid aus dem Vorläuferprotein APP, indem dieses durch bestimmte Enzyme gespalten wird. Allerdings wird Beta-Amyloid normalerweise schnell im Gehirn abgebaut. Bei AD-Patienten sind entweder diese Abbaumechanismen gestört, oder aber die Zellen bilden zu viel Beta-Amyloid.
Was passiert im Gehirn eines Alzheimer-Kranken?
Besonders auffällig ist der massive Nervenzelltod - im Verlauf der Krankheit kann das Hirnvolumen um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Warum die Nervenzellen sterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht aber, dass die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques sowie der Tangles (siehe Ursachen) den neuronalen Untergang auslösen: Durch Bildung der Tangles werden die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Zellen gestört; die Beta-Amyloid-Plaques lagern sich häufig in der Wand kleiner Blutgefäße ab, wodurch die Sauerstoffversorgung im Gehirn gestört wird.
Ist Alzheimer vererbbar?
Ja. Doch weniger als zwei Prozent aller Fälle von AD werden dominant vererbt. Das bedeutet, dass die Veränderung (Mutation) eines einzigen Gens für die Entstehung der Krankheit ausreicht. Statistisch gesehen können die Hälfte der Nachkommen eines Betroffenen ebenfalls erkranken. Bisher sind drei Gene der dominant vererbbaren AD-Form bekannt, eines davon ist das APP (siehe Ursachen). Solche Patienten erkranken in der Regel im Alter unter 60 Jahren. Es gibt auch Gene, die das Auftreten von AD begünstigen, jedoch als Ursache allein nicht ausreichen. Eines davon ist das ApoE4-Gen. Das ApoE-Gen kommt in drei häufigen Varianten vor, die man als Allele E2, E3 und E4 bezeichnet. Die Häufigkeit der E4-Variante beträgt zehn Prozent bei gesunden Menschen, bei AD-Patienten jedoch 30 bis 42 Prozent. Liegen eine oder zwei Kopien des E4-Allels vor, ist also die Wahrscheinlichkeit höher, an Alzheimer zu erkranken. In 90 Prozent aller Fälle wirken bei der Entstehung der AD jedoch erbliche Faktoren, Alterungsprozesse des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse zusammen. Deshalb raten Mediziner von genetischen Tests ab, da sie nicht zu einer sicheren Diagnose führen.
Was hat Altern mit Alzheimer zu tun?
Altern ist der wichtigste Risikofaktor für AD. Für gewöhnlich tritt AD erst ab einem Alter von über 60 Jahren auf. Der Anteil an Demenzkranken in der Bevölkerung steigt mit dem Alter (in der Gruppe von 65 bis 69 Jahren liegt sie bei 1,2 Prozent; 75-79 Jahre: sechs Prozent; 85-89 Jahre: 23,9 Prozent). Statistisch gesehen stellt sich bei etwa jedem dritten Menschen, der ein Alter von 65 Jahren erreicht, im weiteren Altersverlauf eine Demenz ein.
Gibt es Medikamente gegen die Krankheit?
Das Voranschreiten der AD lässt sich bisher weder verhindern noch stoppen. Die medikamentöse Therapie setzt deshalb an den Folge- und Begleiterscheinungen des Nervenzelluntergangs an. Derzeit gibt es drei Medikamentengruppen: Sogenannte Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika. Antidementiva verbessern die Signalübertragung im Gehirn durch bestimmte Botenstoffe. Neuroleptika vermindern die Signalübertragung durch den Botenstoff Dopamin und wirken dadurch entspannend und beruhigend. Gegen Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Verhaltensstörungen können Antidepressiva helfen.
Kann eine gesunde Lebensweise Alzheimer verhindern?
Einen sicheren Schutz vor Alzheimer gibt es bisher nicht. Dennoch haben eine Vielzahl an Studien ergeben, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für AD in Verbindung gebracht werden. Mediziner empfehlen deshalb eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitaminen C, E und Beta-Carotin sowie eine fett- und cholesterinarme Kost mit möglichst viel ungesättigten Fettsäuren. Auch Bluthochdruck und Diabetes erhöhen das Risiko. Und: Wer sich geistig fit hält und sozial aktiv ist, hat ebenfalls ein geringeres Risiko, an AD zu erkranken, wie zahlreiche Studien belegen.





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