Das Netzwerk Attac
Attac wurde 1998 in Frankreich gegründet, ursprünglich als Lobbyverein mit nur einer einzigen Forderung: Die Einführung der nach dem Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin benannten Devisensteuer, einer Pflichtabgabe auf alle Finanzgeschäfte. Daher rührt auch der Name Attac: "Association pour une Taxation des Transactions financières pour l'Aide aux Citoyens" - zu deutsch: Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger.
Der deutsche Ableger nahm 2000 seine Arbeit auf. In der Anfangsphase wuchs das Netzwerk mit Sitz in Frankfurt rasant, allein 2001 verzehnfachte sich die Mitgliederzahl auf 6000. Heute hat Attac Deutschland 16.000 Mitglieder.
Attac ist inzwischen in rund 50 Ländern vertreten und hat nach eigenen Angaben 90.000 Mitglieder, darunter Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, Friedensgruppen genauso wie Umwelt- und zivilgesellschaftliche Organisationen. Das Netzwerk vereint so unterschiedliche Köpfe wie den französischen Soziologen Pierre Bourdieu, den Uno-Sonderberichterstatter Jean Ziegler, die kanadische Schriftstellerin Naomi Klein oder den philippinischen Soziologen Walden Bello.
Mit der Mitgliederzahl erweiterte sich auch das Themenspektrum. Egal ob EU-Verfassung, Irakkrieg, Bush-Besuch in Mainz, Nebeneinkünfte von Politikern oder Hartz IV: Die Attac-Fahne fehlte auf fast keiner Demonstration mehr.