Auf einen Nenner gebracht geht's um Auslands-Erfahrung. Junge Leute sollen über den Tellerrand schauen, an der neuen Uni Fremdsprachen sprechen, sich in Land & Leute verlieben, Kultur aufsaugen, nebenbei eine Extraportion "Soft Skills" nach Hause tragen. Ideal: Der Erasmus-Student geht arm an Ansprüchen fort, kehrt reich an Eindrücken wieder heim.
Im ersten Hochschuljahr 1987/88 verbrachten noch 649 deutsche Studenten einen Teil ihres Studiums mit dem Erasmusprogramm im Ausland. 2006 waren es bereits über 23.000. Insgesamt förderte die in 20 Jahren rund 1,5 Millionen Studenten aus 31 Ländern Europas. Dabei liegt Deutschland an der Spitze in Europa vor Spanien und Frankreich: Fast 240.000 deutsche Studenten haben dank Erasmus im Ausland gelebt, geliebt, gegessen, getrunken. Und studiert natürlich auch.
Der "Motor für Mobilität von Studierenden" läuft und läuft und läuft: Das Hochschulprogramm der Europäischen Union, benannt nach dem holländischen Philologen und Philosophen Erasmus von Rotterdam (1465-1536), feiert in diesem Jahr den 20. Geburtstag. Seit 1987 können Studenten aus allen EU-Ländern ein oder zwei Semester an Universitäten im Ausland studieren. Als nationale Agentur ist der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) zuständig für die Vergabe der "Mobilitätszuschüsse".
Im Jahr 2006 ist die Zeit der EU-Bildungsprogramme Sokrates und Leonardo zu Ende gegangen. Abgelöst wurden sie durch das neue EU-Dachprogramm "Lebenslanges Lernen". Das Gesamtbudget von 2007 bis 2013 umfasst 6,9 Milliarden Euro, der Löwenanteil von 3,1 Milliarden Euro entfällt auf Erasmus. So soll die Zahl der Erasmus-Studenten bis 2012 auf drei Millionen verdoppelt werden. Momentan hat das Stipendium eher Taschengeld-Charakter - für deutsche Studenten sind es durchschnittlich 121 Euro pro Monat. Der Betrag soll nun schrittweise auf rund 200 Euro monatlich aufgestockt werden.