ThemaAtomkraftwerkeRSS

Alle Artikel und Hintergründe

REUTERS

Strahlende Last

Strom aus Kernkraftwerken gilt als günstig, klimafreundlich und unab­hän­gig von kurzfristigen Wetter­schwan­kungen. Doch die Frage eines End­lagers für die zum Teil über 100.000 Jahre strah­lenden Abfälle ist nach wie vor offen. Und der Stör­fall im AKW Fukushima hat gezeigt, dass auch die Ge­fahr eines Super-GAU nicht gebannt ist.

Kernfusionsanlage Wendelstein 7-X: Diese künstliche Sonne soll alle Energieprobleme lösen

SPIEGEL ONLINE - 10.12.2015

Kann der Mensch die Kernfusion bändigen, die unsere Sonne scheinen lässt? Im Greifswalder Reaktor Wendelstein 7-X wollen Forscher heute eine 100 Millionen Grad heiße Atomsuppe minutenlang kontrollieren. Gelungen ist das bislang noch nie. mehr...

Radioaktive Strahlung: AKW-Angestellte sterben häufiger an Krebs

SPIEGEL ONLINE - 21.10.2015

Täglich sind Mitarbeiter in Kernkraftwerken radioaktiven Strahlen ausgesetzt. Welche Folgen hat das für ihre Gesundheit? Eine Studie zeigt: Das Krebsrisiko steigt anscheinend, wenn auch nur gering. mehr...

Hinkley Point C: Neues AKW in Südengland birgt höhere Risiken als bekannt

SPIEGEL ONLINE - 20.10.2015

Die britische Regierung lässt ein neues Atomkraftwerk bauen - nur gut 1000 Kilometer von Deutschland entfernt. China will Milliarden investieren. Doch laut einem neuen Gutachten wurden die Sicherheitsrisiken heruntergespielt. mehr...

Nach Atomkraft-Katastrophe: Japan nimmt zweiten Reaktor in Betrieb

SPIEGEL ONLINE - 15.10.2015

Japan kehrt zur Atomkraft zurück: Viereinhalb Jahre nach der Katastrophe von Fukushima nimmt das Land seinen zweiten Kernreaktor in Betrieb. mehr...

Frankreich: AKW Fessenheim soll erst 2018 stillgelegt werden

SPIEGEL ONLINE - 08.09.2015

Eigentlich sollte das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim im kommenden Jahr abgeschaltet werden. Doch nun hat die französische Umweltministerin den Termin verschoben. Ihre deutsche Amtskollegin reagierte enttäuscht. mehr...

Rückkehr zur Atomkraft: Japan fährt ersten Reaktor wieder hoch

SPIEGEL ONLINE - 11.08.2015

Japan kehrt zur Atomkraft zurück: Viereinhalb Jahre nach der Katastrophe von Fukushima ist landesweit der erste Kernreaktor wieder angeschaltet worden. mehr...

Katastrophen-Reaktor von Tschernobyl: „Die Ruine ist nicht sicher“

SPIEGEL ONLINE - 22.04.2015

Radioaktives Material ist noch nicht gesichert, eine Schutzhülle wird nicht fertig, und die Kosten explodieren: Aktuelle Einschätzungen der Bundesregierung nähren die Zweifel an der Sicherheit der AKW-Ruine in Tschernobyl. mehr...

Japan: Gericht erlaubt Wiederanfahren umstrittener Reaktoren

SPIEGEL ONLINE - 22.04.2015

Atomkraftgegner wollten den Neustart von zwei Reaktoren in Japan per Gericht stoppen - sie sind nun gescheitert. Schon im Juli sollen die umstrittenen Meiler des AKW Sendai wieder ans Netz gehen. mehr...

Russische Hilfe: Ägypten plant erstes Atomkraftwerk

SPIEGEL ONLINE - 10.02.2015

Der Besuch des russischen Staatschefs Wladimir Putin in Kairo zeigt Wirkung: Ägypten will sein erstes Atomkraftwerk bauen. mehr...

AKW Brunsbüttel: Bergung löchriger Atommüllfässer kann beginnen

SPIEGEL ONLINE - 09.02.2015

Hunderte beschädigte Atommüllfässer will der Energiekonzern Vattenfall mit Spezialgreifern aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel holen. Die Aufsichtsbehörde hat dem Plan jetzt zugestimmt. Doch die Bergung wird Jahre dauern. mehr...


Fotostrecke
Grafiken: So steht es um die globale Atomindustrie

Kernreaktoren
Thermischer Reaktor
DPA
In einem Kernreaktor kommt die Kettenreaktion durch Neutronen zustande, die bei der Kernspaltung entstehen und ihrerseits weitere Urankerne spalten. Dazu müssen sie allerdings abgebremst werden. Dazu ist ein sogenannter Moderator notwendig, bei dem es sich in den meisten thermischen Reaktoren um gewöhnliches Wasser handelt, manchmal auch um sogenanntes schweres Wasser oder Grafit.
Brutreaktor
In Brutreaktoren wird ein Gemisch von Uran- und Plutoniumoxid, der sogenannte Mox-Brennstoff, verwendet. Natürliches Uranerz besteht nur zu 0,7 Prozent aus dem spaltbaren Isotop Uran-235, den Rest macht das nicht spaltbaren Uran-238 aus. In einem Brutreaktor wird aber Uran-238 zu Plutonium-239 umgewandelt. In Wiederaufbereitungsanlagen kann das Plutonium abgetrennt und dann als Kernbrennstoff wiederverwendet werden. Auf diese Weise gewinnen Brutreaktoren aus dem vorhandenen Uran in etwa 30 Mal mehr Energie als Leichtwasserreaktoren.

Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.

Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.
Uran und Plutonium in Atomwaffen
DPA
Bei einer Uranbombe, wie sie die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima gezündet haben, reichte es bereits, eine Halbkugel des spaltbaren Materials auf einen Dorn zu schießen, die zusammen die kritische Masse für eine Atomexplosion erreichten. Mit Plutonium aber funktioniert dieses sogenannte Kanonenprinzip nicht.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.

Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier:




Themen von A-Z