Der "Deutsche Lernatlas 2011" zerlegt die Bundesrepublik in
412 Kreise und kreisfreie Städte. Die Experten der Bertelsmann Stiftung haben dafür mehrere Jahre nach geeigneten Zahlen gesucht und das Berechnungsmodell mehrmals überarbeitet. Im SPIEGEL werden die Ergebnisse erstmals vorgestellt.
Die Kriterien des Lernatlases stützen sich auf einen Bericht der Unesco zur "Bildung für das 21. Jahrhundert". Darin werden vier Bereiche des Lernens benannt: das schulische, das berufliche, das soziale und das persönliche Lernen. Aus vorhandenen Daten hat die Bertelsmann Stiftung 38 unterschiedlich gewichtete Lern- und Bildungskennzahlen genutzt und so den Regionen ihren Platz zugewiesen.
Wie haben die Schüler in der Region bei
Pisa abgeschnitten? Wie viele
wiederholen eine Klasse? Wie viele verlassen die Schule
ohne Abschluss? Wie ist das
Studienplatzangebot in der Region? Diese und andere Fragen wurden in der Kategorie schulisches Lernen berücksichtigt.
Es geht also darum, wie Kinder und Jugendliche in der Schule lernen und wie das Bildungsniveau von jungen Menschen und Erwerbstätigen ist.
In diesem Bereich geht es um die berufliche Aus- und Weiterbildung. Dafür wurde unter anderem einberechnet, wie viele junge Menschen in der Region keinen Ausbildungsplatz haben, wie viele Kurse zur beruflichen Weiterbildung die Volkshochschule durchgeführt hat und wie viele Beschäftigte an Supervision oder Coaching teilgenommen haben.
Zum lebenslangen Lernen gehört auch das soziale Miteinander. In diesem Bereich hat die Bertelsmann Stiftung geschaut, wie sich die Menschen in der Region an Wahlen beteiligen und wie sie engagieren - und zwar in verschiedenen Bereichen: in der Altenpflege beispielsweise, im Jugendzentrum, der Kirche und bei Parteien. Zudem wurde die Bereitschaft zur Knochenmarkspende einbezogen.
Diese Lerndimension gibt Hinweise darauf, welche Lernmöglichkeiten es für die Einwohner einer Region zur persönlichen Weiterentwicklung gibt - und welche sie auch tatsächlich nutzen. Also: Wie viele Menschen besuchen ein Museum oder Theater? Wie werden Bibliotheken genutzt und wie viele Sportvereine gibt es?
Die 412 Kreise und Städte sind natürlich sehr unterschiedlich. So stehen beispielsweise 3,5 Millionen Berliner 49.000 Einwohnern des Landkreises Lüchow-Dannenberg gegenüber.
Deswegen hat die Bertelsmann Stiftung die Kommunen in sechs Kategorien eingeteilt: von "Größere Großstädte" (Gewinner München) bis "Ländlicher Raum" (vorn liegt der bayerische Landkreis Miesbach). mehr...