Analoge Fototechnik: Die Fachbegriffe kurz erklärt
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Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.
Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen
Aufnahmeformate (sprich: wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.
Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst
(siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Kameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).
Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.
Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketball-Spiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.
Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Größe der Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Film.
Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.
Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.
Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größer dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.
Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der
Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat, beziehungsweise der Sensorgröße.
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.
Wenn in einem dämmrigen Umfeld die
Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann, und eine allzu große
Blendenöffnung wegen des Verlusts an
Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann ein Film mit hohem ISO-Wert, eine ausreichende Belichtung gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die
Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.
Die sogenannten Redscale-Filme sind normale Farbnegativ-Filme, die aber von der falschen Seite belichtet werden. Ein Film besteht aus einer Träger- (dunkelbraun) und einer lichtempfindlichen Emulsionsseite. Normalerweise liegt die Emulsionsseite in der Kamera zur Linse hin, von wo das Licht einfällt und auf mehrere Farbschichten fällt. Der Redscale-Film liegt andersherum, so dass alle Lichtanteile anders als sonst zuerst auf die Rotschicht treffen. Wird ein so belichteter Film im C41-Negativverfahren entwickelt, entsteht je nach Film ein Farbeffekt mit dominierenden Rot-, Braun- oder Gelbtönen. (in der Mitte des Fotos unten ein Redscale-, rechts ein normaler Nagativfilm).
Heißt auch Dia- oder Diapositivfilm. Eigentlich für die Anfertigung von Dias zur Projektion gedachter Filmtyp. Um solche Diapositive herzustellen, werden Umkehrfilme in anderen Verfahren entwickelt als Negativfilme. Ein Vorzug der Diafilme ist der bei Projektion hohe darstellbare Kontrastumfang, also die möglichen Unterschiede zwischen hellen und dunklen Stellen des Bildes. Heute sind bei Analog-Fotografen Umkehrfilme auch wegen der möglichen Farbeffekte bei der Crossentwicklung (siehe unten) beliebt.
Wenn ein Umkehrfilm (siehe oben) im C41-Verfahren, das eigentlich für die Entwicklung von Negativfilmen standardisiert wurde, entwickelt wird (kann man in jedem Labor beauftragen), heißt das Crossentwicklung. Die Farben sind sehr satt und knallig, der Kontrast hoch, die Ergebnisse wirken manchmal surreal.
Anders als der weiter verbreitete Kleinbildfilm, der in Patronen oder Kassetten verpackt ist, kommt der Rollfilm auf einer offenen Spule, in einer lichtdicht verschweißten Verpackung. Der meist verwendete Typ 120 wird in Mittelformatkameras eingesetzt. Der Film ist sechs Zentimeter breit und auf einem Papierträger angebracht. Die Kameras belichten meist sechs mal sechs Zentimeter, manchmal auch 4,5 mal 6 oder neun mal sechs - entsprechend passen auf einen 120er-Film dann 12 (6x6) 16 (4,5x6) oder nur 8 (9x6) Bilder. Das Einlegen und Spulen ist etwas schwieriger als bei den Kleinbild-Patronen. Einsteiger irritiert, dass man beim Filmtransport aufpassen muss, wie lange man dreht - die Bildzahl auf der Papierschicht des Rollfilms ist durch ein kleines Fensterchen in der Kamera zu sehen und man muss stoppen, wenn die nächste Bildzahl zu sehen ist.
Kleinbildkameras heißen die Analoggeräte, die 35-mm-Film belichten. Das belichtete Bildformat ist 3,6 Zentimeter breit und 2,4 cm hoch. Die entsprechenden Filme werden in den bekannten Kleinbildpatronen vom Typ 135 verpackt (ganz rechts auf dem Foto).