
DPA
Proteste an den Unis
Überfüllung der Hörsäle, Sparexperimente an den Hochschulen, Studiengebühren oder die Umstellung auf Bachelor und Master - Gründe zur Rebellion haben Deutschlands Studenten eigentlich immer. Oft verhalten sie sich dennoch lange ruhig. Bis sich aufgestauter Frust plötzlich Bahn bricht und sie auf die Barrikaden gehen.
Studentenproteste seit 1968
April 1968
Nach dem Mordanschlag auf den Studentenführer Rudi Dutschke kommt es zu den schwersten Krawallen in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Proteste der Studenten richteten sich zunächst gegen schlechte Studienbedingungen, später vor allem gegen die politischen und sozialen Verhältnisse. Die Bewegung verstand sich als Teil der Außerparlamentarischen Opposition (APO) gegen die seit 1966 regierende Große Koalition aus Union und SPD.
Dezember 1977
Aus Protest gegen die erste Fassung des Hochschulrahmengesetzes rufen die Vereinigten Deutschen Studentenschaften (VDS) einen bundesweiten «Generalstreik» aus. Zehntausene Studenten boykottieren Lehrveranstaltungen, um gegen die im Gesetz vorgesehenen Regelstudienzeiten, gegen verschärfte Ordnungsrechte und gegen die Verweigerung des politischen Mandats für Studentenausschüsse zu protestieren.
Dezember 1981
Bundesweit protestieren hunderttausende Studenten gegen überfüllte Hörsäle, Stellenstreichungen, Wohnungsnot und Kürzungen bei der Ausbildungsförderung (Bafög).
Dezember 1990
Mit Besetzungen und Blockaden protestieren Studenten in den neuen Bundesländern gegen die geplante Auflösung von Studiengängen und Fachbereichen ostdeutscher Hochschulen.
Dezember 1997
Die Protestwelle gegen die Finanzmisere an den deutschen Hochschulen erreicht einen Höhepunkt. Mehr als 100.000 Studenten gehen für eine bessere Ausstattung der Hochschulen, demokratischere Strukturen und eine von den Eltern unabhängige Studienförderung auf die Straße.
Dezember 2003
Zehntausende Studenten protestieren in mehreren deutschen Städten gegen Einsparungen bei den Hochschuletats, überfüllte Hörsäle und die Einführung von Studiengebühren.
Juni 2009
In rund 70 deutschen Städten gehen mehr als 100.000 Schüler und Studenten auf die Straße, um für mehr Geld und Reformen im Bildungssystem zu demonstrieren. Es ist ein wuchtiger Auftakt des Bildungsstreiks 2009 in Deutschland.
Uni Bolognese: Erstsemester sind ratlos, Professoren kratzen sich am Kopf. In den Chaostagen der Bachelor-Master-Umwälzung sickern sonderbare neue Begriffe in den akademischen Jargon. SPIEGEL ONLINE klärt auf - mit dem kleinen Bachelor-Alphabet.
Mehr im Internet
- Die Internetseite zum Bildungsstreik 2009
- Unsereunis.de - Die Internetseite zum Protest
- Twitter-Nachrichten #unibrennt
SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich
für die Inhalte externer Internetseiten.
für die Inhalte externer Internetseiten.
Themen von A-Z
