Bärbel Bohley wird am 24. Mai 1945 in Berlin geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in der Trümmerlandschaft um den Reichstag. Ihr Vater, ein Konstrukteur, arbeitete nach 1945 als Lehrer, die Mutter war Hausfrau. Nach dem 17. Juni 1953 wurde Bohleys Vater arbeitslos, weil er sich weigerte, der SED beizutreten.
Bohley ist Mitbegründerin der unabhängigen Gruppe "Frauen für den Frieden" und "Initiative Frieden und Menschenrechte.
1983 kommt sie unter dem Vorwurf "landesverräterischer Nachrichtenübermittlung" in sechswöchige Untersuchungshaft.
1988wird sie erneut verhaftet und über die Bundesrepublik nach England abgeschoben, nach sechs Monaten kehrt sie in die DDR zurück.
1989 ist die Mitverfasserin des Gründungsaufrufes "Die Zeit ist reif" der Bürgerbewegung "Neues Forum", den binnen kurzer Zeit mehr als 250.000 Menschen unterschreiben.
1990 beteiligt sich Bohley an der Besetzung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße unter dem Motto "Die Akten gehören uns!" Vier Jahre später ist sie Spitzenkandidatur für das "Neue Forum" bei der Europawahl.
1996 gründet sie das Bürgerbüro zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur mit.
Von
1996 an lebt und arbeitet Bohley vorwiegend im ehemaligen Jugoslawien, wo sie sich bei Hilfsprojekten und Wiederaufbauprogrammen engagiert.
2008 kehrt Bohley nach Deutschland zurück und wohnt fortan im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Im Alter von 65 Jahren erliegt Bohley am 11. September
2010 in Gehren (Mecklenburg-Vorpommern) einem Krebsleiden.