Sonntag, 19. Mai 2013
Wirtschaft


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DDP

"Fördern und Fordern"

Gerhard Schröders Agenda 2010 hat die Republik verändert: Durch Hartz IV wurden die Arbeitslosenhilfe abge­schafft, Zeitarbeit und Minijobs liberalisiert und die Sozialämter mit den Arbeitsagenturen zusammen­gelegt. Bis heute streiten die Deutschen über die Reform - und darüber, was man Arbeitslosen zumuten kann.

Urteil: Wer Hartz IV will, muss in den Deutschkurs

SPIEGEL ONLINE - 13.05.2013

Keine Gnade für Schwänzer: Ein Sozialgericht hat die Kürzung von Leistungen für eine türkische Mutter, die keinen Integrationskurs besuchen wollte, für rechtmäßig erklärt. Um einen Job zu finden, sei das Erlernen der deutschen Sprache unerlässlich - und der Kurs deswegen zumutbar. mehr...

Hartz-IV-Aufstocker: Reguläre Jobs reichen immer seltener zum Leben

SPIEGEL ONLINE - 08.05.2013

Vor allem Singles sind betroffen: Auch ein Bruttoverdienst von mehr als 800 Euro genügt immer seltener zum Leben. Die Zahl der sogenannten Aufstocker, die trotz solcher regulären Jobs Hartz IV brauchen, ist laut neuen Daten der Bundesanstalt kontinuierlich angestiegen. mehr...

PROTESTE: Widerstand aus Zimmer 105

DER SPIEGEL - 22.04.2013

Im Jobcenter Hamburg-Altona kämpft ausgerechnet eine Arbeitsvermittlerin gegen Hartz IV: Inge Hannemann weigert sich, Arbeitslosen das Geld zu kürzen, wenn sie nicht erscheinen. Es gibt bestimmt jede Menge Gründe, warum sich das Arbeitsverhältnis v... mehr...

Hartz-IV-Empfänger: 1,3 Millionen müssen aufstocken

SPIEGEL ONLINE - 15.04.2013

Oft reicht ihr Lohn nicht zum Leben: 1,3 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr zusätzlich zum Job Hartz IV bezogen. Nicht wenige von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit. mehr...

Blaumacher-Verdacht: Kranke Hartz-IV-Empfänger sollen kontrolliert werden

SPIEGEL ONLINE - 08.04.2013

Wer als Hartz-IV-Empfänger oft krank ist, muss sich laut "Bild"-Zeitung auf häufigere Kontrollen einstellen. Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit sollten "begründbaren Zweifeln" an der Arbeitsunfähigkeit nachgehen - und dann unter Umständen die Leistungen kürzen. mehr...

Streit um Hartz IV: Jobcenter will wegen 15 Cent vor höchstes Gericht

SPIEGEL ONLINE - 18.03.2013

Ein Jobcenter in Thüringen will einen Streit um 15 Cent in höchster Instanz ausfechten. Das Center weigert sich, eine Hartz-IV-Summe aufzurunden. Dabei hat es schon zweimal in unteren Instanzen verloren. mehr...

Befragung in 130 Kommunen: Von der Leyens Bildungspaket wirkt kaum

SPIEGEL ONLINE - 14.03.2013

Es war das Prestigeprojekt von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: Doch zwei Jahre nach seinem Start erweist sich das Bildungspaket für Kinder und Jugendliche in großen Teilen als Flop. Laut einer Umfrage werden mit dem Paket kaum zusätzliche Leistungen geschaffen. mehr...

Aufstocker: Callcenter kosten den Staat jährlich 36 Millionen Euro

SPIEGEL ONLINE - 11.03.2013

Die umstrittene Callcenter-Branche wächst - auch dank großzügiger Subventionen der Bundesregierung: 2011 flossen rund 36 Millionen Euro in den Sektor. Der Großteil waren Hartz-IV-Leistungen an Beschäftigte, deren Lohn nicht zum Leben reicht. mehr...

SOZIALPOLITIK: Im luftleeren Raum

DER SPIEGEL - 11.03.2013

Im Rentenstreit simuliert die Koalition Handlungsfähigkeit: Sie arbeitet an einem Kompromiss, der nur dem Wahlkampf dient. Ursula von der Leyen wählt ihre Garderobe mit Bedacht. Wann immer die Sozialministerin ihr Bildungspaket für Hartz-IV-Kinder ... mehr...

Hartz-IV-Daten: Eine Million mal Hoffnungslosigkeit

SPIEGEL ONLINE - 07.03.2013

Sie stecken praktisch ohne Perspektive fest: Rund 1,08 Millionen Bundesbürger erhalten seit 2005 durchgängig Hartz-IV-Leistungen, das geht jetzt aus einer Auswertung der Arbeitsagentur hervor. Betroffen sind nicht nur schwer Vermittelbare - auch für viele Geringverdiener reicht ihr Lohn nicht zum Leben. mehr...


Wer bekommt Hartz IV?
Die Politik führt eine heftige Debatte über die Weiterentwicklung von Hartz IV - doch wer bezieht die Arbeitslosenhilfe eigentlich? SPIEGEL ONLINE hat demografische Merkmale zusammengetragen.

Die Hartz-Reformen
Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wer
- arbeitslos ist,
- der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht,
- die Anwartschaftszeit erfüllt,
- sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und
- Arbeitslosengeld beantragt hat.
- Die Dauer des Anspruchs hängt von der Länge der versicherungspflichtigen Beschäftigung und vom Alter ab. Die Höchstgrenze sind 24 Monate.

Hartz IV
Seit Jahren gibt es Streit über die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern. Organisatorisch zuständig sind seit 2005 Arbeitsgemeinschaften von Bundesagentur für Arbeit (BA) und kommunalen Sozialämtern - abgekürzt als Arge bezeichnet.

Verankert wurde diese Mischverwaltung im Hartz-IV-Gesetz über die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Derzeit gibt es 353 Argen, in denen sich 55.000 Mitarbeiter um 5,2 Millionen Hilfsbedürftige kümmern. Daneben gibt es das sogenannte Optionsmodell, bei dem in 69 Kreisen und Gemeinden die Kommunen die alleinige Verantwortung haben.

Von Beginn an gab es Reibereien in den Arbeitsgemeinschaften. Nach Feststellungen des zuständigen Ombudsrats krankt die Organisationsform an dem "ständigen, oft zeitaufwendigen Abstimmungsbedarf" zwischen den Beteiligten. Dabei konkurrieren Kommunen und BA um das Ausmaß ihrer Zuständigkeiten. Die Zusammenarbeit vor Ort leidet auch darunter, dass die Argen kein eigenes Personal haben und die dort tätigen Mitarbeiter von Bundesagentur und Kommune unterschiedlich bezahlt werden.
So viel bekommen Hartz-IV-Empfänger monatlich
in Euro ab 1/2011 ab 1/2012 ab 1/2013
Erwachsener (100 %) 364 374 382
Kind (bisher 60 %)
unter 6 Jahre
215 219 224
Kind (bisher 70 %)
6 bis unter 14 Jahre
251 251 255
Kind (bisher 80 %)
14 bis unter 18 Jahre
287 287 289
Quelle: BMAS

So berechnet sich der Regelsatz (für Einzelpersonenhaushalte in Euro)
Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke 128,46
Bekleidung und Schuhe 30,40
Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung 30,24
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände 27,41
Gesundheitspflege 15,55
Verkehr 22,78
Nachrichtenübermittlung 31,96
Freizeit, Unterhaltung, Kultur 39,96
Bildung 1,39
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 7,16
Andere Waren und Dienstleistungen 26,50
* Die Summe der Verbrauchsausgaben ist 361,81 Euro; die Differenz zu 364 Euro ergibt sich, weil die Statistiker den Bedarf im Jahr 2008 erhoben, und die Regierung die Preissteigerung seither berücksichtigt hat.
Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband, Bundesagentur für Arbeit



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